06.07.2026 – Nach dem ersten Tag des Blitzturniers schien die Entscheidung beim Super Rapid & Blitz in Zagreb schon gefallen zu sein: Alireza Firouzja hatte mit 8 aus 9 souverän gewonnen und startete mit 3 Punkten Vorsprung in den letzten Tag des Turniers. Aber dann kam Sand ins Getriebe: Firouzja verlor eine Partie nach der anderen und musste Nodirbek Abdusattorov an sich vorbeiziehen lassen. Erst auf der Zielgeraden kam Firouzjas Zauber zurück, und er rettete sich in einen Stichkampf, den er im Armageddon gewann. Bester Blitzer in der Rückrunde des Blitzturniers war jedoch Vincent Keymer: Er holte 7 aus 9 und sorgte gegen Firouzja für den Zug des Tages. | Foto: Lennart Ootes
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"Das war der schlechteste Blitz-Tag meines Lebens", kommentierte Firouzja seine Leistung im zweiten Teil des Blitzturniers anschließend. Die meisten Spieler wären froh, am "schlechtesten Blitz-Tag ihres Lebens" ein Preisgeld von $47.500 Dollar einstreichen zu können, aber Firouzjas Ärger über sein Spiel war verständlich.
Das Schnellturnier in Zagreb hatte er punktgleich zusammen mit Praggnanandhaa gewonnen und am ersten Tag des Blitzturniers hatte er mit 8 aus 9 dominiert. Neun Runden vor Schluss lag er mit drei Punkten in Führung und der Gesamtsieg im Super Rapid & Blitz schien ihm nicht mehr zu nehmen sein.
Doch aus den ersten sieben Partien der zweiten Hälfte des Blitzturniers konnte Firouzja gerade einmal 2 Punkte holen. Das nutzte Nodirbek Abdusattorov, um Runde für Runde näher an Firouzja heranzukommen und nach 16 von 18 Runden die Führung zu übernehmen. Zwei Runden vor Schluss lag Abdusattorov mit 22,5 aus 16 einen halben Punkt vor Firouzja, der auf 22 Punkte kam.
Doch dann zeigte Firouzja Kämpferqualitäten: In Runde 17 stand er gegen Gukesh mit Schwarz auf Verlust, aber konnte die Partie mit einer Reihe von versteckten taktischen Tricks am Ende noch für sich entscheiden.
Abdusattorov kam in der vorletzten Runde gegen Bogdan-Daniel Deac über ein Remis nicht hinaus, und so lagen Firouzja und Abdusattorov vor der letzten Runde punktgleich an der Spitze. Wie der Zufall es wollte, mussten sie gegeneinander spielen. Firouzja kam in Vorteil, den er jedoch nicht verwerten konnte. So endete die Partie Remis und Firouzja und Abdusattorov lagen am Ende des Blitzturniers punktgleich an der Spitze - die Entscheidung musste im Tiebreak fallen.
Nachdem die beiden Tiebreak-Partien, die mit einer Bedenkzeit von 8+3 gespielt wurden, Remis endeten, kam es zum Armageddon. Firouzja hatte Schwarz, ihm reichte ein Remis, Abdusattorov musste mit Weiß gewinnen. Abdusattorov hatte eine gute Chance, die Partie auf dem Brett zu gewinnen, die ließ er verstreichen und musste dann versuchen, Firouzja über die Zeit zu heben. Doch Firouzja war schnell genug und sicherte sich das Remis und den Turniersieg.
Der St. Louis Chess Club hat die wilde Zeitnotschlacht per Video festgehalten
Die Stichkampf-Partien
Alireza Firouzja und Nodirbek Abdusattorov entschieden den Turniersieg im Tiebreak | Foto: Lennart Ootes
Vincent Keymer holte am ersten Tag des Blitzturniers 3 Punkte aus 9 Partien, am zweiten Tag lief es besser: Mit 7 aus 9 "gewann" er den zweiten Teil des Turniers und spielte dabei eine Reihe interessanter Partien. Ebenso überzeugend wie originell war sein Sieg gegen Firouzja: Partien, in denen die beiden weißen Springer auf g6 und h8 stehen, sieht man selten.
Für Vincent Keymer lief der Sonntag gut | Foto: Lennart Ootes
Schlussstand des Blitzturniers
Keymers starke Leistung in der zweiten Turnierhälfte brachte ihm den 5. Platz in der Gesamtwertung und ein Preisgeld von $15.000 Dollar ein.
