Van Foreest von Platz 1 verdrängt
Was für eine Spannung, was für eine Überraschung: Lange Zeit sah alles nach einer unveränderten Situation an der Spitze der Tabelle aus. Mit ausgeglichenen Stellungen gingen die drei vorne liegenden Spieler in ihre Endspiele. Jorden van Foreest stand ausgeglichen gegen Aravindh Chithambaram. Doch nach einem unvorsichtigen Springerzug gefolgt von einem fehlerhaften Königszug auf die h-Linie nutzte der Inder die Chance, den seit vielen Runden vorne liegenden Niederländer von der Pole Position zu stoßen:

Nach mäßigem Start trumpft Aravindh Chithambaram in den letzten Runden kräftig auf und schlug in Runde 8 den Tabellenführer Jorden van Foreest. | Foto: Nils Rohde
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Fast parallel zu van Foreests Niederlage verwandelte auch Nodirbek Abdusattorov im Duell der direkten Verfolger gegen David Navara seine Remisstellung in einen vollen Punkt. Hier der entscheidende Fehler des bisher so stark spielenden Tschechen, der in Prag bereits mehrfach Schönheitspreise einheimsen konnte:
Die Stellung war nahezu ausgeglichen und das Resultat einer stets nahe der 0-Linie verlaufenen Partie. Doch hier wurde Navara unvorsichtig, was Abdusattorov sofort ausnutzte. Der in Prag geborene Lokalmatador spielte 53.g4? Er hatte die schwarze Antwort 53...Kd5! wohl unterschätzt, wonach Schwarz bereits auf Gewinn stand. Es folgte: 54.Tc3 Kd4 55.Tc6 Lc5 und der Läufer auf c2 geht verloren. Nach dem 64. Zug gab Navara auf. Er konnte den schwarzen b-Bauer nicht mehr von der Umwandlung abhalten:

Hat nach einem starken Turnier in Runde 8 die Titelchancen eingebüßt: David Navara. | Foto: Nils Rohde
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Die Partie Gukesh gegen Keymer endete Remis. | Foto: Nils Rohde
Eine spannende Partie lieferten sich auch die beiden wohl mit dem Turnier nicht besonders zufriedenen Spieler Gukesh Dommaraju und Vincent Keymer. Das Marschall-Gambit mündete in ein kompliziertes Mittelspiel. Keymer – er war Sekundant von Gukesh bei dessen WM-Titelgewinn – musste mit Dame und Turm verhindern, dass Gukesh seinen weit vorgedrungenen Freibauern mit zwei Türmen und Springern aufs Umwandlungsfeld bewegen kann. Keymer gelang dies mit sehr umsichtiger Verteidigung schließlich. Im 47. Zug wurde das Remis besiegelt.
Vincent Keymer erhielt vor der 8. Runde den Schönheitspreis für den Sieg gegen David Anton Guijarro in der Runde zuvor. | Foto: Nils Rohde
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Hans Moke Niemann gegen David Anton Guijarro. | Foto: Nils Rohde
Ein weiterer unzufriedener Spieler im Prager Mastersfeld darf sich über seinen ersten Sieg freuen: Hans Niemann schlug in einer starken Partie David Anton Guijarro. Nach einer Italienischen Eröffnung übernahm der US-Amerikaner die Kontrolle mit den weißen Steinen und gab sie nicht mehr ab. Entscheidend dabei war, dass Niemann die um die Zeitkontrolle herum geöffnete g-Linie zu Angriffszwecken nutzen konnte. Der Spanier fand gegen den Angriff mit Turm und Dame keine Verteidigung.
Die fünfte Partie der Runde zwischen Nodirbek Yakubboev und Parham Maghsoodloo endete Remis. | Foto: Nils Rohde
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Großes Finale
Am heutigen Freitag um 11 Uhr findet bereits die Schlussrunde statt. Der mit einem halben Punkt Vorsprung führende Nodirbek Abdusattorov tritt mit Weiß gegen Hans Niemann an. Jorden van Foreest wird mit Schwarz gegen Parham Maghsoodloo versuchen, sich den ersten Platz zurückzuerobern. Weitere Partien: Aravindh Chithambaram gegen David Navara, Vincent Keymer gegen Nodirbek Yakubboev und David Anton Guijarro gegen Gukesh Dommaraju.
Ergebnisse
Tabelle
Partien
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