
Ich gehörte zum Kasparow-Team und habe diese traumatische Niederlage hautnah miterlebt; außerdem habe ich mich mehrfach mit Garry über das Thema Computerintelligenz unterhalten. Hier sind einige Auszüge aus dem WP-Interview – meine Kommentare sind kursiv gedruckt:
Dinge, die wir als schwierig empfinden – wie Rechnen und Schach –, erweisen sich für Maschinen als relativ einfach, während Dinge, die wir als einfach betrachten – also das, was ein Kleinkind mühelos tut, wie Laufen, ein Gesicht erkennen oder einen Gegenstand aufheben –, sich als außerordentlich schwer zu automatisieren erweisen.
Als Wissenschaftsjournalist hatte ich mich jahrelang mit diesem Thema beschäftigt, um eine Dokumentation für den Fernsehsender vorzubereiten – und dabei einige gewagte Vorhersagen getroffen. Mann, habe ich mich geirrt!
Vor fünfzig Jahren galt ein Cray-Supercomputer noch als eines der Weltwunder, doch die Handys in unseren Taschen sind tausendmal schneller. Das Ausmaß der Fortschritte in der KI war damals unvorstellbar. Reine Rechenleistung beherrscht die Welt der KI.
In der Tat. In einem kürzlich erschienenen Artikel auf unserer Nachrichtenseite („Wie viel schneller sind Computer heute?“) habe ich beeindruckende Details dazu vorgestellt.
Maschinen machen Fortschritte, doch die Gefahr geht von Menschen aus – von böswilligen Akteuren. Das Böse bleibt nach wie vor das Monopol des Menschen. Die Maschine ist ein Verstärker. Sie kann das Gute verstärken, aber auch das Böse.
Dies ist das Thema, das derzeit in den Medien allgegenwärtig ist. Führende Experten sagen uns, dass wir in nur wenigen Jahren über künstliche allgemeine Intelligenz (AGI) verfügen werden – digitale Systeme, die bei jeder intellektuellen Aufgabe mit dem menschlichen Denken mithalten oder es sogar übertreffen können. Nicht nur beim Schach, wo sie bereits auf einem Elo-Niveau von 3600 spielen, sondern bei jeder kognitiven Aufgabe, die Menschen ausführen können.