SCC-Finale: Magnus Carlsen gewinnt nur knapp!

von Martina Gerdts
09.02.2026 – Magnus Carlsen und Hikaru Nakamura sind die einzigen beiden Spieler, die je die Speed Chess Championship gewonnen haben. Im Halbfinale sorgte Alireza Firouzja dafür, dass Nakamura beim Finale nur zugucken durfte. Das Finale Firouzja vs. Carlsen gab es auch schon im Vorjahr, aber nie war es so knapp für Magnus Carlsen wie in diesem Finale gegen Alireza Firouzja. Am Ende gewann Magnus Carlsen 15:12 gegen Firouzja. Im Spiel um Platz 3 schaffte Denis Lazavik die Überraschung: Er besiegte Hikaru Nakamura 13,5 zu 12,5 mit einem Punkt Vorsprung. | Foto: Luc Bouchon / chess.com

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Finale: Alireza Firouzja vs. Magnus Carlsen

Die Konstellation Firouzja vs. Carlsen gab es bereits im Vorjahr im Finale der Speed Chess Championship. Anders als im Vorjahr wurde es dieses Jahr aber sehr knapp für Carlsen, um den Wettbewerb zu gewinnen. Im Interview bei der Siegerehrung sagte er, dass es eines der besten Finalrunden für ihn war. Auch ein Magnus Carlsen möchte sich nicht langweilen, indem er alle Spiele gewinnt. Das diesjährige Finale brachte ihm den Reiz, tatsächlich um die Trophäe kämpfen zu müssen.

Den Fans gelingt es, Autogramme zwischen den Runden zu erreichen |
Foto: chess.com / Luc Bouchon

5+1-Statistik: Wer 5+1 gewinnt, gewinnt auch die Speed Chess Championship?

Wer die erste Phase des Finales führt, hat in der Regel einen psychologischen Vorteil. Von so einer Trockenphase zurückzukommen ist dementsprechend für den Gegner keine einfache Aufgabe. Es wundert also wenig, wenn Statistiken zitiert werden, die besagen, dass normalerweise die Person gewinnt, die auch im 5+1-Abschnitt führt. Auch in diesem Finale ging die Vorhersage auf: Magnus Carlsen führte nach der 5+1-Phase und gewann letztendlich auch das Turnier.

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Carlsen vergibt 3+1-Sieg durch Grundreihenblunder

In der letzten Partie vor der Bulletabschnitt des Finales hätte Magnus Carlsen eigentlich seinen Vorsprung ausbauen sollen. Den 5+1-Abschnitt hatte er bereits gewonnen, im 3+1-Abschnitt führte er schon. Doch dann kam der Blunder schlechthin, wodurch der 3+1-Abschnitt unentschieden ausging. Der Bulletabschnitt ist der Bereich der Speed Chess Championship, in dem erwartet wurde, dass Firouzja dort am besten abschneiden würde. Anstelle mit einem angenehmen Punktepuffer in den 1+1-Abschnitt zu gehen, konnte Carlsen nur mit einem Vorsprung von zwei Punkten in die Bulletpartien einsteigen.

Lange nicht mehr geblundert?

In der Bulletphase ging es mit dem fröhlichen Blundern weiter. 

In der zweiten Bulletpartie entwickelte sich ein Turmendspiel mit einem Mehrbauern für Magnus Carlsen in eine Richtung, die ihm nicht gerade entgegenkam.

Tatsächlich wäre die Partie so bereits so gut wie gewonnen gewesen für Firouzja. Der noch schwerwiegendere Fehler folgte aber erst noch: Magnus Carlsen stellte in Zug 80 seinen Turm einzügig ein und konnte damit direkt aufgeben.

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Am Ende scheiterte es Firouzja an der Zeit

Die Besonderheit der Speed Chess Championship, dass für einen gewissen Zeitraum gespielt wird und nicht eine gewisse Partieanzahl, sorgt dafür, dass lange unklar ist, ob es sich bei einer Partie um die letzte Partie in einem Abschnitt handelt oder nicht. So konnte Carlsen beispielsweise in einer Partie bis zum Matt spielen (und seine Zeit langsam ablaufen lassen), als er komplett auf Verlust stand, um dafür zu sorgen, dass Firouzja nicht mehr Partien in der verbleibenden Zeit des Abschnitts reinschieben kann. Dies scheint je nach Umständen eine sinnvolle Strategie zu sein, wenn man führt.

