GM Felix Blohberger verrät, wie er seine Eröffnungs-Datenbanken organisiert

von Stefan Liebig
16.02.2026 – Warum ein Perspektivwechsel Ihr Verständnis von Eröffnungen revolutionieren kann: Viele Spieler pflegen ihr Weiß- und Schwarzrepertoire getrennt – doch viele Profis gehen es anders an. Inspiriert von den Methoden von Viswanathan Anand zeigt Felix Blohberger in seinem Youtube-Kanal, wie Sie mit ChessBase ein professionelles, dynamisches und objektives Eröffnungssystem in einer Hauptdatenbank aufbauen. Mit konkreten Tools, praxisnahen Tricks und einer Struktur, die Ihr Training nachhaltig verändert.

DIE SCHACH-HORIZONT-ERWEITERUNG
In ChessBase gibt es immer wieder Ansätze, die typischen Pläne einer Eröffnungsvariante zu zeigen. Zwar ist Schach im Zeitalter der Engines viel konkreter als früher gedacht. Doch gerade Amateure lieben Eröffnungen mit klaren Plänen, siehe Londoner System. In ChessBase ’26 beschäftigen sich gleich drei Funktionen mit der Darstellung von Plänen. Im neuen Eröffnungsreport wird für jede wichtige Variante untersucht, welche Figurenzüge oder Bauernvorstöße darin wichtig sind. In der Referenzsuche sieht man jetzt auf dem Brett, wo die Figuren üblicherweise hingehen. Und startet man die neue Monte-Carlo-Analyse, zeigt auch hier das Brett die häufigsten Figurenpfade.

„Ich habe kürzlich mein ganzes System umgestellt und zeige jetzt, wie es auch Vishy Anand macht“, sagt Felix Blohberger in seinem neuesten Youtube-Beitrag „How Grandmasters Organize Their Opening Files in ChessBase“:

Wer sein Schach ernsthaft verbessern möchte, kommt an einem professionellen Datenbanksystem nicht vorbei. Moderne Großmeister organisieren ihre Vorbereitung nicht mehr in einfachen Weiß- und Schwarzrepertoireordnern, sondern arbeiten mit strukturierten Stellungsdatenbanken, die ein objektives Verständnis ermöglichen. Genau hier sieht Blohberger ChessBase´26 als unschlagbar an – denn es ist das einzige Programm, das alle notwendigen Funktionen vereint, um Partien, Analysen und Repertoires auf professionellem Niveau zu pflegen.

Viele Spieler beginnen mit einem klassischen Ansatz, etwa einem e4-Ordner für ihr Weißrepertoire. Das wirkt zunächst logisch, hat aber einen entscheidenden Nachteil: Man analysiert die Stellung meist nur aus der eigenen Perspektive. Dadurch entstehen zwangsläufig Lücken, weil man nicht systematisch prüft, wie sich der Gegner optimal verteidigt. Wirklich stark wird ein Repertoire jedoch erst, wenn man es aus beiden Perspektiven versteht.

Als Viswanathan Anand auf der europäischen Schachbühne erschien, hatte er in Indien schon einige Erfolge erzielt, die indischen Jugendmeisterschaften und als Jugendlicher auch die Landesmeisterschaften der Erwachsenen gewonnen. Mit gerade einmal 14 Jahren wurde Anand 1984 für die Schacholympiade in die indische Nationalmannschaft berufen. 1987 wurde er Juniorenweltmeister, 1988 verlieh die die FIDE dem 19-jährigen den Titel eines Großmeisters.

„Ein entscheidender Impuls kam bei einem Trainingslager in Wien, bei dem Viswanathan Anand Einblicke in seine Arbeitsmethoden gab“, so der österreichische Großmeister. Anand hat über Jahrzehnte auf höchstem Niveau gespielt und seine Vorbereitung konsequent objektiv aufgebaut. Seine Erfolge zeigen, dass er es wohl richtig gemacht hat. Statt Varianten nur für eine Seite zu analysieren, untersucht er systematisch beide Perspektiven: Weiße Pläne, schwarze Verteidigungsressourcen und kritische Abweichungen werden gleichermaßen berücksichtigt. Genau dieses Prinzip nutzen viele starke Spieler.

ChessBase bietet dafür die idealen Werkzeuge. Mit Mega-, Referenz-, Online- und Korrespondenzdatenbank lassen sich alle relevanten Informationsquellen kombinieren. Besonders wichtig ist laut Blohberger die ChessBase-Funktion „Stellungssuche“: Statt nur Varianten zu verfolgen, kann man gezielt nach einer konkreten Stellung suchen und erhält sofort Zugriff auf hochwertige Partien, moderne Trends und objektive Bewertungen.

2.5 Millionen Fernschachpartien
Die neue Corr Database 2026 ist die große ChessBase-Sammlung von Fernschachpartien aus dem Zeitraum von 1804 bis 2025. Mit über 80.000 Turnieren und über 2,5 Mio. Fernschachpartien ist die Corr 2026 ein Muss für alle Fernschachfreunde. Aber auch bei vielen Großmeistern steht die Corr Database hoch im Kurs: Denn oft finden gerade im Fernschach richtungsweisende Theorieduelle statt!

Ein besonders effektives System besteht ihmzufolge darin, zwei Datenbanken zu verwenden. Die erste enthält alle Analysen mit Varianten, Enginebewertungen und neue Ideen. Sie ist quasi das Labor. Die zweite enthält die Zusammenfassungen, also die Essenz der eigenen Vorbereitung. Dort werden nur die finalen Repertoireentscheidungen gespeichert, klar strukturiert und leicht abrufbar. ChessBase ermöglicht es, zwischen beiden Datenbanken jederzeit schnell zu wechseln und Zusammenfassungen gezielt aus weißer oder schwarzer Perspektive zu organisieren. Dieses Vorgehen sorgt für maximale Übersicht und Effizienz.

Auch die integrierte Repertoirefunktion hilft dabei, Varianten systematisch zu verwalten und langfristig weiterzuentwickeln. Statt isolierter Ordner entsteht eine dynamische, wachsende Struktur, die das eigene Verständnis kontinuierlich vertieft. Der entscheidende Punkt ist aus Blohbergers Sicht folgender: „Nur eine saubere, logisch aufgebaute Datenbank ermöglicht effizientes Training und nachhaltigen Fortschritt.“

Die Umstellung auf ein solches System verändert die eigene Vorbereitung grundlegend. Statt Varianten auswendig zu lernen, entwickelt man ein echtes Verständnis der Stellungen. Genau das ist der Ansatz, der moderne Großmeister auszeichnet – und ChessBase´26 sieht Felix Blohberger als das ideale Werkzeug dafür an.


Die ChessBase Mega Database 2026 ist mit über 11,7 Millionen Partien aus dem Zeitraum 1475 bis 2025 im ChessBase Qualitätsstandard die exklusive Schachdatenbank für höchste Ansprüche. Mit über 114.000 kommentierten Partien beinhaltet die Mega 2026 die weltweit größte Sammlung hochklassig analysierter Partien. 

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Stefan Liebig, geboren 1974, ist Journalist und Mitinhaber einer Marketingagentur. Er lebt heute in Barterode bei Göttingen. Im Alter von fünf Jahren machten ihn seltsame Figuren im Regal der Nachbarn neugierig. Seitdem hat ihn das Schachspiel fest in seinen Bann gezogen. Höhenflüge in die NRW-Jugendliga mit seinem Heimatverein SV Bad Laasphe und einige Einsätze in der Zweitligamannschaft von Tempo Göttingen waren Highlights für den ehemaligen Jugendsüdwestfalenmeister.
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