Dora Peglau bei 2/2, Dippoldiswalde überzeugt
Die Mannschaft aus Dippoldiswalde steht nach zwei Spieltagen bei 4 von 4 möglichen Mannschaftspunkten. Die Aufsteigerinnen traten in der zweiten Runde gegen ein weiteres Aufsteigerteam an, den FC Bayern München und besiegten diese 4,5:1,5. Nachdem Dora Peglau beim Sieg gegen die Schachfreunde Deizisau punktete, gelang ihr dies auch gegen das Team aus München. Damit steht sie bei einer Gewinnrate von 100%! Ihre Schwester Charis Peglau remisierte mit Weiß am ersten Brett gegen Svenja Butenandt – ein Duell der deutschen Juniorinnen! Am zweiten Brett gewann Dora Peglau mit Schwarz gegen Hannah Kuckling. Bis auf Charis und Dora Peglau stehen alle Spielerinnen mit Einsatz am Wochenende aus der Mannschaft bei 1,5 Punkten aus 2 Partien.
Hannah Kuckling 0–1 Dora Peglau
Eine riesige Chance auf einen Sieg hatte zuerst Hannah Kucking gegen Dora Peglau. Schwarz hatte weniger als zwei Minuten Bedenkzeit auf der Uhr und spielte 27...Dxa2. Es folgte 28.Lc6, ein nachvollziehbarer Zug! Weiß wollte eine Qualität gewinnen. Für die Qualität bekam Schwarz aber auch zwei Bauern. Die Engine zeigt entsprechend Ausgleich an.
28.Le2 gefolgt von 29.Lc4 wären notwendig gewesen, um die Partie zu gewinnen. Das Ziel: Den Druck auf f7 zu erhöhen und die Koordinierung der schwarzen Figuren stören. Sobald möglich soll dann auch die vorletzte Reihe mit Schwerfiguren besetzt werden.
Die Partie kippte im Verlauf zum Vorteil für Schwarz. Es gab für Weiß noch eine Chance auszugleichen, die sie jedoch nicht nutzte.
Anstelle von 38.Dd2 hätte 38.Td2 die Stellung ausgeglichen gehalten. Entweder muss die schwarze Dame wegziehen oder die Damen werden getauscht und das Endspiel wird weitergespielt. Nach 38.Dd2 folgte 38...Lc5+ 39.Kh8 und der Todesstoß mit 39...Tf1#. Den Läufer auf c5 kann Weiß nach 38...Lc5+ nicht schlagen, weil dann die Dame ungedeckt ist und geschlagen werden kann. 39.Txc5 ist noch der beste Zug, verlängert das Leiden für Weiß aber auch nur. So bekam das Publikum eine wunderschöne Taktik zu sehen!
Insgesamt haben 7 von 14 Spielerinnen im Dippoldiswalder Kader den Nachnamen Peglau. Am ersten Wochenende lag der Peglau-Anteil im Team bei einem Drittel (2 von 6). Die Zukunft wird zeigen, wie sich der Peglau-Anteil an den kommenden Wochenenden der Frauenbundesliga im November und Februar entwickeln wird.
Die Schachfreunde Deizisau hatten ein schwieriges Wochenende. Zuerst verloren sie gegen die Gastgeberinnen aus Dippoldiswalde – ein Aufsteigerteam – und danach kam es zur 2,5:3,5-Niederlage gegen SC Rotation Pankow, auch ein Aufsteigerteam!
Positiv lässt sich für die Mannschaft aus Deizisau berichten, dass Hanna Marie Klek und Katharina Reinecke jeweils bei 1,5 Punkten aus 2 Partien stehen. Der Elovorteil an den vorderen Brettern konnte den Elonachteil an den hinteren Brettern insofern nicht ausreichend ausgleichen, dass die Spielerinnen an Brett 1 und Brett 2 jeweils Remis spielten, aber die Spielerinnen an Brett 5 und Brett 6 verloren.
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Das Londoner System gehört zu den beliebtesten Eröffnungen auf allen Spielstärken – doch nicht jedes „London“ ist gleich. In diesem Kurs präsentiert Großmeisterin Elisabeth Pähtz das klassische London-System, einen strukturierten und zugleich ambitionierten Ansatz mit frühem Lf4, der zu dynamischen und gehaltvollen Stellungen führt.
