29.01.2026 – Am Donnerstag ist Ruhetag, doch die Spannung könnte größer kaum sein: Schon wieder wechselte die Führung im Challengers beim Tata Steel Chess in Wijk aan Zee. Aydin Suleymanli nutzte Andy Woodwards Niederlage gegen Vasyl Ivanchuk (Titelfoto) und kletterte durch seinen Sieg gegen Daniil Yuffa wieder auf Platz 1. Noch drei Runden sind zu spielen und am Freitag spielen die Top 4 unter sich. Ob da schon eine Vorentscheidung fällt? | Fotos: Lennart Ootes / Nils Rohde
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„Zu viele Ruhetage“
Im Interview mit Fiona Steil-Antoni sagte Aydin Suleymanli, der sich mit seinem Schwarzsieg gegen Daniil Yuffa die Tabellenführung zurückgeholt hat: „Es gibt zu viele Ruhetage. Viele Spieler werden dadurch nur müde.“ Manch älterer Spieler mag da vielleicht etwas anders denken als der 20-jährige Aserbaidschaner, der im folgenden Video auch seine Gewinnpartie analysiert:
Dass Suleymanli nach Runde 10 wieder alleine ganz oben steht, hat er in erster Linie dem Routinier im Feld zu verdanken. Vasyl Ivanchuk schlug den bislang führenden 15-jährigen US-Amerikaner Andy Woodward mehr als überzeugend.
Ganguly bringt in mehreren wichtigen Passagen neue Ideen rein – sogar in den bekanntesten Hauptthemen. Die Ragosin-Variante (1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 d5 4.Sc3 Lb4) ist zu einem Eckpfeiler der modernen Schachtheorie geworden. Da 3.Nf3 immer beliebter wird, um Nimzo-Indisch und Herausforderungen zu vermeiden, denen Schwarz in der Damenindischen Verteidigung gegenübersteht, bietet die Ragosin-Variante eine solide und dynamische Alternative.
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Wie sich der Fokus verschieben kann: Anfangs schaute die Öffentlichkeit auf den stark gestarteten Youngster Faustino Oro (r.), jetzt steht der Altmeister Vasyl Ivanchuk im wahrsten Sinne des Wortes im Mittelpunkt. | Foto: Lennart Ootes
Damit pirschte sich Ivanchuk drei Runden vor Schluss mit 7,5 Punkten auf Rang 4. Er liegt damit nur einen halben Punkt hinter Woodward und Marc´Andria Maurizzi – er gewann gegen Panesar Vedant. Suleymanli hat mit 8,5 Punkten einen Punkt mehr als Ivanchuk und einen halben mehr als Woodward und Maurizzi, die nach Runde 10 auf Platz 2 und 3 stehen.
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Die Fans können sich am Ruhetag auf jeden Fall auf den Spieltag am Freitag freuen. Es spielen dann die Top 4 untereinander: Suleymanli gegen Ivanchuk und Woodward gegen Maurizzi. Besser geht es nicht. Sollte Ivanchuk weiter gewinnen – immerhin hat er 4,5 Punkte aus den letzten 5 Runden erzielt – und die andere Partie Remis enden, würden alle vier Spieler punktgleich in die letzten beiden Runden gehen.
Beeindruckender Rekord
217 Partien hat Erwin L´Ami in Wijk aan Zee bereits im Challengers Turnier gespielt. Zudem hat er, wie er selbst im Interview sagte, nicht nur sagenhafte 17-mal am Challengers, sondern auch noch zweimal am Masters und einmal am offenen Turnier teilgenommen. | Grafik: chess.com
Wijk aan Zee ist ohne Erwin L´Ami (Foto rechts: Nils Rohde) kaum vorstellbar. In Runde 10 des Challengers bestritt er bereits seine 217. Partie in dieser Turnierkategorie – wohl ein Rekord für die Ewigkeit. Und mit gerade mal 40 Jahren wird es sicher nicht seine letzte Teilnahme sein. Turniersenior Ivanchuk bringt es immerhin auf 56 Lenze und ist immer noch in bester Kampflaune.
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Mit den drei Niederlagen zum Auftakt dürfte der Niederländer allerdings immer noch hadern. Doch er ist – vermutlich auch dank seiner riesigen Erfahrung – wieder in die Spur gekommen: Mit zuletzt zwei Siegen und 4 Punkten aus den Runden 4 bis 10 kämpft sich L´Ami langsam aber sicher ins Mittelfeld der Tabelle vor. In Runde 10 gewann er überzeugend gegen die junge Chinesin Lu Miaoyi, die in der Vorrunde ihre Serie von sechs Niederlagen endlich beenden konnte. Während Lu zwar letztes Jahr schon dabei war, aber immer noch ein Neuling in Wijk ist, ist der Turniersaal für den Vorjahresdritten L´Ami schon so etwas wie ein Wohnzimmer: „Ich kenne jeden Platz in diesem Dorf und jedes Restaurant. Es ist mein zuhause und es ist immer toll hier zu spielen. Der Mix aus Amateurgruppen und Profitouren macht Wijk aan Zee so besonders. Das ist natürlich auch für die Zuschauer toll. Sie kommen hier sehr nahe an die Stars.“
Ergebnisse Runde 10:
Wieder gab es bei fünf entschiedenen Partien nur die beiden Remis zwischen Carissa Yip und Faustino Oro sowie zwischen Velimir Ivic und Max Warmerdam. Bibisara Assaubayeva hingegen gewann ihre Partie gegen das Schlusslicht Eline Roebers und kämpfte sich auf den alleinigen 5. Platz vor.
