Sie kommt zurück: Sandra Schmidt wechselt vom ÖSB zum DSB

von Stefan Liebig
16.07.2026 – Der Wechsel im letzten Jahr sorgte für Aufsehen – Sandra Schmidt wechselte Ende des Jahres zum Österreichischen Schachbund (ÖSB) und übernahm des Posten der Generalsekretärin. Die Überraschung jetzt ist vielleicht noch größer, denn das neue Präsidium des Deutschen Schachbundes (DSB) machte der DSAM-Macherin ein Angebot, dass sie nicht ablehnen konnte: Schmidt wird ab dem 1. September 2026 hauptamtlich für den DSB die DSAM-Organisation leiten. | Fotos: Ingrid Schulz (Titelbild), ÖSB

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Traumjob

Wie Sandra Schmidt auch gegenüber ChessBase äußerte, kommt das Angebot, die DSAM in Zukunft hauptamtlich zu leiten, einem Traumjob gleich: „So schwer es mir fällt, Wien zu verlassen, so sehr freue ich mich auf die Weiterführung der DSAM." Es ist die Rückkehr der Schachschiedsrichterin zu einer Aufgabe, die sie nie verlassen hatte. Denn die beim Schachgipfel in Dresden mit dem großen Finale zu Ende gehende DSAM-Saison 2025/26 hatte die 37-Jährige mit Einverständnis des ÖSB ohnehin noch intensiv begleitet.

Der neue DSB-Präsident Paul Meyer-Dunker freut sich natürlich über diese Personalie im Zusammenhang mit dem riesigen Erfolgsprojekt DSAM, an dem in über zwei Jahrzehnten bereits über 50.000 Spieler teilnahmen. ÖSB-Präsident Michael Stöttinger verkündete den baldigen Wechsel der Brandenburgerin zurück in ihre Heimat auf der Homepage des Verbands, dankte Schmidt für ihr Engagement und kündigte an, sich um die Neubesetzung ihres Postens zu kümmern.

Hier die beiden offiziellen Stellungnahmen von Michael Stöttinger und Sandra Schmidt auf der ÖSB-Homepage:

Michael Stöttinger, ÖSB-Präsident (Foto: ÖSB):

Liebe Schachfamilie,

Sandra Schmidt wird ihre Tätigkeit als Generalsekretärin des Österreichischen Schachbundes mit 15. August 2026 beenden und künftig für den Deutschen Schachbund tätig sein.

Bereits vor ihrem Wechsel nach Österreich war Sandra ehrenamtlich für den Deutschen Schachbund tätig und organisierte mit großem Engagement die Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft (DSAM). Diese Turnierserie ist ein Herzensprojekt von Sandra. Der dafür benötigte erforderliche Aufwand lässt sich jedoch nicht mit einer Vollzeitbeschäftigung in Österreich vereinbaren. Sandra hat nun vom Deutschen Schachbund ein Angebot erhalten, diese Turnierserie als hauptamtliche Mitarbeiterin des DSB zu organisieren. Zusätzlich hat Sandra ihren familiären und sozialen Lebensmittelpunkt natürlich noch immer in Deutschland.

Der Österreichische Schachbund verliert damit eine engagierte Mitarbeiterin freut sich aber gleichzeitig, dass sich für Sandra eine berufliche Möglichkeit ergeben hat, hauptamtlich und mit Lebensmittelpunkt in Deutschland im Schach tätig zu sein. Wir danken Sandra herzlich für ihren Einsatz und ihr Engagement in den vergangenen Monaten und wünschen ihr für ihren weiteren beruflichen und privaten Lebensweg viel Erfolg, Gesundheit und alles Gute.

Wie wir die Nachfolge von Walter Kastner im Generalsekretariat am effizientesten gestalten, werden wir in den nächsten Wochen und Monaten in den zuständigen Gremien beraten und entscheiden, in jedem Fall werden wir die Position der Generalsekretärin bzw. eines Generalsekretärs ausschreiben und freuen uns bereits auf zahlreiche Bewerbungen von qualifizierten Kandidatinnen und Kandidaten.

Damit verbleibe ich einstweilen mit sportlichen Grüßen,

Michael Stöttinger
Präsident

Persönliche Worte von Sandra Schmidt

Als ich im vergangenen Jahr die Zusage für die Stelle als Generalsekretärin des Österreichischen Schachbundes erhielt, habe ich mich außerordentlich gefreut. Für mich war diese Aufgabe die große Chance auf einen kompletten Neuanfang.
Für das entgegengebrachte Vertrauen möchte ich mich insbesondere bei Präsident Michael Stöttinger, beim gesamten Präsidium sowie bei Walter Kastner ganz herzlich bedanken.

In den vergangenen Monaten hatte ich die Möglichkeit, einen sehr umfassenden Einblick in die Verbandsarbeit und ihre vielfältigen Strukturen zu gewinnen. Walter war mir dabei ein großartiger Mentor, von dem ich fachlich wie persönlich sehr viel lernen durfte. Dieses Wissen wird mich auch auf meinem weiteren beruflichen Weg begleiten.

Die österreichische Schachszene habe ich in den vergangenen Monaten als sehr aktiv, engagiert und motivierend erlebt. Besonders beeindruckt hat mich die intensive Nachwuchsarbeit. Erst in der vergangenen Woche konnten bei der Jugend-Europameisterschaft im Schnellschach mit zwei Vize-Europameistertiteln große Erfolge gefeiert werden.

Dem Österreichischen Schachbund werde ich mich stets verbunden fühlen und bin für die mir entgegengebrachte Wertschätzung und das Vertrauen von Herzen dankbar.

Ich wünsche dem Österreichischen Schachbund für die Zukunft alles Gute.

Sandra Schmidt

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Stefan Liebig, geboren 1974, ist Journalist und Mitinhaber einer Marketingagentur. Er lebt heute in Barterode bei Göttingen. Im Alter von fünf Jahren machten ihn seltsame Figuren im Regal der Nachbarn neugierig. Seitdem hat ihn das Schachspiel fest in seinen Bann gezogen. Höhenflüge in die NRW-Jugendliga mit seinem Heimatverein SV Bad Laasphe und einige Einsätze in der Zweitligamannschaft von Tempo Göttingen waren Highlights für den ehemaligen Jugendsüdwestfalenmeister.
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