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OSG Baden-Baden wird der Favoritenrolle gerecht
Inken Köhler (TuRa) 0–1 Josefine Safarli (Baden-Baden) | Foto: TuRa Schach
In Norderstedt punktete die OSG Baden-Baden 5:1 gegen die Gastgeberinnen TuRa Harksheide. Mit vier Siegen und zwei Remis für die Mannschaft aus Baden-Baden ging der Mannschaftskampf eindeutig aus. Dabei sollte aber nicht über die beiden Remis hinweggesehen werden: Die TuRa-Spielerinnen Julia Antolak und Miruna-Daria Lehaci remisierten jeweils gegen die Favoritinnen mit höherer Elo. Julia Antolak (2283) spielte Remis gegen Ulviyya Fataliyeva (2395) und Miruna-Daria Lehaci (2265) spielte mit Schwarz Remis gegen Elisabeth Pähtz (2404). Beide TuRa-Spielerinnen an Brett 1 und Brett 2 schlossen das Frauenbundesliga-Wochenende damit mit 1,5 Punkten aus 2 Partien ab. Genauso sieht auch der Punktestand ihrer beiden Gegnerinnen vom Sonntag nach dem ersten Wochenende aus.
Julia Antolak (TuRa) gegen Ulviyya Fataliyeva (Baden-Baden) | Foto: TuRa Schach
Miruna-Daria Lehaci hatte in Runde 1 ihren ersten FBL-Einsatz | Foto: TuRa Schach
Emily Rosmait mit Schwarz gegen Sonja Maria Bluhm | Foto: TuRa Schach
An Brett 6 gab es zwischen der OSG Baden-Baden und TuRa Harksheide eine interessante Paarung, die aus außerschachlichen Gründen spannend war. Sonja Maria Bluhm ist u.a. durch ihren Schachpodcast Bluhmecke mit Katharina Reinecke bekannt. Im Podcast spielen sie Schach, diskutieren über Themen aus der Schachwelt und sprechen mit Spielern wie Matthias Blübaum. Vor dem Frauenbundesliga-Wochenende verkündete Emily Rosmait über ein Instagram-Video, dass sie Schach zum Beruf machen möchte. Wie sie sich dies konkret vorstellt, hat sie dabei nicht erwähnt. Dass sie die sozialen Medien für die Verbreitung der Neuigkeiten einsetzt, könnte aber bedeuten, dass sie über eine Rolle als Content Creator im Bereich Schach nachdenkt. Neben dem Gewinnen von Spitzenturnieren als Ausnahmespielerin gibt es ja einige Möglichkeiten, sich mit Schach Geld zu verdienen.
Nach der Niederlage gegen die OSG Baden-Baden setzte der Hamburger SK ein Zeichen im Mannschaftskampf gegen den SK Freiburg-Zähringen 1887. Die Hamburgerinnen traten wieder mit derselben Aufstellung an wie am Vortag und gewannen 4,5:1,5. Lepu Coco Zhou, die am Vortag noch gegen Josefine Safarli gewonnen hatte, überließ das Punkten in dieser Runde ihren Teamkolleginnen. Bergit Barthel vom SK Freiburg-Zähringen gewann mit Schwarz gegen Zhou. Sarah Papp steht nach ihrem Sieg gegen Silvia Paddock nach dem Wochenende nun bei 1,5 Punkten aus 2 Partien und führt damit die Bestenliste nach erreichten Punkten in ihrer Mannschaft an.
Sarah Hund und Monika Socko – Schöne Fenster für Licht im Spielsaal! | Foto: TuRa Schach
Barbara Hund (SK Freiburg-Zährigen) gegen Anna-Maja Kazarian (HSK) | Foto: TuRa Schach
Großmeister Dr. Karsten Müller, einer der führenden Endspielexperten weltweit, vermittelt Ihnen in diesem zweiten Band systematisch alles, was Sie zu Turmendspielen wissen müssen.
Stellen Sie sich vor: Sie haben Ihren Gegner Zug um Zug überspielt, stehen klar besser und dann kippt das Endspiel doch noch ins Remis, - nur weil das entscheidende Theoriewissen gefehlt hat. Genau hier setzt dieser Kurs an. Ohne sicheres Endspielwissen geht es nicht. Gerade das Wissen über Turmendspiele ist unentbehrlich: diese Endspiele treten am häufigsten auf und entscheiden über Sieg oder halben Punkt. Wer hier sattelfest ist, verwandelt Vorteile souverän in Siege!
