Lazavik triumphiert
Die drei vorne liegenden Spieler mussten in der letzten der 9 Runden allesamt mit Schwarz antreten. In der Runde zuvor hatte Denis Lazavik sich die beste Ausgangsposition für das Finale gesichert: Er gewann mit Weiß gegen Sauat Nurgaliyev, während der bis dahin mit ihm führende Daniil Dubov gegen Aram Hakobyan keinen Vorteil herausarbeiten konnte. Da Shamsiddin Vokhidov, der nach sieben Runden einen halben Punkt hinter Lazavik und Dubov lag, gegen das Schlusslicht Alua Nurman gewann, ging Lazavik mit einem halben Zähler Vorsprung auf das Verfolgerduo in die letzte Partie.
Runde 8:
| Br. |
Nr. |
Elo |
|
|
Weiß |
Ergebnis |
|
Schwarz |
|
Elo |
Nr. |
| 1 |
10 |
2451 |
|
IM |
Smirnov, Mark |
½ - ½ |
GM |
Muradli, Mahammad |
|
2662 |
9 |
| 2 |
1 |
2654 |
|
GM |
Dubov, Daniil |
½ - ½ |
GM |
Hakobyan, Aram |
|
2638 |
8 |
| 3 |
2 |
2636 |
|
GM |
Lazavik, Denis |
1 - 0 |
IM |
Nurgaliyev, Sauat |
|
2526 |
7 |
| 4 |
3 |
2649 |
|
GM |
Vokhidov, Shamsiddin |
1 - 0 |
IM |
Nurman, Alua |
|
2460 |
6 |
| 5 |
4 |
2474 |
|
GM |
Mamedov, Edgar |
½ - ½ |
GM |
Makhnev, Denis |
|
2581 |
5 |
Da die drei Führenden alle mit Schwarz um den ersten Platz kämpfen mussten, konnte ein furioses Finale erwartet werden. Die nominell schwierigste Aufgabe hatte dabei Dubov, der gegen den an 1 gesetzten Mahammad Muradli antreten musste. Zwar hatte der 23-jährige Aserbaidschaner, der 2015 die U12-WM gewann, mit zwei Siegen und zwei Niederlagen bei vier Punkteteilungen bislang kein gutes Turnier, doch es gelang ihm problemlos die Partie zu einem Remis im 31. Zug abzuwickeln – es war ein chancenloses Turmendspiel mit jeweils drei Bauern auf dem Königsflügel entstanden.
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Ebenfalls aus dem Rennen war nach seiner Niederlage gegen Nurgaliyev, den Lazavik in der Runde zuvor geschlagen hatte, der gerade zum zweiten Mal Olympiasieger gewordene Vokhidov. Schnell kippte die Sizilianische Partie zugunsten des 16-jährigen Kasachen. Der verwertete den Vorteil trotz der hohen taktischen Anforderungen souverän. Nach einem Turnier mit vier Remis und vier Niederlagen, konnte Nurgaliyev so noch einen wichtigen Beitrag zur Titelvergabe beisteuern – sehr zur Freude von Lazavik:
Es fehlte also nur noch ein halber Punkt für Lazavik zum Titel. Und tatsächlich musste er auch am längsten kämpfen. Lange drückte Hakobyan, um im Endspiel mit Springer und Läufer auf beiden Seiten nachzuweisen, dass der vereinzelte schwarze Bauer ein Problem darstellt. Doch das gelang ihm nicht und die Partie endete nach einer stets ausgeglichenen Partie und 58 Zügen Remis. Lazavik hatte also einen halben Punkt mehr als Dubov und der wiederum einen halben mehr als Vokhidov und Smirnov.

