Vincent Keymer und Praggnanandhaa sind alte Rivalen. Keymer ist 21 Jahre alt, Praggnanandhaa 20, und sie sind in Jugendturnieren und bei ihrem Aufstieg in die Weltspitze immer wieder aufeinander getroffen. 2025 hat Praggnanandhaa das Masters in Wijk gewonnen, aber dieses Jahr lief nicht viel für ihn zusammen, und auch gegen Keymer musste er bereits nach der Eröffnung um Ausgleich kämpfen.
Er tat das mit Hilfe einer taktischen Abwicklung, die zu einer komplexen Stellung führte, in der Keymer mehr und bessere Ideen hatte. Das führte schließlich zu einer Stellung, in der Keymer zeigte, wie gut das Läuferpaar sein kann.
Matthias Blübaum spielte mit Schwarz gegen Vladimir Fedoseev und kam in einer Partie, in der beide vorsichtig spielten, zu einem ungefährdeten Remis.
Damit liegt Keymer zwei Runden vor Schluss einen Punkt hinter den beiden Spitzenreitern, Blübaum einen halben. Theoretisch können also beide mit etwas Glück und einem starken Finish noch um den Turniersieg mitspielen.
Vier Partien der Runde 11 endeten mit einer Entscheidung, drei wurden Remis. Nach seinem Eröffnungsexperiment gegen Matthias Blübaum in Runde 10 blieb Giri in Runde 11 lange Zeit auf solidem theoretischem Fundament und wurde dafür mit einem hübschen Angriffssieg belohnt.
Die Feinheiten dieses Angriffs – und noch einiges mehr – erklärte Giri nach der Runde im Gespräch mit Fiona Steil-Antoni.
Chancen auf den Turniersieg wahrte auch Hans Niemann, der mit Schwarz eine wilde Partie gegen Thai Dai Van Nguyen gewann und jetzt ebenfalls nur einen halben Punkt hinter den beiden Spitzenreitern Javokhir Sindarov und Nodirbek Abdusattorov liegt.
Hans Niemann im Interview nach der Runde
Abdusattorov kam im Spitzenduell gegen Jorden van Foreest mit Schwarz zu einem Remis, Sindarov gewann mit Schwarz gegen Arjun Erigaisi. Im indischen Duell zwischen Gukesh und Aravindh Chithambaram verpasste Gukesh einige gute Chancen und musste sich am Ende mit einem Remis begnügen.