Magnus Carlsen, am 30.November 1990 in Tønsberg, in der Nähe von Oslo geboren, lernte im Alter von fünf Jahren die Schachregeln, interessierte sich aber bekanntlich nicht besonders für das Spiel. Irgendwann erwachte in ihm jedoch der Ehrgeiz und er wollte seine ältere Schwester Ellen (Danke, Ellen!) besiegen. Der begabte Junge, mit einem bemerkenswerten Gedächtnis ausgestattet, begann sich für das Spiel näher zu interessieren und begann mit dem Turnierschach. Im Sommer 1999 nahm er in der Kindergruppe der Norwegischen Meisterschaften teil und erzielte immerhin schon ein positives Ergebnis.

So fing es an. | Foto: Hun on Chess
Das hatte ihm offenbar Spaß gemacht, denn gleich danach spielte er auch noch ein Turnier in Gausdal mit. Schon im Januar 2000 kehrte Magnus Carlsen, inzwischen neun Jahre alt, nach Gausdal zurück, vermutlich von seiner Familie begleitet, und absolvierte ein weiteres Turnier. In den nächsten Wochen folgten weitere Turnierteilnahmen und im Sommer 2000 befand sich Magnus Carlsen wieder in Gasudal und spielte hier das Peer Gynt Open mit.
Das Turnier ist nach der Sagen- oder Märchenfigur Peer Gynt benannt, einem einsamen Jäger in den Wäldern des alten Norwegens, der verschiedene Heldentaten vollbracht, zum Beispiel Milchmädchen vor Trollen retten und solche Dinge.
Als Magnus Carlsen 2000 in Gausdal beim Peer Gynt Open mitspielte, waren die Trolle schon alle verschwunden. Auch Arnold Eikrem (1932-1995) hatte schon das Zeitliche gesegnet.
Eikrem stammte aus Trondheim und war in seiner Jugend ein talentierter Schachspieler. Dann verlegte er sich aber auf den Schachjournalismus und vor allem auf die Organisation von Schachturnieren. Eikrem gründete in Trondheim einen Schachklub. Von 1957-1959 wurde er erstmals zum Präsidenten des Norwegischen Schachverbandes gewählt. Von 1970 bis 1979 übte er das Amt erneut aus.

Arnold Eikrem
Eikrems bedeutendste Leistung für die Popularisierung des Schachs in Norwegen war die Organisation von unzähligen Turnieren im Gausdal Høifjellshotel. Eikrem machte den Ort in der Nähe des Wintersportzentrums Lillehammer mit seinen zahlreichen Turnieren zum Wallfahrtsort nicht nur der europäischen Schachfreunde.
Zwischen 1970 und seinem Todesjahr 1996 organisierte Arnold Eikrem 187 Turniere in Gausdal, mit Titeln wie "Arnold Cup", "Troll Masters" oder "Peer Gynt Open" und darüber hinaus noch weitere Turniere an anderen Orten in Norwegen. Arnold Eikrem ist der Peer Gynt der norwegischen Schachgeschichte.
Am 31. Juli 2000 hatte Eikrem gerade ein neues Turnier gestartet, ein Peer Gynt Open, und Magnus Carlsen, neun Jahre alt, mit einer Wertungszahl von 904, nahm daran teil. In Runde eins hatte Carlsen mit den schwarzen Steinen gegen Aksel Brasoy verloren, 24 Jahre alt, der mit einer Wertungszahl von 1590 deutlich stärker war als Magnus Carlsen.

Doch in der zweiten Runde konnte Magnus Carlsen die Scharte auswetzen. Diesmal traf er auf einen gleichaltrigen Spieler, nur ein paar Wochen älter als er selber. Sein Gegner war der ebenfalls neunjährige Jonathan Carlstedt, der mit seinem Vater aus Hamburg angereist war, um in Gausdal auch seine ersten Schachsporen zu verdienen. Aber nicht gegen Magnus Carlsen.
Und so lief die die Partie der beiden neunjährigen Kinder:
Magnus Carlsen wurde wie bekannt Weltmeister und der wohl beste Spieler der Schachgeschichte. Jonathan Carlstedt wurde ebenfalls Schachgroßmeister, arbeitet zudem als Schachtrainer, Autor und Schachjournalist. Die Niederlage hat er gut weggesteckt.
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