Die vorletzte Bulletpartie war besonders wichtig für Firouzja. Es stand 13,5 zu 11,5. Hätte er diese gewonnen, während noch genügend Zeit gewesen wäre, um eine weitere Partie zu spielen, hätte er noch Chancen auf den Titel gehabt. Eine letzte Partie danach kam auch noch zustande, doch seine Punktzahl war zu dem Zeitpunkt bereits zu gering. Er hätte noch zwei Partien gewinnen müssen und es waren nur noch wenige Sekunden auf der Turnieruhr, wodurch klar war, dass dort keine zweite Partie mehr zustande käme. So einigten sich die beiden Spieler nach Ablauf der Turnieruhr auf ein Remis für die letzte Partie und beendeten so die Speed Chess Championship 2025/2026.

Scoreboard Carlsen vs. Firouzja | Foto und Grafik: Chess.com

Das Match zwischen Magnus Carlsen und Alireza Firouzja ging letztendlich 15 zu 12 aus. Der Verlauf des Finales fühlte sich sehr knapp an. Magnus Carlsens Kommentar dazu, als er darauf angesprochen wurde: "Er hat seit 20 Partien nicht mehr geführt". Soll bedeuten: Firouzja ist dem Ausgleich, nachdem er eine Führung abgegeben hat, hinterhergelaufen, aber hatte diesen gegen Ende des Matches nicht mehr greifen können. Der Sieger war am Ende dann wieder einmal: Magnus Carlsen.

Durch das Erreichen des zweiten Platzes konnte sich Firouzja für die Esports-WM qualifizieren. Im Interview berichtete er, dass ihm dies am wichtigsten gewesen wäre. Alles was danach im Finale passieren hätte können, wäre nur noch die Kirsche auf dem Kuchen gewesen, so Firouzja. Auch erwähnte er, wie sehr ihm das Ambiente mit den lautstarken Fans im Saal gefiele. Die Spieler trugen Kopfhörer während der Partien, dennoch konnten sie die Fans applaudieren. Carlsen merkte an, dass die Fans auch ab und zu für den Favoriten jubeln dürften.

Magnus Carlsen gewinnt Speed Chess Championship Trophäe (Blitz) und sein Name wird in den Naroditsky Cup eingraviert | Foto: Luc Bouchon / chess.com


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Alle Partien Finale: Firouzja vs. Carlsen

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Lazavik besiegt Hikaru Nakamura und erreicht Platz 3

Ein besonders frustrierendes Wochenende muss Hikaru Nakamura gehabt haben. Nakamura allein stellt bereits 50% der Leute dar, die die Speed Chess Championship jemals gewonnen haben. Und dann auf einmal muss er feststellen, dass er beide Tage der 2025/2026-Finals (Sa+So) verloren hat. Gegen Denis Lazavik war Hikaru der absolute Favorit, aber wie auch Carlsen im Endinterview sagte: Lazavik kann Schach spielen und sollte nicht unterschätzt werden. Das Match ging 13,5 zu 12,5 für Lazavik aus, merklich knapp.

Scoreboard Nakamura vs. Lazavik | Grafik und Foto: Chess.com

Anders als bei Firouzja gegen Carlsen gingen zwischen Lazavik und Nakamura besonders die Bulletpartien remis aus. In den letzten 5 Partien gewann Nakamura zweimal und die beiden remisierten dreimal, aber diese Aufholjagd reichte nicht aus. Die Siege, die Lazavik zuvor eingefahren hatte, wogen zu stark gegen Nakamura. 

Diese Stellung kam aus der letzten Partie, die Lazavik gewinnen konnte. Danach war Nakamura nur noch mit dem Gewinnen dran. Reichen sollte es trotzdem nicht für Nakamura. Am Ende gewann Lazavik das Match um den dritten Platz.

Lazavik besiegt Hikaru Nakamura, ein besonderer Tag für ihn | Foto: Luc Bouchon / chess.com

