Im Interview mit Fiona Steil-Antoni sagte Aydin Suleymanli, der sich mit seinem Schwarzsieg gegen Daniil Yuffa die Tabellenführung zurückgeholt hat: „Es gibt zu viele Ruhetage. Viele Spieler werden dadurch nur müde.“ Manch älterer Spieler mag da vielleicht etwas anders denken als der 20-jährige Aserbaidschaner, der im folgenden Video auch seine Gewinnpartie analysiert:
Dass Suleymanli nach Runde 10 wieder alleine ganz oben steht, hat er in erster Linie dem Routinier im Feld zu verdanken. Vasyl Ivanchuk schlug den bislang führenden 15-jährigen US-Amerikaner Andy Woodward mehr als überzeugend.

Wie sich der Fokus verschieben kann: Anfangs schaute die Öffentlichkeit auf den stark gestarteten Youngster Faustino Oro (r.), jetzt steht der Altmeister Vasyl Ivanchuk im wahrsten Sinne des Wortes im Mittelpunkt. | Foto: Lennart Ootes
Damit pirschte sich Ivanchuk drei Runden vor Schluss mit 7,5 Punkten auf Rang 4. Er liegt damit nur einen halben Punkt hinter Woodward und Marc´Andria Maurizzi – er gewann gegen Panesar Vedant. Suleymanli hat mit 8,5 Punkten einen Punkt mehr als Ivanchuk und einen halben mehr als Woodward und Maurizzi, die nach Runde 10 auf Platz 2 und 3 stehen.
Die Fans können sich am Ruhetag auf jeden Fall auf den Spieltag am Freitag freuen. Es spielen dann die Top 4 untereinander: Suleymanli gegen Ivanchuk und Woodward gegen Maurizzi. Besser geht es nicht. Sollte Ivanchuk weiter gewinnen – immerhin hat er 4,5 Punkte aus den letzten 5 Runden erzielt – und die andere Partie Remis enden, würden alle vier Spieler punktgleich in die letzten beiden Runden gehen.

217 Partien hat Erwin L´Ami in Wijk aan Zee bereits im Challengers Turnier gespielt. Zudem hat er, wie er selbst im Interview sagte, nicht nur sagenhafte 17-mal am Challengers, sondern auch noch zweimal am Masters und einmal am offenen Turnier teilgenommen. | Grafik: chess.com
Wijk aan Zee ist ohne Erwin L´Ami (Foto rechts: Nils Rohde) kaum vorstellbar. In Runde 10 des Challengers bestritt er bereits seine 217. Partie in dieser Turnierkategorie – wohl ein Rekord für die Ewigkeit. Und mit gerade mal 40 Jahren wird es sicher nicht seine letzte Teilnahme sein. Turniersenior Ivanchuk bringt es immerhin auf 56 Lenze und ist immer noch in bester Kampflaune.

Mit den drei Niederlagen zum Auftakt dürfte der Niederländer allerdings immer noch hadern. Doch er ist – vermutlich auch dank seiner riesigen Erfahrung – wieder in die Spur gekommen: Mit zuletzt zwei Siegen und 4 Punkten aus den Runden 4 bis 10 kämpft sich L´Ami langsam aber sicher ins Mittelfeld der Tabelle vor. In Runde 10 gewann er überzeugend gegen die junge Chinesin Lu Miaoyi, die in der Vorrunde ihre Serie von sechs Niederlagen endlich beenden konnte. Während Lu zwar letztes Jahr schon dabei war, aber immer noch ein Neuling in Wijk ist, ist der Turniersaal für den Vorjahresdritten L´Ami schon so etwas wie ein Wohnzimmer: „Ich kenne jeden Platz in diesem Dorf und jedes Restaurant. Es ist mein zuhause und es ist immer toll hier zu spielen. Der Mix aus Amateurgruppen und Profitouren macht Wijk aan Zee so besonders. Das ist natürlich auch für die Zuschauer toll. Sie kommen hier sehr nahe an die Stars.“
Wieder gab es bei fünf entschiedenen Partien nur die beiden Remis zwischen Carissa Yip und Faustino Oro sowie zwischen Velimir Ivic und Max Warmerdam. Bibisara Assaubayeva hingegen gewann ihre Partie gegen das Schlusslicht Eline Roebers und kämpfte sich auf den alleinigen 5. Platz vor.

Bibisara Assaubayeva spielt ein starkes Turnier und hat als alleinige Fünfte einen ganzen Punkt Vorsprung auf Carissa Yip und Faustino Oro. | Foto: Lennart Ootes
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(Runde 1 bis 12 um 14 Uhr, Runde 13 um 12 Uhr)
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