Das Viernheimer Ziel: Titelverteidigung
Nach dem 7:1-Sieg am Freitag gegen den SV Erkenschwick legt der SC Viernheim gegen den SC Heimbach-Weis-Neuwied nach und gewinnt 5:3. Dabei verloren die Viernheimer am Samstag keine einzige Partie. Es gab zwei Siege und sechs Remis. Anton Korobov gewann gegen Leon Livaic und Georg Meier besiegte den portugiesischen Großmeister Jorge Joao Viterbo Ferreira. Neben Dennis Wagner (Elo: 2580) trat Viernheim mit sieben Spielern mit einer Elo über 2600 an. Auf der anderen Seite der Bretter saßen zwei Spieler des SC Heimbach-Weis-Neuwied mit einer Elo über 2600, alle weiteren Spieler hatten aber auch eine Elo über 2500.
Vaclav Finek mit Schwarz gegen Alexey Sarana an Brett 3 | Foto: Hans-Joachim Vitz
Der aufsteigende tschechische Jugendstar Vaclav Finek (16 Jare alt) hielt das Remis gegen den 26-jährigen Alexey Sarana, der unter serbischer Flagge für den SC Viernheim spielt. Auch Remis spielte Dennis Wagner (Viernheim) mit Weiß gegen Stepan Zilka (Heimbach-Weis-Neuwied).
An diesem Wochenende tritt der SC Viernheim ohne Dinara Wagner und ohne die 2700er Spitzenspieler an. Chithambaran Aravindh, der an diesem Wochenende an Brett 1 für das Team antritt, ist im Kader nur auf Platz 6 gemeldet.
Der SC Heimbach-Weis-Neuwied tritt an diesem Wochenende beinahe in Spitzenbesetzung an. Es fehlen nur Shant Sargsyan (Listenplatz 1) und Jakub Kosakowski (Listenplatz 8) von den gemeldeten Stammspielern.
Mit zwei Siegen und 12 Brettpunkten führt der SC Viernheim die Tabelle nach zwei Runden an. Momentan hat die Mannschaft zwei Brettpunkte Abstand auf den FC Bayern auf Platz 2 und drei Brettpunkte Abstand auf die OSG Baden-Baden auf Platz 3.
Jorge Ferreira gegen Georg Meier
Mit 34.Sg6+ stellte Weiß seine Chancen auf einen Ausgleich ein. Die Springergabel auf Turm und König sieht gut aus, wenn Weiß aber tatsächlich die Qualität auf f8 nimmt, folgt 35...De1+ und Schwarz gewinnt. Weiß nahm nicht die Qualität und spielte stattdessen 35.Txf5. Müsste Schwarz mit dem Turm zurückschlagen würde die Springergabel Se7+ die weiße Stellung retten (dabei u.a. auch e3 decken). Schwarz spielte jedoch 35...Dxe3+ zuerst und konnte im weiteren Spielverlauf auf Bauernjagd gehen. So gewann Georg Meier mit Schwarz gegen Jorge Ferreira.
Nominell hatte der SV Werder Bremen einen Vorteil im Mannschaftskampf gegen den SV Erkenschwick. Werder Bremen trat mit drei Spielern mit einer Elo über 2600 an, aber auch die Erkenschwicker Spieler können natürlich Schach spielen. So gewann der Internationale Meister Robert Ris vom SV Erkenschwick beispielsweise gegen den jungen argentinischen Starspieler Faustino Oro, der ein Werderaner Neuzugang ist. Am Ende gewannen Velimir Ivic und Ihor Samunenkov gegen Toms Kantans und Arthur de Winter, wodurch Werder Bremen gerade so 4,5:3,5 gegen den SV Erkenschwick gewann. Nachdem der SC Viernheim 7:1 gegen die Erkenschwicker am Vortag gewonnen hatte, hatten sich die Werder-Spieler den Mannschaftskampf vielleicht einfacher vorgestellt. Collin Colbow, ein sogenanntes Bremer Eigengewächs, spielte Remis gegen Mykola Korchynskyi. Korchynskyi wiederum hatte bei den Dortmunder Schachtagen Remis gegen Matthias Blübaum gespielt, wie ChessBase berichtete.
Collin Colbow an Brett 6 gegen Mykola Korchynskyi | Foto: Hans-Joachim Vitz
Auch Zahar Efimenko, der Bundestrainer der deutschen Frauennationalmannschaft, spielte für Werder Bremen Remis. Sein Gegner war Friso Nijboer, der 109 Elopunkte weniger hat als Efimenko.
