Schachfestival Prag: van Foreest vorne, Gukesh verliert erneut

von Stefan Liebig
04.03.2026 – David Navara spielt ein hervorragendes Turnier in seiner Heimatstadt. Auch nach Runde 6 des Masters in Prag liegt er gemeinsam mit Nodirbek Abdusattorov nur einen halben Punkt hinter dem Spitzenreiter Jorden van Foreest. Das direkte Duell zwischen von Foreest und Navara endete Remis. Auch am anderen Ende der Tabelle steht ein Spieler alleine: Es ist kein geringerer als Gukesh Dommaraju. Der noch sieglose Weltmeister verlor bereits seine dritte Partie in diesem Turnier. Gegen seinen Landsmann Aravindh Chithambaram verspielte er eine gute Stellung in Zeitnot. Hans Niemann und Vincent Keymer remisierten in der längsten Partie des Tages. | Bild: David Navara und Jorden van Foreest | Fotos: Petr Vrabec, Schachfestival Prag / Nils Rohde

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Mal wieder ein Zeitproblem?

Weltmeister Gukesh Dommaraju kommt in Prag einfach nicht in Fahrt. Nach zwei Niederlagen und drei Remisen spielte er in Runde 6 gegen seinen Landsmann Aravindh Chithambaram. Nach einer ausgeglichenen Eröffnung hatte sich Gukesh eine leicht vorteilhafte, vielversprechende Stellung erarbeitet. Doch er vergab den Vorteil, geriet leicht in Nachteil und nachdem er dann nochmal ausglich, geriet er vor der Zeitkontrolle wieder einmal in Zeitnot und verlor die Partie schließlich. Dadurch fiel er in der Live-Weltrangliste auf den 20. Platz zurück mit einer Wertung von 2728,5:

Aravindh Chithambaram (l.) spielte eine starke Partie und gewann gegen Weltmeister Gukesh (r.) im Hintergrund: Vincent Keymer und Hans Niemann. | Foto: Petr Vrabec, Schachfestival Prag

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Tabellenspitze

Er spielt nicht nur gut, sondern auch schön: David Navara bekam vor der Runde bereits zum wiederholten Male den Schönheitspreis verliehen. | Foto: Petr Vrabec, Schachfestival Prag

Weiter oben in der Tabelle kam es zum Spitzenspiel. Der Lokalmatador David Navara musste mit Schwarz gegen den alleinigen Tabellenführer antreten. Bei einem Sieg hätte der Tscheche den einen halben Punkt vorne liegenden Niederländer überholen können.

Die Partie geriet aber nur kurz aus dem Gleichgewicht:

Der Niederländer hatte 33.Tb5?! gezogen und es folgte: 33...Lc5 34.Lc3 Tb1+ 35.Kf2 Sc7 36.Sd2 und Navara hatte laut Engine etwas mehr als eine Bauerneinheit Vorteil, den er aber mit dem naheliegenden Zug 36.Sxb5?! verspielte, wonach die Partie bis zum Remisschluss im 56. Zug ausgeglichen blieb. Navara hätte 36...Td1 37.Txc5 bxc5 38.bxc5 Ke6 39.Ke2 Tg1 40.Kf3 Kd5 hätte er die Zeitkontrolle geschafft und seinen Vorteil behalten.

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Weitgehend schwankungsfrei verlief die Partie zwischen den beiden usbekischen Nationalspielern Yakkuboev und Abdusattorov (Foto rechts | Petr Vrabec). Die beiden Nodirbeks spielten eine russische Eröffnung und kamen nach ausgeglichenem Mittelspiel zu einer Zugwiederholung im 47. Zug. Während Yakubboev damit weiterhin knapp unter der 50-Prozent-Marke liegt, hält Abdusattorov weiter Schritt mit dem Führungsduo: Er ist nach wie vor punktgleich mit David Navara.

Ihnen folgt der Spanier David Anton Guijarro. Mit einem halben Zähler Abstand ist er alleiniger Vierter. Doch er wird sich über eine verpasste Gelegenheit ärgern. In der Partie gegen Parham Maghsoodloo stand er über eine lange Strecke auf Gewinn (bis zu +5), doch auch ihn kostete die Zeitnot einen Sieg: Die Züge 34 bis 36 waren schlecht und er büßte seinen Vorteil ein. Die Partie endete im 50. Zug Remis.

Parham Maghsoodloo im Glück: David Anton Guijarro nutzte seine Chance nicht und patzte in Zeitnot. | Fotos: Petr Vrabec, Schachfestival Prag

Spannendes Endspiel

Wer die Partie von Hans Niemann und Vincent Keymer – die beide mit dem bisherigen Turnierverlauf nicht zufrieden sein können – beobachtete, hätte nicht gedacht, dass dies die längste der Runde werden würde:

Zunächst beeindruckten die beiden jungen Spieler durch ihre tiefen Theoriekenntnisse. Nach 19 Zügen hatte Hans Niemann noch über 1:22 Stunde auf seiner Uhr und Vincent Keymer mit 1:38 Stunde sogar deutlich mehr als zu Beginn der Partie. Doch das Tempo verlangsamte sich zusehends, nachdem die Spieler „aus dem Buch“ waren. Niemann spielte im 19. Zug ungenau, glich aber bis zum 25. Zug wieder aus. Es folgten 67 Züge, in denen Niemann nur zweimal leicht in Vorteil kam. Beachtlich, wie die beiden inzwischen doch in Zeitnot gekommenen Spielern in einer chaotischen Mittelspielstellung den Überblick behielten.

Und schließlich war es äußerst lehrreich, wie zunächst Niemann Keymers Doppelturmangriff entfloh und der Deutsche letztendlich doch in ein Remisendspiel abwickeln konnte. Sicher lieferten die beiden gutes und umfangreiches Anschauungsmaterial für den ChessBase-Endspielexperten GM Karsten Müller. Es waren einige einzige Züge zu finden, was den beiden Kontrahenten auf äußerst überzeugende Weise gelungen ist ...

Niemann gegen Keymer war die letzte Partie der Runde 6. Nach spannendem Verlauf einigten sich die beiden Spieler auf Remis. | Fotos: Nils Rohde, ChessBase 

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Ergebnisse

Tabelle

Partien

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Stefan Liebig, geboren 1974, ist Journalist und Mitinhaber einer Marketingagentur. Er lebt heute in Barterode bei Göttingen. Im Alter von fünf Jahren machten ihn seltsame Figuren im Regal der Nachbarn neugierig. Seitdem hat ihn das Schachspiel fest in seinen Bann gezogen. Höhenflüge in die NRW-Jugendliga mit seinem Heimatverein SV Bad Laasphe und einige Einsätze in der Zweitligamannschaft von Tempo Göttingen waren Highlights für den ehemaligen Jugendsüdwestfalenmeister.
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