28.01.2026 – Nach durchwachsenem Start läuft es beim Tata-Steel-Turnier in Wijk aan Zee gut für Matthias Blübaum. Nach seinem Sieg gegen Weltmeister Gukesh in Runde 9 gewann er in Runde 10 auch gegen Anish Giri. Mit diesem Zwischenspurt schob sich Blübaum in der Tabelle auf Platz 2 und übersprang im Live-Rating zum ersten Mal in seiner Karriere die Marke von 2700 Punkten. Auch Vincent Keymer konnte gewinnen. Er überspielte Arjun Erigaisi und liegt so vor dem morgigen Ruhetag mit 5 aus 10 bei 50 Prozent. | Fotos: Lennart Ootes
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Anish Giri und Matthias Blübaum nehmen beide am Kandidatenturnier teil, das am 28. März in Zypern beginnt. Das verlieh ihrer Partie eine besondere Note und hatte vielleicht auch Einfluss auf Giris Eröffnungswahl. Nach 1.d4 zog der als sehr solide geltende Giri 1...g6, ein zweischneidiger und provokanter Zug.
Blübaum antwortete prinzipiell, und so stand bald eine komplexe Stellung mit Chancen für beide Seiten auf dem Brett. In dieser Stellung schickte Giri seine Dame auf Abenteuer am weißen Königsflügel, wo sie jedoch bald in Gefahr geriet.
Giri fand keinen Weg, seine Dame zu retten, und musste nach 25 Zügen in Verluststellung die Segel streichen.
Im Interview mit Fiona Steil-Antoni erläuterte Blübaum die Feinheiten der Partie.
Was sagt der Rechner? Matthias Blübaum und Anish Giri analysieren nach der Partie. | Foto: Lennart Ootes
Für Blübaum war es ein ganz besonderer Sieg: Er konnte Giris provokantes Spiel in der Eröffnung bestrafen, er gewann gegen einen Konkurrenten beim kommenden Kandidatenturnier, und er übersprang mit diesem Sieg zum ersten Mal in seiner Karriere im Live-Rating die Elo-Marke von 2700. Mit einer Zahl von 2701,2 liegt er in der Live-Weltrangliste aktuell auf Platz 32.
Außerdem liegt er mit 6 aus 10 drei Runden vor Schluss zusammen mit Javokhir Sindarov und Jorden Van Foreest auf dem geteilten zweiten bis vierten Platz, einen halben Punkt hinter Spitzenreiter Nodirbek Abdusattorov. Mit einem starken Schlussspurt könnte Blübaum sogar noch ganz vorne landen - trotz der Punkte, die er in den Runden 1 bis 8 verschenkt hat.
Vincent Keymer zeigte sich von seiner gestrigen Niederlage gegen Jorden Van Foreest gut erholt, und ihm gelang ein überzeugender Sieg gegen Arjun Erigaisi. Keymer spielte mit Weiß und setzte Erigaisi die gesamte Partie hindurch unter Druck, bis er am Ende taktisch gewann.
Gukesh stoppte den Lauf von Yagiz Kaan Erdogmus - wobei er allerdings etwas Glück hatte. | Foto: Lennart Ootes
Aravindh Chitambharam gewann gegen Thai Dai Van Nguyen | Foto: Lennart Ootes
Johannes FischerJohannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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