Nach der Partie erklärte van Foreest, dem bis dahin in Saint Louis wenig geglückt war, seine Eröffnungswahl: "Let’s at least do something fun in the last game". Die Idee, Königsgambit zu spielen, hatte sein Bruder Lucas am Abend zuvor.
Keymer war überrascht. Und da er das Königsgambit in einer Turnierpartie mit klassischer Bedenkzeit noch nie auf dem Brett gehabt hatte, verbrauchte er für die ersten Züge viel Zeit. "Objektiv ist das keine besonders gute Variante", erklärte Keymer nach der Partie. "Heute wäre ein Sieg natürlich schön gewesen, allerdings wäre eine Niederlage sehr viel schlimmer gewesen."
Also verzichtete Keymer auf scharfe und prinzipielle Fortsetzungen und im 39. Zug wurde die Partie durch Zugwiederholung remis. Dieses Remis genügte Keymer, um sich für das Finale der Grand Chess Tour zu qualifizieren, denn Wesley So hatte keine Probleme, gegen Javokhir Sindarov mit Weiß sicher Remis zu halten. "Zum Glück hatte ich Weiß. Ich konnte tauschen, tauschen, tauschen", meinte So nach der Partie.
"Ich bin wirklich erleichtert", sagte Keymer nach seiner Qualifikation. "Ich habe mir das Leben extrem schwer gemacht, als ich gegen Javokhir verloren habe."

Der Endstand der Gesamtwertung der Grand Chess Tour - die ersten vier qualifizieren sich für das Finale. | Quelle: Grand Chess Tour
Die Partie zwischen van Foreest und Keymer war die letzte des Turniers, nach kurzer Pause spielten So und Praggnanandhaa dann einen Stichkampf um den Turniersieg. Die ersten beiden Schnellschachpartien mit einer Bedenkzeit von 10+5 endeten remis, und so musste die Entscheidung im Armageddon fallen.
Praggnanandhaa gewann den Losentscheid und wählte Weiß: Er bekam fünf Minuten, So vier, Inkrement gab es erst nach 60 Zügen. Nach der Partie erklärte Praggnanandhaa, wie er diesen Zeitvorteil nutzen wollte: "Ich wollte ihn einfach über die Zeit heben, und fast hätte es geklappt."

Stichkampf um den Titel: Praggnanandhaa gegen So | Foto: Lennart Ootes
Allerdings hatte Praggnanandhaa nicht nur Zeitvorteil, sondern auch gute Chancen, die Partie "regulär" zu gewinnen. Aber er verpasste zahlreiche Chancen und So konnte sich verteidigen und in ein Remisendspiel abwickeln.
Doch gleich nach der Partie konnten die beiden miteinander scherzen. "Du kannst dieses Jahr nicht alle Turniere gewinnen!", meinte So zu Praggnanandhaa, der Scherz und Niederlage gelassen nahm. "Natürlich ist es enttäuschend, dem Sieg so nahe gewesen zu sein, aber ich freue mich über die Qualifikation für das GCT-Finale", erklärte er.

Gut gelaunt trotz Niederlage: Praggnandhaa scherzt nach der Partie mit Wesley So. | Foto: Lennart Ootes

Für Wesley So war es der dritte Sieg im Sinquefield Cup. | Foto: Lennart Ootes
Das GCT-Finale beginnt am Samstag. Mit dabei sind Praggnanandhaa, So, Caruana und Keymer.