Eine intensive Schachwoche im Donauforum der Oberbank in Linz ist zu Ende. Parallel zur geschlossenen Österreichischen Staatsmeisterschaft 2026 wurde das stark besetzte Oberbank Challenger Open ausgetragen. In beiden Turnieren blieb das Rennen um die Spitzenplätze bis zur letzten Runde spannend.
Bei der Österreichischen Staatsmeisterschaft traten zehn qualifizierte Spieler über neun Runden gegeneinander an. Am Ende setzte sich GM Dominik Horvath mit 6,5 Punkten durch und verteidigte damit seinen österreichischen Staatsmeistertitel erfolgreich. Nach Wertung lag er hauchdünn vor IM Laurenz Borrmann, der ebenfalls auf 6,5 Punkte kam. Borrmann krönte seine starke Leistung mit einer Großmeisternorm. Die Bronzemedaille ging an IM Valentin Baidetskyi, der sechs Punkte sammelte.

Obwohl knapp am Meistertitel vorbeigeschrammt, hat Laurenz Borrmann Grund zur Freude: Er blieb ungeschlagen und erzielte ein GM-Norm. | Fotos: Peter Kranzl
Vor der Vorletzten Runde hatte Borrmann noch einen halben Punkt vor Horvath gelegen. Zwei Turmendspiele in dieser Vorschlussrunde sollten aber über die Meisterschaft entscheiden. Während Borrmann eine Gewinnstellung in ein Remis verwandelte, sie dann aber Remis gab, als sie wieder gewonnen war, verlief Horvaths Partie wie eine Bergundtalbahn: Er gab mehrfach eine Gewinnstellung aus der Hand, um letztlich doch zu gewinnen.

Valentin Baidetskyi wurde alleiniger Dritter. | Fotos: Peter Kranzl
Gut und gerne hätte Borrmann also auch mit einem Punkt Vorsprung in die letzten Runde gehen können. Doch beide Spieler gingen punktgleich in Runde 9. Borrmann sicherte sich mit einem Remis die GM-Norm und den Vizemeistertitel. Horvath verteidigte dank der besseren Wertung seinen Meistertitel. Baidetsky verpasste es, mit dem Duo gleichzuziehen – er spielte Remis gegen Peter Balint und wurde alleiniger Dritter.

Das Duell der beiden Topgesetzten Dominik Horvath (links) und Felix Blohberger in Runde 4 endete remis. | Fotos: Peter Kranzl
Felix Blohberger blieb im Turnier unbesiegt. Da er aber vor seinem abschließenden Sieg alle Partien remisierte landete er mit 1,5 Punkten Abstand auf Rang 4. Hier seine Analyse seines Letztrundensieges gegen Lukas Leisch:

Ruben Gideon Köllner gewann das Oberbank Open ungeschlagen. | Foto: Peter Kranzl
117 Spieler spielten im Oberbank-Challenger-Open. Auch hier fiel die Entscheidung erst in der Schlussrunde. IM Ruben Gideon Köllner verteidigte seine Spitzenposition mit einem Remis gegen den erst 15-jährigen Florentin Stickler und gewann das Turnier mit 7,5 Punkten. Dahinter folgte ein Trio mit jeweils sieben Punkten. Jakob Postlmayer belegte aufgrund der Wertung Rang zwei und sicherte sich zugleich den oberösterreichischen Landesmeistertitel. Der 15-jährige Florentin Stickler kam auf einen starken dritten Platz, während David Schernthaner Rang vier belegte. Es folgte ein Feld mit fünf Spielern (je 6,5 Punkte), zu dem die beiden besten Damen gehörten: Olga Badelka auf Platz 6 und Swaminathan Soumya auf Platz 9. Olga Badelka wurde damit Österreichische Frauenstaatsmeisterin vor Veronika Exler und Alina Donets.

Die Top 3 des Rundenturniers und der Damenmeisterschaft, die ins Open integriert war (v.l.n.r.): Veronika Exler, Lauerenz Borrmann, Dominik Horvath, Valentin Baidetskyi, Olga Badelka und Alina Donets. | Fotos: Peter Kranzl
| Rg. | Name | Elo | Pkt. | Wtg1 | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | IM | Koellner, Ruben Gideon | 2531 | 7,5 | 50,5 |
| 2 | IM | Postlmayer, Jakob | 2440 | 7 | 51 |
| 3 | FM | Stickler, Florentin | 2278 | 7 | 49 |
| 4 | FM | Schernthaner, David | 2380 | 7 | 46,5 |
| 5 | FM | Leitgeb, Julian | 2298 | 6,5 | 50,5 |
| 6 | IM | Badelka, Olga | 2416 | 6,5 | 46,5 |
| 7 | IM | Grötz, Harald Mag. | 2221 | 6,5 | 46,5 |
| 8 | Poon, Pak Yu | 2124 | 6,5 | 45 | |
| 9 | IM | Soumya, Swaminathan | 2266 | 6,5 | 42 |
| 10 | MK | Obermayr, Hermann | 2052 | 6 | 47 |
| 11 | CM | Prober, Raphael | 2156 | 6 | 46 |
| 12 | CM | Steinhauer, Artur | 2187 | 6 | 45 |
| 13 | FM | Wendl, Philipp | 2289 | 6 | 44 |
| 14 | WIM | Exler, Veronika | 2167 | 6 | 44 |
| 15 | Kölber, Daniel | 2255 | 6 | 42,5 | |
| 16 | FM | Sandhöfner, Florian | 2222 | 6 | 40,5 |
| 17 | WCM | Sri, Darshini T | 1926 | 6 | 40,5 |
| 18 | CM | Hofstadler, Mario | 2135 | 6 | 40 |
| 19 | Wimmer, Michael | 2111 | 6 | 37,5 | |
| 20 | Mayrhuber, Tobias | 2131 | 6 | 36,5 |
Gespielt wurde wie im Staatsmeisterschaftsturnier mit klassischer Bedenkzeit von 90 Minuten für die ersten 40 Züge, anschließend 30 Minuten plus 30 Sekunden pro Zug. Im Challenger-Open wurde außerdem die österreichische Frauen-Staatsmeisterschaft 2026 ausgespielt. Die drei bestplatzierten Spieler mit österreichischer FIDE-ID erhalten zudem Startplätze in der österreichischen Staatsmeisterschaft des kommenden Jahres. Ausländische Teilnehmer können zwar den Turniersieg und die Open-Preisgelder gewinnen, sind für diese spezielle Qualifikation jedoch nicht zugelassen.