31.03.2026 – Alle vier Partien der zweiten Runde im Open endeten remis, sodass sich die Tabelle nicht verändert hat. Fabiano Caruana, Praggnanandhaa Rameshbabu und Javokhir Sindarov liegen weiterhin mit 1,5/2 Punkten punktgleich an der Spitze. Praggnanandhaa und Andrey Esipenko hatten am Montag die besten Chancen auf mehr als ein Remis, doch ihre Gegner verteidigten sich erfolgreich. In der dritten Runde kommt es zum Aufeinandertreffen zweier Führender: Praggnanandhaa spielt mit Weiß gegen Sindarov. Matthias Blübaum erreichte mit Schwarz ein Remis gegen Sindarov und trifft nun mit Weiß auf Esipenko. | Foto: FIDE / Michal Walusza
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Caruana, Praggnanandhaa, Sindarov vorne – Blübaum folgt mit einem halben Punkt Abstand
Nach einer ersten Runde mit drei eindeutigen Ergebnissen endeten alle vier Partien der zweiten Runde des Kandidatenturniers in Zypern unentschieden. Die Ergebnisse änderten nichts an der Tabellenführung: Fabiano Caruana, Praggnanandhaa Rameshbabu und Javokhir Sindarov teilen sich mit jeweils 1,5 Punkten die Spitze.
In der nächsten Runde kommt es zum direkten Aufeinandertreffen von zwei Spielern aus dem Spitzentrio: Praggnanandhaa trifft mit Weiß auf Sindarov, während Caruana ebenfalls mit Weiß gegen Wei Yi antritt. Wei und Matthias Bluebaum sind die einzigen Spieler, die noch keine entschiedene Partie bestritten haben. Beide stehen demnach mit zwei Remis bei einem Punkt. Hikaru Nakamura, Anish Giri und Andrey Esipenko haben nach ihren Niederlagen in der ersten Runde 0,5 Punkte aus 2 Runden.
Die vier Remis belegen das hohe Vorbereitungsniveau der Spieler. Einige wählten weniger bekannte Nebenvarianten, um ihre Gegner zu überraschen, während andere – insbesondere mit den schwarzen Steinen – defensivere Aufstellungen wählten, um frühen Druck zu neutralisieren. Die Partien blieben über die gesamte Spieldauer weitgehend ausgeglichen, und es gab keine verpassten klaren Gewinnchancen.
Wird nicht jede Schachpartie durch Fehler entschieden? Absolut. Aber die meisten Spieler begreifen nie wirklich, dass sie immer wieder die gleichen Fehler machen.
Das Live-Publikum sitzt ganz nah am Geschehen. | Foto: FIDE / Yoav Nis
Schwarzremis für Blübaum gegen Sindarov
Die bislang einzige klassische Partie zwischen den beiden Kontrahenten hatte Sindarov kürzlich in Wijk aan Zee gewonnen.
In der Partie zwischen Bluebaum und Sindarov wählte Bluebaum mit Schwarz die Russische Verteidigung. Anstatt aggressiv auf einen zweiten Sieg in Folge zu spielen, vermied Sindarov riskante Fortsetzungen – eine Herangehensweise, die die Aufmerksamkeit des Kommentators Peter Svidler auf sich zog. Dieser meinte, Sindarovs Fähigkeit, komplexe Stellungen zu meistern, hätte durchaus zu einer ambitionierteren Strategie gepasst.
Obwohl der usbekische Großmeister im Mittelspiel die Initiative ergreifen konnte, behielt Bluebaum die Kontrolle und erreichte in seiner ersten Partie mit den schwarzen Steinen ein relativ komfortables Remis.
Esipenko wartet weiter auf seinen ersten klassischen Sieg gegen Nakamura.
Zum zweiten Mal in Folge war Nakamura in die längste Partie der Runde verwickelt. Nach der schmerzhaften Niederlage gegen Caruana in der ersten Runde spielte der topgesetzte Nakamura erneut mit Schwarz, diesmal gegen Esipenko. Esipenkos gute Eröffnungsvorbereitung ermöglichte ihm, sich im Mittelspiel einen kleinen, aber stabilen Vorteil zu sichern.
Nakamura, der für sein technisches Können bekannt ist, wählte einen pragmatischen Ansatz, indem er die Stellung trotz eines Bauern weniger zu einem Turmendspiel vereinfachte.
Der mehrfache US-Meister demonstrierte anschließend eine präzise Defensivtechnik, um die Stellung zu halten und das Remis anzusteuern, wodurch er sein Turnier nicht mit einem kompletten Fehlstart beginnt.
Videoanalyse von GM Daniel King
Andrey Esipenko gegen Hikaru Nakamura. | Foto: FIDE / Michal Walusza
Praggnanandhaa wieder gut vorbereitet
Zuvor gab es in drei klassischen Partien drei Remis zwischen den beiden Kandidaten.