In diesem 60-minütigen Kurs stellt Ihnen IM Andrew Martin eine flexible und erfrischend einfache Eröffnungsvariante vor, mit der Großmeister Hikaru Nakamura zahlreiche beeindruckende Siege errungen hat.
Wenn Santasiere's Folly (1.Sf3 gefolgt von b4) seinen Platz in der Schachfolklore verdient hat, dann verdient Nakamura's Folly (1.Sf3 gefolgt von e3 und möglicherweise b3) sicherlich den gleichen Respekt. In diesem 60-minütigen Kurs stellt Ihnen IM Andrew Martin eine flexible und erfrischend einfache Eröffnungsvariante vor, mit der Großmeister Hikaru Nakamura zahlreiche beeindruckende Siege errungen hat. Mit 1.Sf3 – einem subtilen ersten Zug, der 1...e5 stillschweigend ausschließt – gefolgt von e3 (und manchmal b3) vermeidet Weiß schwere theoretische Kämpfe und versucht stattdessen, die Spannung aufrechtzuerhalten. Die Strategie? Lenken Sie die Partie in ein reichhaltiges Mittelspiel voller Möglichkeiten, während Sie die Untiefen der gängigen Eröffnungstheorie umgehen. Dies ist ein ideales System für praktische Spieler: pflegeleicht, leicht zu erlernen und voller strategischer Raffinessen. Mit nur einem grundlegenden Verständnis der wichtigsten Ideen und Strukturen können Sie konsequent solide und dynamische Stellungen erreichen – mit echten Chancen, Ihren Gegner zu übertrumpfen. Nakamuras Folly: keine Theorie, kein Unsinn, nur gutes Schach. Kostenlose Videovorschau: Einführung
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Alle Partien Match um Platz 3: Nakamura vs. Lazavik


Alle Partien Speed Chess Championship 2025/2026

Format

Die große Besonderheit des Turniers ist das Format! Als Online-Wettkampf gestartet, wird auch in Präsenz an Computerbildschirmen gespielt. Durch die Verteilung der Matches auf den Tag, sammelt sich bei zwei Matches (am Sonntag z.B. Spiel um Platz 3 und Finale) einiges an Zeit an, obwohl es eben Speed Chess ist und weit von klassischem Standardschach entfernt. 

Die Live-Wettkämpfe in London werden im gleichen Format wie die Online-Wettkämpfe ausgetragen:

  • Abschnitt 1: 90 Minuten Blitzschach mit einer Bedenkzeit von 5+1
  • Abschnitt 2: 60 Minuten Blitzschach mit einer Bedenkzeit von 3+1
  • Abschnitt 3: 30 Minuten Blitzschach mit einer Bedenkzeit von 1+1

Die Farben wechseln von Partie zu Partie; der höher gesetzte Spieler beginnt in der ersten Partie jedes Abschnitts mit Weiß. Ein Sieg zählt einen Punkt, ein Remis einen halben Punkt. Für die Wertung werden nur Partien berücksichtigt, die vor Ablauf der jeweiligen Abschnittszeit begonnen wurden. Aufgeben dürfen die Spieler einen Wettkampf nur während der letzten zehn Minuten des 1+1-Abschnitts.

Steht der Wettkampf nach allen drei Abschnitten unentschieden, kommt folgendes Stichkampfverfahren zur Anwendung:

  • Es werden bis zu vier zusätzliche 1+1-Partien gespielt, wobei die Farben weiterhin wechseln.
  • Der Wettkampf endet, sobald ein Spieler in diesem Mini-Match 2½ Punkte erreicht.
  • Besteht danach weiterhin Gleichstand, wird eine einzelne Armageddon-Partie gespielt.

Für die Armageddon-Partie geben beide Spieler verdeckt an, mit wie viel Bedenkzeit sie bereit wären, mit Schwarz zu spielen (maximal fünf Minuten). Der Spieler mit dem niedrigeren Gebot erhält die schwarzen Steine und genau diese Bedenkzeit. Weiß spielt mit den vollen fünf Minuten, muss die Partie jedoch gewinnen, da ein Remis als Sieg für Schwarz gewertet wird.

Spielplan

Samstag: Halbfinale

14 Uhr: Magnus Carlsen vs. Denis Lazavik

19 Uhr: Alireza Firouzja vs. Hikaru Nakamura

Sonntag: Finale und Spiel um Platz 3

14 Uhr: Spiel um Platz 3

19 Uhr: Finale

Preisgeld

Match Gesamt Für den Sieger  Der Rest wird geteilt
Finale $50,000.00 $25,000.00

Nach Siegquote

Spiel um Platz 3 $15,000.00 $7,500.00 Nach Siegquote
Halbfinale $30,000.00 $15,000.00 Nach Siegquote
Viertelfinale $15,000.00 $7,500.00 Nach Siegquote
Letzte 16 $8,125.00 $4,062.50 Nach Siegquote

Martina Gerdts studierte portugiesische und spanische Sprachwissenschaft und arbeitet heute als Sprachdozentin und schreibt über Schach und Sprachen. Einmal für ein Turnier in Paris mit Schach angefangen, ist sie heute als Spielerin aber auch durch ihr Engagement neben dem Brett und ihre schreibenden Aktivitäten im Schach aktiv.
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