Madaminov rückte erst ins Teilnehmerfeld, nachdem Javokhir Sindarov seine Teilnahme zurückgezogen hatte. Die Absage dürfte mit Sindarovs Vorbereitung auf den WM-Kampf gegen Gukesh später in diesem Jahr zusammenhängen. Vermutlich hatte er seine Zusage für das Turnier in Taschkent gegeben, bevor er das Kandidatenturnier auf Zypern gewann. Madaminov und Sindarov kennen sich gut. Beim FIDE World Cup 2025 und beim Kandidatenturnier war Madaminov Sekundant von Sindarov.
Aber nach Elo war Madaminov in Taschkent klarer Außenseiter und der einzige Spieler im Masters mit einer Wertungszahl unter 2600.
Auch Vokhidovs Ergebnis war eine Überraschung. Er war nur als Nummer acht der Setzliste gestartet. Zum Teilnehmerfeld gehörten mehrere etablierte Spitzengroßmeister. Nodirbek Abdusattorov, Arjun Erigaisi, Hans Niemann und Ian Nepomniachtchi führten die Setzliste an.

Shamsiddin Vokhidov | Foto: Turnierseite
Abdusattorov und Vokhidov trennten sich nach 33 Zügen remis, doch das Remis zwischen Niemann und Madaminov stand erst nach 78 Zügen fest. Madaminov hatte früh einen Bauern gewonnen und stand lange besser, aber dann unterlief ihm ein Fehler und Niemann übernahm die Initiative. Doch auch Niemann vergab seine Chancen, sodass die Partie schließlich remis endete.
Die beiden Verfolger Shakhriyar Mamedyarov und Ian Nepomniachtchi lagen vor der Schlussrunde einen halben Punkt hinter den beiden usbekischen Spitzenreitern und trafen direkt aufeinander. Mamedyarov erreichte mit Weiß im Mittelspiel leichten Vorteil, doch Nepomniachtchi verteidigte sich präzise und hielt die Stellung im Gleichgewicht. Nach 54 Zügen endete die Partie remis, womit beide den Stichkampf um den Turniersieg um einen halben Punkt verpassten.
Die einzige entschiedene Partie der neunten Runde gewann Arjun Erigaisi gegen Nikolas Theodorou. Nach 46 Zügen setzte sich der Inder durch und belegte so gemeinsam mit Nepomniachtchi und Mamedyarov den dritten bis fünften Platz. Das Trio lag am Ende einen halben Punkt hinter Madaminov und Vokhidov.
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Arjun Erigaisi | Foto: Official website
Damit musste die Entscheidung im Blitz-Stichkampf fallen. Gespielt wurde mit einer Bedenkzeit von drei Minuten plus zwei Sekunden Zuschlag pro Zug. Madaminov gewann die erste Partie mit Weiß und setzte Vokhidov damit unter Zugzwang.
In der zweiten Partie ging Vokhidov auf volles Risiko, um den Ausgleich zu erzwingen. Dabei überzog er seine Stellung, und Madaminov nutzte die sich bietenden Chancen konsequent. Mit seinem zweiten Sieg im Stichkampf sicherte er sich den Turniersieg.
Mukhiddin Madaminov is the UzChess Cup Masters champion! pic.twitter.com/nwhDewxs14
— UzchessCup (@UzchessCup) June 15, 2026