Wijk, Runde 4: Niemann und Abdusattorov setzen sich an die Spitze

von Johannes Fischer
20.01.2026 – Nach vier Runden führen Hans Niemann und Nodirbek Abdusattorov beim Masters in Wijk mit je 3 Punkten aus 4 Partien. Niemann (Bild) gewann in Runde 4 mit einer strategisch und taktisch beeindruckenden Leistung gegen Aravindh Chithambaram, Abdusattorov kam gegen Thai Dai Van Nguyen zu einem leichteren Sieg. Matthias Blübaum verlor nach einer taktischen Nachlässigkeit eine Remisstellung gegen Javokhir Sindarov und Vincent Keymer kam mit Schwarz gegen Yagiz Kaan Erdogmus nicht über ein Remis hinaus. | Fotos: Nils Rohde

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Bei seinem Sieg in Runde 3 gegen Vincent Keymer überzeugte Matthias Blübaum durch taktische Präzision, aber die fehlte ihm im entscheidenden Moment gegen Javokhir Sindarov. Blübaum hätte Sindarov zwingen können, Dauerschach zu geben, aber stattdessen übersah er einen taktischen Trick Sindarovs und stand wenige Züge später auf Verlust.

Das riskante Eröffnungskonzept hatte Erfolg - Javokhir Sindarov probierte es mit dem zweischneidigen Königsinder und konnte dort seine Chancen nutzen.

Nach der Partie stand Sindarov Fiona Steil-Antoni im Interview Rede und Antwort:

Niemann kam hingegen zu seinem überzeugenden Sieg. Er spielte mit Schwarz gegen Aravindh Chithambaram und übernahm bald nach der Eröffnung die Initiative. Er baute seinen Vorteil systematisch aus und gewann mit einem präzise berechneten Damenopfer.

Entsprechend gut gelaunt war Niemann auch im Interview mit Fiona Steil-Antoni nach der Partie:

Abdusattorov ist bekannt für seine hervorragenden Eröffnungskenntnisse. Gegen Nguyen lieferte er sich zwar kein scharfes theoretisches Duell, aber er behandelte die Stellung nach der Eröffnung deutlich besser und kam zu einem leichten technischen Sieg.height="1"

Keymer spielte mit Schwarz gegen Erdogmus, der in einer Berliner Verteidigung mit Weiß sehr vorsichtig spielte. So kam es zu einem Bauernendspiel, das zwar gefährlicher war, als es zunächst schien, aber Erdogmus umschiffte alle Klippen und rettete sich ins Remis.

Ein kompliziertes Endspiel stand auch in der Partie zwischen Jorden Van Foreest und Vladimir Fedoseev auf dem Brett, aber auch hier waren beide Spieler auf der Höhe und so endete auch diese Partie mit Remis.

Vladimir Fedoseev wirft einen ruhigen Blick auf eine scharfe Stellung.

Anish Giri startete dieses Jahr mit einem halben Punkt aus drei Partien unerwartet schlecht ins Turnier, und er musste froh sein, dass er in Runde 4 nicht auch noch gegen Arjun Erigaisi verlor. Giri musste bald nach Abschluss der Eröffnung einen Bauern geben, aber konnte sich dann genug Gegenspiel sichern, um das Endspiel mit Minusbauern Remis zu halten.

Erigaisi brachte Giri an den Rand einer Niederlage, aber fand keinen Weg zum Gewinn.

Zu einem umkämpften Remis kam es auch im indischen Duell zwischen Gukesh und Praggnanandhaa, das nach 40 Zügen mit Remis durch Dauerschach endete.

Ergebnisse

Tabelle 

Partien

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Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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