So gewinnt den Sinquefield Cup, Keymer erreicht GCT-Finale

von Johannes Fischer
20.08.2026 – Wesley So hat den Sinquefield Cup 2026 gewonnen, es war sein dritter Sieg beim Sinquefield Cup überhaupt. Da alle fünf Partien der neunten Runde mit Remis endeten, waren Praggnanandhaa und So am Ende punktgleich Erste und mussten im Stichkampf um den Turniersieg spielen. So gewann im Armageddon. Vincent Keymer hatte in der letzten Runde Schwarz gegen Jorden van Foreest, der ihn mit dem Königsgambit überraschte. Doch Keymer umschiffte alle Klippen der zweischneidigen Eröffnung und sicherte sich mit einem Remis die Teilnahme am Finale der Grand Chess Tour. | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour

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Ergebnisse

Nach der Partie erklärte van Foreest, dem bis dahin in Saint Louis wenig geglückt war, seine Eröffnungswahl: "Let’s at least do something fun in the last game". Die Idee, Königsgambit zu spielen, hatte sein Bruder Lucas am Abend zuvor.height="1"

Keymer war überrascht. Und da er das Königsgambit in einer Turnierpartie mit klassischer Bedenkzeit noch nie auf dem Brett gehabt hatte, verbrauchte er für die ersten Züge viel Zeit. "Objektiv ist das keine besonders gute Variante", erklärte Keymer nach der Partie. "Heute wäre ein Sieg natürlich schön gewesen, allerdings wäre eine Niederlage sehr viel schlimmer gewesen."

Also verzichtete Keymer auf scharfe und prinzipielle Fortsetzungen und im 39. Zug wurde die Partie durch Zugwiederholung remis. Dieses Remis genügte Keymer, um sich für das Finale der Grand Chess Tour zu qualifizieren, denn Wesley So hatte keine Probleme, gegen Javokhir Sindarov mit Weiß sicher Remis zu halten. "Zum Glück hatte ich Weiß. Ich konnte tauschen, tauschen, tauschen", meinte So nach der Partie.

"Ich bin wirklich erleichtert", sagte Keymer nach seiner Qualifikation. "Ich habe mir das Leben extrem schwer gemacht, als ich gegen Javokhir verloren habe."

Grand Chess Tour 2026

Der Endstand der Gesamtwertung der Grand Chess Tour - die ersten vier qualifizieren sich für das Finale. | Quelle: Grand Chess Tour

Die Partie zwischen van Foreest und Keymer war die letzte des Turniers, nach kurzer Pause spielten So und Praggnanandhaa dann einen Stichkampf um den Turniersieg. Die ersten beiden Schnellschachpartien mit einer Bedenkzeit von 10+5 endeten remis, und so musste die Entscheidung im Armageddon fallen.

Praggnanandhaa gewann den Losentscheid und wählte Weiß: Er bekam fünf Minuten, So vier, Inkrement gab es erst nach 60 Zügen. Nach der Partie erklärte Praggnanandhaa, wie er diesen Zeitvorteil nutzen wollte: "Ich wollte ihn einfach über die Zeit heben, und fast hätte es geklappt."

Praggnanandhaa Rameshbabu, Wesley So

Stichkampf um den Titel: Praggnanandhaa gegen So | Foto: Lennart Ootes

Allerdings hatte Praggnanandhaa nicht nur Zeitvorteil, sondern auch gute Chancen, die Partie "regulär" zu gewinnen. Aber er verpasste zahlreiche Chancen und So konnte sich verteidigen und in ein Remisendspiel abwickeln.

Doch gleich nach der Partie konnten die beiden miteinander scherzen. "Du kannst dieses Jahr nicht alle Turniere gewinnen!", meinte So zu Praggnanandhaa, der Scherz und Niederlage gelassen nahm. "Natürlich ist es enttäuschend, dem Sieg so nahe gewesen zu sein, aber ich freue mich über die Qualifikation für das GCT-Finale", erklärte er.

Praggnanandhaa Rameshbabu, Wesley So

Gut gelaunt trotz Niederlage: Praggnandhaa scherzt nach der Partie mit Wesley So. | Foto: Lennart Ootes

Wesley So

Für Wesley So war es der dritte Sieg im Sinquefield Cup. | Foto: Lennart Ootes

Das GCT-Finale beginnt am Samstag. Mit dabei sind Praggnanandhaa, So, Caruana und Keymer.

Schlussstand nach 9 Runden

Playoff-Partien

Partien

Italienisch gilt als gediegener Partieanfang, bei dem wenig Figuren getauscht werden und gehaltvolle Stellungen entstehen, in denen es mehr auf Pläne ankommt als auf forcierte Varianten. So zeigt hier die Pläne aus schwarzer Sicht.

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Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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