01.07.2019 – Vor dem Ruhetag gab es in Runde sechs des GCT Turniers Zagreb noch einmal fünf entschiedene und hochklassige Partien. Magnus Carlsen gewann nach taktischem Schlagabtausch gegen Hikaru Nakamura, Ding Liren bestrafte die riskante Eröffnung Ian Nepomniachtchis, Wesley So überspielte Shakhriyar Mamedyarov, Fabiano Caruana gewann mit Schwarz gegen Maxime Vachier-Lagrave und Levon Aronian zeigte gegen Sergey Karjakin, wie dynamisch man die Berliner Verteidigung spielen kann. Nur Anish Giri und Vishy Anand trennten sich Remis. Damit teilen sich So, Carlsen und Nepomniachtchi mit je 4 aus 6 die Tabellenführung. | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour
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GCT Zagreb, Runde 6
M. Carlsen 1-0 H. Nakamura
Magnus Carlsen und Hikaru Nakamura lieferten sich in einer bekannten Variante des Abgelehnten Damengambits mit 5.Lf4 einen taktischen Schlagabtausch. In einer äußerst komplizierten Stellung fanden beide nicht die beste Fortsetzung, aber Nakamura unterlief der letzte Fehler, und der kostete ihn auch die Partie.
Hikaru Nakamura | Foto: Lennart Ootes
Ding Liren 1-0 I. Nepomniachtchi
Im bisherigen Verlauf des Turniers hatte Nepomniachtchi mehr als einmal Probleme in der Eröffnung, aber konnte trotzdem gewinnen. Doch gegen Ding Liren hatte er dieses Mal kein Glück: die Nummer drei der Welt bestrafte Nepomniachtchis riskante Eröffnungsstrategie souverän und effizient.
Ian Nepomniachtchi | Foto: Lennart Ootes
M. Vachier-Lagrave 0-1 F. Caruana
Der einzige Schwarzsieg der Runde gelang Fabiano Caruana gegen Maxime Vachier-Lagrave. In einer scharfen Variante des Spaniers kam es zu einer positionell und taktisch zweischneidigen Stellung, in der Caruana nach einer Ungenauigkeit Vachier-Lagraves die Initiative an sich riss und mit energischem Spiel gewann.
L. Aronian 1-0 S. Karjakin
Die Berliner Verteidigung im Spanier gilt als remisträchtig und führt oft zu langweiligen Partien. Aber mit einem hübschen Qualitätsopfer zeigte Aronian, wie viel Möglichkeiten die Stellung enthält. Das Qualitätsopfer bescherte Aronian einen starken Freibauern auf der e-Linie, der ihm am Ende zum Sieg verhalf.
W. So 1-0 S. Mamedyarov
Mamedyarov ist in Zagreb weiter auf der Suche nach seiner Form. Gegen Wesley So experimentierte er bereits in der Eröffnung, aber So blieb unbeeindruckt und stand nach der Eröffnung angenehm und gut, während Schwarz eine Menge Schwächen zu verwalten hatte, aber kaum Gegenspiel besaß. Nach einem Bauernopfer Sos fand Mamedyarov keine adäquate Verteidigung und die schwarze Stellung brach schnell zusammen.
A. Giri ½-½ V. Anand
Das einzige Remis der Runde gab es in der Partie zwischen Anish Giri und Vishy Anand. Dafür gab es in dieser Partie auch eine ungewöhnliche Bauernstruktur: Weiß und Schwarz hatten beide je zwei Bauern auf der e-Linie. Die besseren Chancen in dieser Stellung hatte Giri, der jedoch ein Turmendspiel mit Mehrbauern nicht gewinnen konnte.
Ergebnisse der 6. Runde
Stand nach der 6. Runde
Partien
Live-Kommentar der 6. Runde
Yasser Seirawan, Jovanka Houska und Alejandro Ramirez kommentieren live
Johannes FischerJohannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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