Colbow gegen Korchynskyi
In dieser Stellung hätte 20.b4 dem Bremer Spieler Collin Colbow den Vorteil mit Weiß erhalten. Er schränkt den schwarzfeldrigen Läufer weiter in seiner Bewegungsfreiheit ein. Stattdessen spielte er 20.Lb4 und lud damit Korchynskyi dazu ein, seinen schwachen Läufer abzutauschen. Diese Einladung konnte der Spieler des SV Erkenschwick nicht ablehnen und ging den Abtausch ein. Colbow hatte noch ein paar weitere Stellungen mit leichtem Vorteil in dieser Partie, zu einem Sieg reichte es jedoch nicht.
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Videobeispiel: Einführung
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Bayern München entscheidet Nachbarschaftskampf für sich
Mit einem 5:3-Sieg gegen die MSA Zugzwang katapultierte sich der FC Bayern München auf Platz 2 der Tabelle nach Runde 2. In der vorherigen Runde gewannen sie gegen den Hamburger SK, wodurch sie zu den drei Mannschaften gehören, die bei 2 Siegen aus 2 Runden stehen. Am Spitzenbrett verlor Kirill Alekseenko vom FC Bayern gegen Pavel Eljanov, der Spitzenspieler der MSA Zugzwang. Dies wurde durch Siege von Pouya Idani gegen Robert Hovhannisyan, Felix Blohberger gegen David Shengelia und von Matic Lavrencic gegen Stefan Kindermann wettgemacht.
Blohberger mit Weiß gegen Shengelia im österreichischen Duell | Foto: Reinhard Ahrens
Der amtierende deutsche Meister Leonardo Costa spielte an Brett 3 Remis gegen Nijat Abasov. Wie Sitznachbar Dominik Horvath steht Costa bei zwei Remis aus zwei Runden. Stefan Kindermann, der in der zweiten Runde seine Partie verlor, wird in der dritten Runde aussitzen. Dafür tritt Robert Zysk für ihn an.
Während der Spieltag in München für den FC Bayern München und die MSA Zugzwang ein Heimspiel ist (Gastgeber ist offiziell die MSA Zugzwang), trafen sich die Hamburger Mannschaften weit weg von ihren Vereinsstandorten. Das Duell zwischen dem Hamburger SK und dem FC St. Pauli wurde friedlich mit einem 4:4 und acht Einzelremis beendet. Frederik Svane, der bei der Schacholympiade in Samarkand Einzelgold für seine Leistungen erreichte, trat an Brett 1 für den Hamburger SK gegen Richard Rapport vom FC St. Pauli an.
Pauli-Neuzugänge Rapport und Venkatesh gegen die Svane-Brüder | Foto: Reinhard Ahrens
Anders als Magnus Carlsen scheint Rapport zu den Starspielern vom FC St. Pauli zu gehören, die tatsächlich an Spieltagen teilnehmen. Rapport und Venkatesh Pranav haben an diesem Wochenende ihr Debüt. Gegen die Svane-Brüder spielten sie beide Remis. Die drei dänischen Großmeister Jonas Bjerre (seit 2024/25), Jesper Sondergaard Thybo und Mads Andersen (beide seit 2025/26) sind schon seit ein bis zwei Jahren für den FC St. Pauli in der Bundesliga aktiv. Bartosz Socko, Igor Janik und Teamkapitän Benedict Krause sind die drei Spieler mit Einsatz an diesem Samstag, die auch schon für die erste Mannschaft des FC St. Pauli spielten, als diese noch in der 2. Bundesliga war. In der dritten Runde kann das Team des FC St. Pauli den FC Bayern München von ihrem Siegeszug abbringen.
Neuzugang beim Hamburger SK ist Tamas Banusz, der wie Richard Rapport direkt zum ersten Wochenende dabei ist. Bei Niclas Huschenbeth und Rasmus Svane vom Hamburger SK gibt es die Möglichkeit, dass sie ihre Partien in YouTube-Videos besprechen könnten. Der ungarische Großmeister Gabor Papp ist mittlerweile auch Teamchef für die erste Mannschaft vom Hamburger SK in der Frauenbundesliga. Seine Ehefrau Sarah Papp hatte in der Saison 2018/19, damit vor Gabor Papp, ihren ersten (aber einzigen) Einsatz im HSK-Bundesligateam, wo sie mit einem Sieg 100% erreichte. Gabor Papp kam 2021/22 als Neuzugang ins Team.
