Eröffnungen trainieren mit "Let´s Check" und dem ChessBase Magazin

von Martin Fischer
27.03.2019 – Nicht für jede Analyse müssen Sie Ihre eigene Engine anwerfen, es geht komfortabler und besser, gerade im Eröffnungsbereich: Kennen Sie Let’s Check? In dieser ChessBase Online-Datenbank sind ca. 1 Million Stellungen abrufbar mit extrem tiefen Analysen; jeden Tag werden 40.000 neue Analysen von Usern mit Top-Engines und sehr starker Hardware gespeichert. Mit ChessBase 15 haben Sie jeder Zeit Zugriff auf diese Analysen. Mit dieser Form der "Schwarmintelligenz" stehen Ihnen jederzeit hochwertige Analysen zur Verfügung, so dass Sie häufig viel schneller zu viel besseren Ergebnissen kommen als mit der eigene Engineanalyse. ChessBase Seminarleiter Martin Fischer erklärt, wie Sie mit den spannenden Eröffnungsempfehlungen aus dem ChessBase Magazin und Let’s Check Ihr Repertoire pflegen und neue scharfe Varianten entdecken! | Grafik: ChessBase

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ChessBase-Magazin Eröffnungsartikel und „Arbeiten an Eröffnungsvarianten mit Let’s Check“

Besonders effizient läßt sich die Anwendung Let´s Check für das Eröffungstraining einsetzen, da es auf diesem Gebiet besonders viele Anwender gibt, die ihre Engines für tiefgehende Analysen einsetzen. Die Eröffnungsartikel sind einige der wichtigsten und beliebtesten Bestandteile des ChessBase Magazins, denn darin werden Eröffnunsideen gut nachvollziehbar aufbereitet und leicht verständlich dargestellt.

1) ChessBase-Magazin und Let’s Check

Bei diesen Voraussetzungen liegt es nahe, diese beiden erstklassigen Produkte zu kombinieren und die Eröffnungsartikel des ChessBase Magazins mit der Funktion Let´s Check in ChessBase 15 zu bearbeiten.

Vor kurzem ist das ChessBase Magazin 188 erschienen. Die Eröffnungsdatenbanken sind durch Icon für Eröffnungen gekennzeichnet:

Eine sichtbare Auswahl der Artikel bietet das Verzeichnis des ChessBase-Magazins, nachdem es auf der Festplatte installiert worden ist.

Der Titel enthält zumeist eine kurze Angabe der Variante, die behandelt wird:

Betrachten wir als Beispiel einen ChessBase Magazin Artikel mit Tipps dazu, wie man der scharfen Spielweise der Ponziani-Eröffnung effizient begegnen kann. Dieser Artikel ist interessant, wenn Sie gegen 1. e4 mit 1. – e5 erwidern, Ponziani aber noch weitgehend unbekannt ist. Oder aber Sie spielen gegen einen "Ponziani-Jünger" und wollen diesen überraschen. Oder Sie selbst sind ein Ponziani-Fan?!

2) Ansteuern des Eröffnungsartikels

Ein Eröffnungsartikel besteht jeweils aus einer zusammenfassenden, einleitenden Text, sowie aus einer Sammlung wichtiger Beispielpartien:

Auf Ihrem Bildschirm erscheint der Text, der Sie durch die Varianten und Beispielpartien führt. Es ist empfehlenswert, diesen zunächst durchzulesen, um sich einen Überblick zu verschaffen, bevor Sie sich auf die Detailarbeit in den einzelnen Partien und Varianten stürzen.

Im Text ist die Hauptvariante fett hervorgehoben. Partien, die in der Datenbank vorhanden sind und auf die verwiesen wird, sind blau unterlegt und verlinkt. Ein Klick auf die Partien öffnet das Brettfenster für die betreffende Stellung.

3. Durcharbeiten der Partien mit Engine und Let’s Check

3.1 Einleitung

Heutzutage gehört es zu einer ordnungsgemäßen Eröffnungsvorbereitung, Eröffnungsvarianten aus Büchern und Artikeln sowie von DVDs mit einer Engine zu überprüfen. Das läuft fast immer auf ein „Schachgespräch“ hinaus (siehe dazu) mit einer – oder mehreren – Engines. Natürlich ist es dabei vorteilhaft, wenn Sie für die Eröffnungsphase ein leistungsfähiges Hardware/Software-Gespann als Gesprächspartner haben. Aber falls nicht, ist es auch nicht notwendig, dass Sie ein Fachgeschäft aufsuchen und gleich einen neuen Rechner kaufen. Probieren Sie stattdessen Let’s Check!