Schlusstand Rapid & Blitz
Player
Rapid
Blitz
Total
TB
Tour Points
Prize money
Circuit
1
Alireza Firouzja (FRA)
12
11½
23½
2
11
$47,500
10.59
2
Nodirbek Abdusattorov (UZB)
11
12½
23½
1
WC (11)
$42,500
9.47
T–3
Maxime Vachier-Lagrave (FRA)
11
10½
21½
7.5
$25,000
3.90
T–3
R Praggnanandhaa (IND)
12
9½
21½
7.5
$25,000
3.90
5
Vincent Keymer (GER)
10
10
20
6
$15,000
6
Gukesh Dommaraju (IND)
10
8½
18½
WC (5)
$11,000
7
Anish Giri (NED)
8
9
17
4
$10,000
8
Bogdan-Daniel Deac (ROM)
7
8
15
WC (3)
$9,000
9
Jorden van Foreest (NED)
7
5½
12½
2
$8,000
10
Ivan Saric (CRO)
2
5
7
WC (1)
$7,000
In der Gesamtwertung der Grand Chess Tour liegt Keymer jetzt auf dem zweiten Platz und hat weiter gute Chancen, ins Finale zu kommen, für das sich die besten vier der Gesamtwertung qualifizieren.
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Johannes FischerJohannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
05.07.2026 – Alireza Firouzja ist erneut alleiniger Tabellenführer. Mit 8 Punkten aus 9 Partien am ersten Blitztag erzielte Firouzja die meisten Punkte des Tages. Praggnanandhaa, der sich am Freitag noch die Führung mit Firouzja geteilt hatte, kam dahingegen nur auf 3,5 Punkte am Samstag. Die stärkste Konkurrenz für Firouzja sind nun Maxime-Vachier Lagrave und Nodirbek Abdusattorov, die 6 Punkte am ersten Tag des Blitzturniers erreichten und mit 17 Punkten 3 Punkte hinter Firouzja in der Gesamttabelle liegen. Vincent Keymer befindet sich mit 13 Punkten auf Platz 6. | Foto: Lennart Ootes
03.07.2026 – Beim Rapid-Turnier des Super Rapid & Blitz-Turniers in Zagreb übernahm Alireza Firouzja (Bild) am ersten Tag mit 5 aus 6 die alleinige Tabellenführung und so machte er auch am zweiten Tag weiter. Mit etwas Glück und Hilfe seiner Gegner holte er wieder 5 aus 6 und liegt jetzt drei Punkte vor Vincent Keymer, Maxime Vachier-Lagrave, Gukesh Dommaraju and Bogdan-Daniel Deac. Keymer spielte drei aufregende Partien, die zu einer Niederlage, einem Sieg und einem Remis führten. | Foto: Lennart Ootes
Die Aljechin-Verteidigung ist ein eher seltener Gast im Turnierschach, vielleicht zu Unrecht. Die Praxis zeigt nämlich, dass Schwarz gegen die Hauptvarianten ganz gut gewappnet ist. Hier setzt das Autorenduo Luther/Jordan an und schlägt nach den Anfangszügen 1.e4 Sf6 2. e5 Sd5 3. d4 d6 eine giftige Antwort vor: 4.Lc4. Damit vermeidet Weiß die theoretisch zum Teil tiefe analysierten Hauptabspiele und versucht eine gesunde Stellung mit Angriffschancen zu erhalten. Die beiden Autoren setzen sich in ihrer Präsentation mit den Antworten …Sb6, …dxe5, …c6 und …e6 auseinander und zeigen auf, wie der Anziehende jeweils auf Vorteil spielen und den Gegner mit „giftigen“ Zügen unter Druck zu setzen kann. Ein für die Praxis leicht zu erlernendes Angriffsrepertoire für den Weißspieler!
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Der Hyper-Accelerated Dragon ist schnell und scharf. Schwarz entwickelt seinen Läufer sofort nach g7 und kann oftmals d5 in einem Zug spielen und ein Tempo sparen.
Der Hyper-Accelerated Dragon ist schnell und scharf. Schwarz entwickelt seinen Läufer sofort nach g7 und dessen Stärke auf der langen Diagonale a1-h8 kommt gerade gegen die Anti-Sizilianer zur Geltung.
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