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Verstärkung durch Blübaum zahlt sich aus
Matthias Blübaum feiert an diesem Wochenende seinen Einstand bei de OSG Baden-Baden. Zusammen mit Dmitrij Kollars wechselte er von den Schachfreunden Deizisau, die ihr Team aus der Bundesliga abgemeldet hatten, zur OSG Baden-Baden. Während Kollars an diesem Wochenende mit der deutschen Hochschulmannschaft zur Hochschul-WM in China ist, sitzt Blübaum für die OSG Baden-Baden bereits an diesem Wochenende am Brett. Am Spitzenbrett trat Spitzenspieler Maxime Vachier-Lagrave mit Schwarz gegen Schachlegende Vasyl Ivanchuk an. Die Partie endete in einem Remis. Blübaum spielte daneben an Brett 2 gegen Andreij Volokitin und gewann mit Weiß. Sein Teamkollege aus der Nationalmannschaft, Alexander Donchenko, gewann an Brett 5 mit Schwarz gegen Jakub Seeman vom SC Remagen Sinzig. Mittlerweile besteht die deutsche Nationalmannschaft vor allem aus Spielern der OSG Baden-Baden und des Hamburger SK (und Dennis Wagner vom SC Viernheim).
Blübaum feierte am Freitag seinen Einstand für die OSG Baden-Baden | Foto: Sven Noppes
David Navara führt an diesem Wochenende die SG Solingen an. Er remisierte mit Schwarz gegen Sunilduth Lyna Narayanan vom SV Deggendorf. Zwischen den Runden am Freitag und Samstag gab es bei der SG Solingen einen Wechsel in der Aufstellung. Am letzten Brett hatte Forian Handke seinen ersten Einsatz des Wochenendes. Der Großmeister mit einer Elo von 2517 hatte 690 Elopunkte mehr als seine 15-jährige Gegnerin Nataliya Movchan (1827). Movchan ist an diesem Wochenende die einzige weibliche Person, die in der Bundesliga aufgestellt wurde. Über einen Jugendplatz kam sie in den Deggendorfer Kader.
Alexander Krastev (Brett 7) und Florian Handke (Brett 8) gewannen die entscheidenden Partien für die SG Solingen gegen Dominic Wisnet und Nataliya Movchan. Zum Deggendorfer Kader gehört u.a. auch der indische Spitzenspieler Arjun Erigaisi an Listenplatz 1.
SK Kirchweyhe und SF Bad Mergentheim Teil der Verfolgergruppe
Der SK Kirchweyhe, die SF Bad Mergentheim und der FC St. Pauli haben nach der zweiten Runde jeweils drei Punkte und bilden damit die Verfolgergruppe hinter den drei Spitzenteams mit vier Mannschaftspunkten. Der SK Kirchweyhe besiegte den Düsseldorfer SK 5:3 mit Siegen durch Samvel Ter-Sahaksyan, Ante Brkic und Hrvoje Stevic. Beim Düsseldorfer SK hat Philipp Leon Klaska mit 1,5 Punkten aus zwei Partien am letzten Brett bisher am besten gepunktet. Der Fide-Meister nimmt einen der Jugendplätze im Kader des Düsseldorfer SK ein.
Erik van den Doel (Brett 5) war Favorit gegen Alexander Berelowitsch | Foto: Jan Werner
Die SF Bad Mergentheim mussten gegen die SF Berlin einen Mannschaftspunkt abgeben, wodurch sie "nur noch" zur Verfolgergruppe hinter der Tabellenspitze gehören. Die Aufsteiger stehen bei 3 Mannschaftspunkten. In der dritten Runde duellieren sie sich gegen den SK Kirchweyhe, die auch bei 3 Mannschaftspunkten stehen.
Stefan Kindermann erklärt, wie man allgemeine Regeln im Leben wie im Schach gleichermaßen mit Erfolg anwenden kann.
Tabelle nach Runde 2
Vier Mannschaften haben bisher noch keine Mannschaftspunkte ergattern können. Die dritte Runde wird zeigen, ob dies bis zum nächsten Bundesliga-Wochenende so bleiben wird. Die MSA Zugzwang, der Düsseldorfer SK, der SV Deggendorf und die Aufsteiger vom SV Erkenschwick 1923 stehen mit null Mannschaftspunkten am Tabellenende. Die MSA Zugzwang spielt am Sonntag gegen den Hamburger SK, der bisher auch erst einen Mannschaftspunkt hat. Am selben Spielort, in München, tritt der FC St. Pauli gegen den FC Bayern München an. Eines der Verfolgerteams mit 3 Mannschaftspunkten hat damit die Möglichkeit, mit einem Sieg ein Team der Tabellenspitze zu überholen. Die Titelverteidiger vom SC Viernheim spielen in Runde 3 gegen Werder Bremen und die OSG Baden-Baden könnte das Deggendorfer Problem am Tabellenende vergrößern. Es sind aber auch erst zwei Spieltage von insgesamt 15 Runden gespielt. Noch ist alles möglich.
Runde 3 beginnt am Sonntag bereits um 10 Uhr. Es wird wieder Livestreams vom SC Viernheim, von den Gastgebern des Münchener Spieltages und vom Deutschen Schachbund geben.
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