3.2 Was ist Let’s Check?

Let´s Check ist eine riesige Analysedatenbank, in der alle Partieanalysen enthalten sind, die von anderen Engine Nutzern online ausgeführt worden sind. Oftmals handelt es sich dabei um sehr tiefe Analysen, die auf besonders starken Geräten ausgeführt worden sind, was dann auch Benutzern mit weniger starken Rechnern zu Gute kommt. Das Prinzip von Let´s Check ist "geben und nehmen". Greife ich auf Let’s Check zu, werden die Berechnungen meiner gerade aktiven Engine an die Datenbank übermittelt. Dabei ist es für das Geben und Nehmen völlig ohne Bedeutung, welche Engine ich einsetze und wie leistungsstark der eigene Rechner ist.

3.3 Die lokale Engine und Let’s Check

Nach den Zügen 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.c3 Sf6 4.d4 exd4 5.d5 Lc5 haben wir die entsprechende Stellung auf dem Brett und unmittelbar nach Erreichen der Stellung die nachfolgende Engineanzeige.

Let’s Check wird über die lokale Engine mitgestartet, wenn der Rechner online ist.

Wird Let’s Check nicht von selbst angezeigt, so kann diese Analyseoption mit einem Klick auf den blauen Pfeil rechts neben dem Variantenfenster gestartet werden. Die Einstellungen können in der Zeile über „Let’s Check" konfiguriert werden.

Sobald die Let’s Check Analyse läuft, erscheint neben dem Fenster der lokalen Engine ein weiteres Fenster mit ähnlichen Informationen:

Nach wenigen Sekunden Rechenzeit zeigt die lokale Engine an (in unserem Beispiel ist es die Engine Fritz 16), dass die Stellung leicht besser sei für Weiß. Gerechnet wird mit drei CPU und die Abschätzung beruht auf einer Variante, die 14 Halbzüge tief berechnet wurde.

3.4 Die Let’s Check Anzeige

3.4.1 Die Anmeldung

Im rechten Fenster werden die Informationen aus der Let’s Check-Datenbank angezeigt. Die einzige Voraussetzung ist, dass eine Verbindung zur Let’s Check-Datenbank besteht. Dies wird in der oberen Let’s Check – Leiste angezeigt:

Eine grüne Ampel bedeutet, dass eine Verbindung mit der Let’s Check-Datenbank besteht. Mit einem Klick auf „Trennen“ kann man diese beenden. Dann werden die eigenen Engine-Analysen nicht mehr übermittelt. Andererseits bekommt man auch keine fremden Analysen mehr angezeigt. Unter Einstellungen kann man u. a. wählen, ob der der eigene Benutzername angezeigt werden soll. Man kann auch ohne Benutzernamen analysieren, dann bleibt man komplett anonym.

3.4.2 Die Let’s Check-Variante

Eine Let’s Check – Variante ist maximal drei Halbzüge lang. Hinter der Let’s Check-Variante ist die Abschätzung angegeben, die sich allerdings auf die angegebene Tiefe (im Beispiel 34 Halbzüge) bezieht. Rechts neben der Tiefe steht der Name der Engine, die für die Analyse verantwortlich ist sowie der Name des Anwenders (falls freigegeben). Sodann folgt das Datum, an welchem die Variante erstellt worden ist. Von besonderer Bedeutung ist die Zahl rechts neben dem Datum: Diese Zahl zeigt an, wie häufig die Variante und die Abschätzung schon durch andere Engines oder Anwender bestätigt worden ist. "Bestätigt" bedeutet dabei genauso tief und keine gravierende Abweichung bei der Einschätzung. Je höher die Anzahl der Bestätigungen, desto verlässlicher die Bewertung.

Die Zahl in Klammern ist die Anzahl der Punkte, welche dem Anwender für seine Analyse in der Let’s Check Bestenliste gut geschrieben wurden. Diese eher spielerische Seite von Let’s Check soll in diesem Tutorial nicht vertieft werden.

Unterhalb der Varianten findet sich die Anzahl der Besucher. Sie zeigt an, wie häufig die Brettstellung von Anwenden mit ihrer Engine analysiert wurde, während diese mit Let’s Check verbunden waren.

