Wer bin ich? – Auflösung

von Stefan Löffler
07.02.2026 – Ein festes Element im Schachkalender von Wolf Bōese und Stefan Löffler ist das biografische Rätsel. Gestern fragten wir Sie, welcher Spieler heute einen runden Geburtstag gehabt hätte. Die Auflösung sehen Sie unten ...

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Mark Taimanow zum Hundertsten

Folgendes habe ich bei den Auflösungen im Kalender zur Ergänzung des Rätsels erwähnt:

Mark Taimanov (Foto rechts von Hartmut Metz, Wildbad 1997) kam 1926 in Charkiw zur Welt, lernte im Leningrader Pionierpalast unter Michail Botwinnik und spielte im sowjetischen Jugendfilm „Beethovens Konzert“ (1936) die Hauptrolle. Seine erste Frau Ljubow Bruk und er waren ein gefragtes Klavierduo. Nach seinem 0:6 gegen Bobby Fischer bekam er 1971 ein Reiseverbot auferlegt. Der zweifache Seniorenweltmeister starb mit 90 Jahren.   

In der FAZ-Schachkolumne am Freitag, den 6. Februar 2026, stand außerdem: 

Taimanows erster Sohn Igor wird vom St. Petersburger Rimsky-Korsakow-Konservatorium als Leiter der Abteilung für Klavier-Auftritte und -Lehrtechniken ausgewiesen. 

Nach der Trennung seiner Eltern gab er Konzerte mit seiner Mutter. Nach deren Tod 1996 kam die Idee auf, dass Igor und Mark zusammen auftreten, doch beide waren auf Secundo, also die zweite Stimme spezialisiert, und einer der beiden hätte die erste Stimme (Primo) erarbeiten müssen, wozu es nie kam. Igors Tochter, Marks Enkelin, Kira wurde übrigens auch Konzertpianistin. Sie lebt heute als Kulturvermittlerin in Paris. 

Zudem lieferte auch der Sohn von Mark Taimanov noch weiterführende interessante und ergänzende Einblicke. Igor Taimanov ist Musikprofessor und schreibt über seine Eltern:

Nachdem mein Vater seine Karriere im Klavierduo beendet hatte, versuchte er es mit einer Solokarriere – jedoch ohne Erfolg. Er selbst sagte einmal dazu: 

„Wenn wir zusammen spielen statt getrennt, ist das Ergebnis nicht nur doppelt so gut – es ist zweihundertmal besser!“

Mein Vater war nie als Musiklehrer tätig. Er hatte andere Berufe – Schach und Journalismus. Meine Mutter Lyubov Bruk hingegen war eine hervorragende Pädagogin, insbesondere für Klavierduos – wahrscheinlich war sie die einzige mit einer solchen Reputation in unserem Land.

Meine Eltern waren als Duo sowohl im Spielstil als auch im Repertoire sehr weit entfernt vom bekannten deutschen Duo der Brüder Kontarsky, Alfons und Aloys. Das deutsche Duo galt zu Recht als führend in der musikalischen Avantgarde des späten 20. Jahrhunderts. Sie waren die ersten Interpreten von so bahnbrechenden Werken wie Structures von Pierre Boulez sowie Kompositionen von Mauricio Kagel, Karlheinz Stockhausen und Luciano Berio, die sie in ihrer charakteristischen präzisen und rationalen Art aufführten.

Das Duo Bruk–Taimanov hingegen konzentrierte sich vor allem auf das klassische und romantische Repertoire und zeichnete sich durch einen lyrischen und emotional ausdrucksstarken Stil aus.

Vlastimil Hort hatte als Weltklassespieler Gelegenheit, gegen viele dieser sowjetischen Ausnahmespieler anzutreten und stellt auf dieser DVD Partien und Geschichten der Spieler der goldenen sowjetischen Generation vor.

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Stefan Löffler schreibt die freitägliche Schachkolumne in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und ist in Nachfolge von Arno Nickel Herausgeber des Schachkalender. Für ChessBase berichtet der Internationale Meister aus seiner Wahlheimat Portugal.
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