Riesenerfolg für den 19-jährigen Minsker in Almaty: Der Experte für kurze Disziplinen – er war nach seinem Sieg gegen Hikaru Nakamura Finalist beim diesjährigen Esports-Worldcup, unterlag aber Magnus Carlsen – ist auch sehr stark im klassischen Schach: 2023 qualifizierte er sich für das Finale der Champions Chess Tour und 2025 gewann er das Abu Dhabi Masters. | Foto: Lennart Ootes
Runde 9:
| Br. |
Nr. |
Elo |
|
|
Weiß |
Ergebnis |
|
Schwarz |
|
Elo |
Nr. |
| 1 |
5 |
2581 |
|
GM |
Makhnev, Denis |
0 - 1 |
IM |
Smirnov, Mark |
|
2451 |
10 |
| 2 |
6 |
2460 |
|
IM |
Nurman, Alua |
½ - ½ |
GM |
Mamedov, Edgar |
|
2474 |
4 |
| 3 |
7 |
2526 |
|
IM |
Nurgaliyev, Sauat |
1 - 0 |
GM |
Vokhidov, Shamsiddin |
|
2649 |
3 |
| 4 |
8 |
2638 |
|
GM |
Hakobyan, Aram |
½ - ½ |
GM |
Lazavik, Denis |
|
2636 |
2 |
| 5 |
9 |
2662 |
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GM |
Muradli, Mahammad |
½ - ½ |
GM |
Dubov, Daniil |
|
2654 |
1 |
Petroff oder auch Russisch genannt ist bekannt für ihre Solidität und strategische Vollkommenheit und war ein Grundpfeiler im Repertoire von Elite-Großmeistern wie Fabiano Caruana und Ian Nepomnjaschtschi bei Ihren Teilnahmen an Kandidatenturnieren.
Die Russische Verteidigung (Petroff) gehört seit langem zu den zuverlässigsten Waffen gegen 1.e4. Doch Petroff ist viel mehr als nur eine Remiswaffe.
Beispielvideo: Introduction
Beispielvideo: 3.Nxe5 d6 - 4th Move Alternatives
Gelungenes Heimspiel: GM-Norm für Smirnov
Letzteres ist besonders bemerkenswert. Denn Mark Smirnov war mit 14 Jahren der jüngste aller Teilnehmer. Gleich zu Beginn musste die große Nachwuchshoffnung Kasachstans mit Schwarz gegen den an 2 gesetzten und sehr erfahrenen Dubov antreten. Er verlor diese Partie klar, konnte sich aber gut davon erholen: Der Ratingschwächste im Feld schlug zunächst seine Landsfrau Nurman, remisierte dann mit Schwarz gegen den späteren Turniersieger Lazavik. In Runde 4 gewann der in Almaty geborene U12-Weltmeister von 2024 und U14-Titelträger von 2025 gegen den nur zwei Jahre älteren Nurgaliyev. Ein zweites – und letztes – Mal musste sich der seit letztem Jahr den IM-Titel tragenden Smirnov in Runde 5 geschlagen geben. Vokhidov erwies sich als zu stark. Mit zwei Remis gegen Hakobyan und Muradli sowie zwei Schwarzsiegen gegen seine Landsmänner Edgar Mamedov und Denis Makhnev beendete er das Turnier furios. Seine Ergebnisse entsprechen einer Turnierleistung von 2666 Punkten und lassen seine Elo von 2451 auf 2477 ansteigen. Der GM-Titel könnte also in nicht allzu ferner Zukunft folgen.
Tabelle nach Runde 9
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Turnierbilanz
Aus Ausrichtersicht überragt die GM-Norm und der geteilte vierte Platz von Smirnov alles andere. Das Konzept fünf junge und starke einheimische Spieler mit fünf ebenfalls noch jungen, aber bereits etablierten ausländischen Großmeistern in einem Rundenturnier antreten zu lassen, hat sich bewährt. Neben Smirnovs GM-Norm und Nurgaliyevs Letztrundensieg setzten auch der 16-jährige Mamedov und der zehn Jahre ältere Makhnev dauerhafte Ausrufezeichen, indem sie sich anfangs gemeinsam an die Tabellenspitze spielten. Zum Turnierende ging ihnen allerdings die Puste etwas aus. Ein Eloplus konnten dennoch beide verbuchen. Nicht so gut lief es hingegen für Nurgaliyev (abgesehen von der letzten Runde) und Nurman, die als einzige weibliche Teilnehmerin lediglich zwei Remis erreichen konnte.
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Alua Nurman hatte wenig zu lachen beim Turnier in Almaty. | Foto: Nils Rohde
Partien
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