Der einzige Spieler, der mit den schwarzen Steinen einen Vorteil erzielen konnte, war Praggnanandhaa, der in seiner Partie gegen Wei die Französische Verteidigung spielte. Der junge Inder erarbeitete sich einen deutlichen Zeitvorteil und konnte am Brett die Initiative ergreifen.
Doch wie schon in seiner Erstrundenpartie verließ sich der erfahrene Chinese auf konkrete Berechnungen, um die Komplikationen zu bewältigen. Wei neutralisierte den Druck nach und nach und lenkte die Partie schließlich in den Remishafen.
Auch am zweiten Tag in Folge hatte Wei in der Eröffnungsphase Schwierigkeiten, kam aber dank seiner strategischen Vorgehensweise unbeschadet davon.
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Ein großer Rechner: Wei Yi | Foto: FIDE / Yoav Nis
Schnelles Remis zwischen Giri und Caruana
In der 44. Partie gab es da 34. Remis zwischen diesen beiden erfahrenen Kandidatenturnierteilnehmern.
Die kürzeste Partie der Runde fand zwischen Giri und Caruana statt. Caruana, der mit Schwarz spielte, wählte einen ungewöhnlichen dritten Zug, möglicherweise um seinen Gegner frühzeitig aus der Vorbereitung zu bringen. Giri, einer der stärksten Theoretiker der Weltspitze, reagierte jedoch präzise und nutzte die etwas fragwürdige Entscheidung optimal.
Caruana musste präzise spielen, um den Ausgleich zu erzielen, was ihm auch gelang.
Eine Reihe von Vereinfachungen ab dem 17. Zug, führte zu einem völlig ausgeglichenen Endspiel, und die Spieler einigten sich bald auf ein Remis.
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Langjährige Rivalen und Kollegen – Anish Giri und Fabiano Caruana direkt nach dem vereinbarten Remis in ihrer Zweitrundenpartie | Foto: FIDE / Michal Walusza
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Carlos ColodroCarlos Colodro stammt aus Bolivien und ist Spanisch-Philologe. Seit 2012 arbeitet er als freier Übersetzer und Autor. Schach, Literatur und Musik sind seine großen Leidenschaften.
30.03.2026 – Matthias Blübaum ist der erste deutsche Kandidat seit Robert Hübner im Jahr 2026. Der 28-Jährige hat die Chance, sich für das Finale der Weltmeisterschaft gegen Titelverteidiger Dommaraju Gukesh aus Indien zu qualifizieren. Das ist Grund genug, sein Ergebnis schnell auf unserer Seite bekanntzugeben. Ein ausführlicher Rundenbericht erscheint wie üblich in Kürze – mit Bildern, Statistiken und ausführlichen Analysen ... | Titelfoto: Matthias Blübaum beim Signieren vor dem Turnierbeginn | Fotos: FIDE / Michal Walusza.
30.03.2026 – Der WDR beschäftigte sich in einem TV-Beitrag mit der Teilnahme von Matthias Blübaum beim Kandidatenturnier und stellte en passant auch das Schachspiel und die Schachszene vor. "Natürlich gehe ich als Underdog in das Turnier", weiß Blübaum. Doch auch das letzte Kandidatenturnier hat nicht einer der Favoriten gewonnen.| Bilder: Screenshots WDR-Beitrag
Benoni ist eine aktive Eröffnung für Schwarz, und gerade jetzt genießt sie ein Comeback. Das Zähmen der gegnerischen Dynamik in Stellungen, wo der Nachziehende auf seine aktiven Figuren und die Damenflügelmajorität pochen kann, ist den Weißspielern immer schwergefallen. Thema dieser 60-Minuten-Videoplips ist der Kern des Abspiels 8.h3 0-0 9.Ld3 (nach 1.d4 Sf6 2.c4 c5 3.d5 e6 4.Sc3 exd5 5.cxd5 d6 6.e4 g6 7.Sf3 Lg7). Dieses stößt unter Benoni-Anhängern auf keine große Gegenliebe - dem Traum, den Gegner zu massieren, kommen die Anziehenden damit nämlich gefährlich nahe. Wie man diesem aussichtsreichen Aufbau am besten begegnen soll, wird nach wie vor hitzig diskutiert, denn nicht jeder ist mit dem schwarzen Hauptabspiel mit dem sofortigen 9…b5 zufrieden. Gut vorbereitete Benoni-Liebhaber können immer noch Wege finden, dem Ausgleich nahezukommen, doch die Initiative bleibt fest in der Hand von Weiß. Der slowakische GM Lubomir Ftacnik analysiert und bewertet alle zentralen Ideen der Verteidigung und zeigt Wege, Schwarz unter Druck zu setzen. Ergänzt wird das Ganze durch eine Datenbank mit den wichtigsten Partien. Jeder, der ein solides, aussichtsreiches und klar strukturiertes Eröffnungssystem gegen Benoni sucht, findet eine Fülle an sorgsam ausgewählten Informationen.
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