Kasparov über K.I.

von Frederic Friedel
24.08.2026 – 1997 unterlag Weltmeister Garry Kasparov in New York mit 3½:2½ gegen Deep Blue. Es war das erste Mal. dass ein Computer den Weltmeister in einem Wettkampf besiegen konnte. Das Ergebnis war zudem ein historischer Moment, der die weltweite Wahrnehmung der künstlichen Intelligenz grundlegend veränderte. Fast drei Jahrzehnte später hat Kasparov in einem Interview mit der „Washington Post“ seine Sicht auf KI und seine Gedanken zu deren Zukunft dargelegt. Hier sind einige Auszüge.

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Garry Kasparov ist nicht nur einer der besten Schachspieler der Welt, er ist auch ein ausgezeichneter Schachtrainer. Im Rückblick auf seine Karriere zeigt der 13. Weltmeister eine Auswahl seiner besten Partien - mit auch heute noch verblüffenden Ideen

Ich gehörte zum Kasparow-Team und habe diese traumatische Niederlage hautnah miterlebt; außerdem habe ich mich mehrfach mit Garry über das Thema Computerintelligenz unterhalten. Hier sind einige Auszüge aus dem WP-Interview – meine Kommentare sind kursiv gedruckt:

Dinge, die wir als schwierig empfinden – wie Rechnen und Schach –, erweisen sich für Maschinen als relativ einfach, während Dinge, die wir als einfach betrachten – also das, was ein Kleinkind mühelos tut, wie Laufen, ein Gesicht erkennen oder einen Gegenstand aufheben –, sich als außerordentlich schwer zu automatisieren erweisen.

Als Wissenschaftsjournalist hatte ich mich jahrelang mit diesem Thema beschäftigt, um eine Dokumentation für den Fernsehsender vorzubereiten – und dabei einige gewagte Vorhersagen getroffen. Mann, habe ich mich geirrt!

Vor fünfzig Jahren galt ein Cray-Supercomputer noch als eines der Weltwunder, doch die Handys in unseren Taschen sind tausendmal schneller. Das Ausmaß der Fortschritte in der KI war damals unvorstellbar. Reine Rechenleistung beherrscht die Welt der KI.

In der Tat. In einem kürzlich erschienenen Artikel auf unserer Nachrichtenseite („Wie viel schneller sind Computer heute?“) habe ich beeindruckende Details dazu vorgestellt.

Maschinen machen Fortschritte, doch die Gefahr geht von Menschen aus – von böswilligen Akteuren. Das Böse bleibt nach wie vor das Monopol des Menschen. Die Maschine ist ein Verstärker. Sie kann das Gute verstärken, aber auch das Böse.

Dies ist das Thema, das derzeit in den Medien allgegenwärtig ist. Führende Experten sagen uns, dass wir in nur wenigen Jahren über künstliche allgemeine Intelligenz (AGI) verfügen werden – digitale Systeme, die bei jeder intellektuellen Aufgabe mit dem menschlichen Denken mithalten oder es sogar übertreffen können. Nicht nur beim Schach, wo sie bereits auf einem Elo-Niveau von 3600 spielen, sondern bei jeder kognitiven Aufgabe, die Menschen ausführen können.


Between 2004 and 2007 the 13th World Champion Garry Kasparov recorded a large 3-volume Najdorf video course. ChessBase is publishing this great classic in a complete edition in the current ChessBase Media format. Look forward to this classic of chess!



Chefredakteur der englischen ChessBase-Seite. Hat in Hamburg und in Oxford Philosophie und Linguistik studiert und sein Studium mit einer Arbeit über Sprechakttheorie und Moralsprache abgeschlossen. Eine Karriere an der Universität gab er auf, um Wissenschaftsjournalist zu werden und Dokumentationen für das deutsche Fernsehen zu produzieren. Er ist einer der Mitbegründer von ChessBase.
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