4) Arbeiten mit Let’s Check – ein konkretes Beispiel

Mit Let’s Check haben Sie Zugriff auf Engine-Analysen, die dem Anwender, mangels technischer Ausrüstung oder mangels Engine, sonst nicht zur Verfügung stünden. Darüber hinaus spart Let’s Check auch noch viel Zeit, denn häufig kann man Varianten schnell als sicher übernehmen, weil diese schon ausreichend mit Engines von anderen Benutzern geprüft wurden.

Gucken wir uns das Ganze einmal in der Praxis an, indem wir ein paar Stellungen, die sich aus der von GM Rainer Knaak erörterten Variante gegen die Ponziani-Eröffnung ergeben, mit Let’s Check prüfen. Als lokale Engine wird hierbei die im Lieferumfang von ChessBase 15 enthaltene Engine, Fritz 13 benutzt.

Vorstehend wird deutlich, dass mit Let’s Check nach nur wenigen Sekunden (ca. 3 bis 4) ein belastbareres Ergebnis angezeigt wird, da die Varianten eine höhere Tiefe ausweisen. Ist man also daran interessiert mit Schwarz „optimal“ zu spielen, so kann man hier ohne weiteren Zeitverlust 7. – Lb6 folgen. Ist man aber neugierig oder guckt sich die Variante für Weiß an, dann wird auch. – bxc6 interessant. Befrage ich dazu Let’s Check bekomme ich Folgendes zu sehen:

Die Anzahl der Besuche hat deutlich abgenommen – von 9106 auf 2804. Die Analysen reichen bis 30 Halbzüge tief, sind aber häufig nicht bestätigt worden. Trotzdem bewegen wir uns noch auf sicherem Grund. Folgen wir der besten (aus der Sicht von Weiß) Let’s Check-Variante 8.Da4 f5 9.Sbd2 0-0 10.Sxe4 dxe4 11.Dxe4 d5 12.Dxe5 Lxf5 14.Kf2.

Die Anzahl der Besucher hat sich deutlich reduziert (nur noch 129). Die Zahl der Bestätigung der angegebenen Varianten ist gering, allerdings variiert die Bewertung nicht wesentlich vom Ausgangspunkt. Insofern spricht einiges dafür, dass die Einschätzung stimmt: Dieser Teil ist gut für Weiß!

Mit folgendem Diagramm sind wir wieder in der Hauptvariante, in welcher die Let’s-Check - Engines empfehlen, mit 10. – 0-0 eine weitere Figur zu opfern, während der Lokalmatador (Fritz 13) das Material nicht rausrückt:

Die Anzeige informiert: 4507 Besuche und die Varianten sind mehr als 42 mal bestätigt. Das sieht verlässlich aus! Also kann es schnell mit dem Figurenopfer weitergehen. Je weiter wir vorstoßen, sowohl bei Hauptvarianten als auch bei Nebenvarianten, desto eher verlassen wir das durch Let’s Check „erforschte und kartografierte“ Gelände und sind auf uns selbst (Schachverstand + Engine) gestellt.

Dabei zeigt der Balken unterhalb der Besucherzahl die Zeit an, die die eigene Engine braucht, um die an erster Stelle stehende Let’s Check -Variante zu ersetzen.

Zusammenfassung:

  1. Mit Let’s Check, einer der ChessBase Analyse-Funktionen, haben Sie Zugriff auf bereits durchgeführte Engine-Analysen (eine Art Schwarmintelligenz);
  2. Gerade in der Eröffnungsphase finden Sie hier Analysen und Wissen, welches Sie abrufen können. Es ist nicht nötig das Rad neu zu erfinden;
  3. Sparen Sie dadurch Zeit und konzentrieren Sie sich auf unbekannte Varianten;
  4. Nutzen Sie Let’s Check, indem Sie online analysieren, Ihre lokale Engine starten und die Verbindung zu Let’s Check herstellen.

In der nächsten Folge wird es darum gehen, wie man einen Eröffnungsartikel aus dem ChessBase-Magazin in sein Eröffnungsrepertoire eingliedert.

Sollten Sie zum Thema Nachfragen haben oder Anregungen für weitere Tutorials, dann schreiben Sie mich unter Martin.Fischer@chessbase.com an.

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Martin Fischer, Jahrgang 1962, ist ChessBase-Mitarbeiter. Unter anderem organisiert er und hält Seminare über ChessBase und ist Turnierleiter auf playchess.com. Für ChessBase stellt er das vierteljährliche Taktik-Heft „Schach-Problem – Die rätselhaften Seiten von Fritz” zusammen. Er lebt in Hamburg und spielt Schach beim Schachklub Johanneum Eppendorf.
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