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SC 1957 Bad Königshofen Teil der Tabellenspitze
Die Gastgeberinnen in Bad Königshofen gewannen am Sonntag ihren zweiten Mannschaftskampf. In der zweiten Runde traten sie gegen den SV Hemer 1932 an und gewannen 4:2. Nur Carmen Voicu-Jagodzinsky (Brett 1) und Alicia Kovalskyy (Brett 6) gewannen ihre Partien für den SV Hemer. Carmen Voicu-Jagodzinsky (2224) gewann mit Schwarz gegen Aleksandra Maltsevskaya (2382) und Alicia Kovalskyy (2145) besiegte Viktoria Radeva (2229). An den vier Brettern dazwischen gewannen die Gastgeberinnen ihre Partien. Der SC 1957 Bad Königshofen befindet sich durch den zweiten Mannschaftssieg mit der OSG Baden-Baden und dem SZ Seeblick Dippoldiswalde an der Tabellenspitze, wobei die anderen beiden Teams bessere Werte bei den Brettpunkten (Zweitwertung) haben.
Ein kurioses Ergebnis wurde beim Mannschaftskampf zwischen der SG Solingen und den Rodewischer Schachmiezen gemeldet. An allen sechs Brettern endeten die Partien in einem Remis. Die Ratingzahlen der Spielerinnen an allen sechs Brettern waren sich so ähnlich, dass die Differenz an jedem Brett geringer als 100 Punkte war. Die meisten Züge wurden in der Partie zwischen Martyna Wikar (Rodewischer Schachmiezen) und Anna Zozulia (SG Solingen) gespielt.
Martyna Wikar gegen Anna Zozulia
In einem Endspiel mit Springer und Bauer gegen Springer fand Zozulia keinen Weg, den Bauern umwandeln zu können und sah letztendlich ein, dass die Partie nicht mehr gewonnen werden konnte und gab ihren Bauern für den weißen Springer ab. Alle weiteren Partien dieses Mannschaftskampfes endeten nach 30 oder weniger Zügen.
DIE SCHACH-HORIZONT-ERWEITERUNG
In ChessBase gibt es immer wieder Ansätze, die typischen Pläne einer Eröffnungsvariante zu zeigen. Zwar ist Schach im Zeitalter der Engines viel konkreter als früher gedacht. Doch gerade Amateure lieben Eröffnungen mit klaren Plänen, siehe Londoner System. In ChessBase ’26 beschäftigen sich gleich drei Funktionen mit der Darstellung von Plänen. Im neuen Eröffnungsreport wird für jede wichtige Variante untersucht, welche Figurenzüge oder Bauernvorstöße darin wichtig sind. In der Referenzsuche sieht man jetzt auf dem Brett, wo die Figuren üblicherweise hingehen. Und startet man die neue Monte-Carlo-Analyse, zeigt auch hier das Brett die häufigsten Figurenpfade.
Tabelle nach Runde 2
Die beiden größten Überraschungen der Tabelle nach der zweiten Runde sind wohl, dass das SZ Seeblick Dippoldiswalde sich als Aufsteiger auf dem zweiten Platz befindet. Gleichzeitig war nicht zu erwarten, dass die Schachfreunde Deizisau mit 0 Mannschaftspunkten auf dem 10. Platz stehen würden. Letzteres ist damit zu erklären, dass die Schachfreunde in den ersten beiden Runden vor allem mit ihren Spielerinnen mit vergleichsweise niedrigen Elowerten angetreten waren.

Miruna-Daria Lehaci remisierte gegen Elisabeth Pähtz, ein starker Neuzugang bei TuRa! | Foto: TuRa Schach
Spielplan der dritten und vierten Runde
Die drei Ausrichter des zweiten Frauenbundesliga-Wochenendes der Saison sind der SV Hemer 1932, die Schachfreunde Deizisau und der Hamburger SK. Die Schachfreunde Deizisau könnten vom Heimvorteil profitieren und ihre Tabellensituation verbessern. Die Spielerinnen aus Dippoldiswalde können in Hamburg zeigen, dass die beiden Mannschaftssiege am ersten Wochenende nicht nur vom Heimvorteil kamen.
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