Bibisara Assaubayeva spielt ein starkes Turnier und hat als alleinige Fünfte einen ganzen Punkt Vorsprung auf Carissa Yip und Faustino Oro. | Foto: Lennart Ootes
DIE SCHACH-HORIZONT-ERWEITERUNG In ChessBase gibt es immer wieder Ansätze, die typischen Pläne einer Eröffnungsvariante zu zeigen. Zwar ist Schach im Zeitalter der Engines viel konkreter als früher gedacht. Doch gerade Amateure lieben Eröffnungen mit klaren Plänen, siehe Londoner System. In ChessBase ’26 beschäftigen sich gleich drei Funktionen mit der Darstellung von Plänen. Im neuen Eröffnungsreport wird für jede wichtige Variante untersucht, welche Figurenzüge oder Bauernvorstöße darin wichtig sind. In der Referenzsuche sieht man jetzt auf dem Brett, wo die Figuren üblicherweise hingehen. Und startet man die neue Monte-Carlo-Analyse, zeigt auch hier das Brett die häufigsten Figurenpfade.
Der Kurs zeigt klare Figurenaufstellungen, zentrale Schlüsselfelder und typische Mittelspielpläne. Mit vielen Beispielen und einem Übungsteil lernen Sie, systematisch Druck aufzubauen – für ein modernes Italienisch-Repertoire auf Turnierniveau. Die italienische Partie ist eine der ältesten und zugleich modernsten Eröffnungen der Schachgeschichte. Lange Zeit als harmlos angesehen, ist es heute fester Bestandteil der Weltelite und aus der Turnierpraxis nicht mehr wegzudenken. In diesem Kurs erklärt Harald Schneider-Zinner warum gerade diese ruhigen Hauptvarianten enormes strategisches Potenzial bieten – für Weiß wie für Schwarz.
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Stefan LiebigStefan Liebig, geboren 1974, ist Journalist und Mitinhaber einer Marketingagentur. Er lebt heute in Barterode bei Göttingen. Im Alter von fünf Jahren machten ihn seltsame Figuren im Regal der Nachbarn neugierig. Seitdem hat ihn das Schachspiel fest in seinen Bann gezogen. Höhenflüge in die NRW-Jugendliga mit seinem Heimatverein SV Bad Laasphe und einige Einsätze in der Zweitligamannschaft von Tempo Göttingen waren Highlights für den ehemaligen Jugendsüdwestfalenmeister.
28.01.2026 – Was machen die Teilnehmer eigentlich an den spielfreien Tagen? Andy Woodward (Titelfoto) atmete Schachgeschichte und eroberte, vielleicht beflügelt vom Geiste Euwes, die alleinige Spitze im Challengers-Turnier. Seine Reise nach Amsterdam am Montag beflügelte ihn zu einem weiteren Sieg. Da Marc'Andria Maurizzi gegen Max Warmerdam verlor, fiel dieser auf Rang 3 zurück – Aydin Suleymanli nutzte ebenfalls die Gunst der Stunde, schlug Faustino Oro und kletterte auf Rang 2. Lu Miaoyi konnte hingegen ihre schwarze Serie stoppen und gewan nach sechs Niederlagen gegen Velimir Ivic. | Fotos: Lennart Ootes
24.01.2026 – Im US-amerikanischen Duell Yip gegen Woodward beim Challengers in Wijk spielte sich in Runde 6 ein dramatisches Damenendspiel in 3 Akten ab. Akt 1: Das Damendendspiel mit ausgeglichener Anzahl an Bauern ab Zug 44, Akt 2: Yip gibt einen Bauern in Zug 48 ab, Akt 3: Die Position kippt für Yip in Zug 129 und sie gibt auf nachdem Woodward es in Zug 131 schafft, einen Damentausch zu erzwingen. Oro brachte seine Dame gegen den Niederländer Warmerdam auf Abwege, stellte erst einen Bauern und später dann die Partie ein. | Foto: Lennart Ootes / Tata Steel Chess Tournament
Benoni ist eine aktive Eröffnung für Schwarz, und gerade jetzt genießt sie ein Comeback. Das Zähmen der gegnerischen Dynamik in Stellungen, wo der Nachziehende auf seine aktiven Figuren und die Damenflügelmajorität pochen kann, ist den Weißspielern immer schwergefallen. Thema dieser 60-Minuten-Videoplips ist der Kern des Abspiels 8.h3 0-0 9.Ld3 (nach 1.d4 Sf6 2.c4 c5 3.d5 e6 4.Sc3 exd5 5.cxd5 d6 6.e4 g6 7.Sf3 Lg7). Dieses stößt unter Benoni-Anhängern auf keine große Gegenliebe - dem Traum, den Gegner zu massieren, kommen die Anziehenden damit nämlich gefährlich nahe. Wie man diesem aussichtsreichen Aufbau am besten begegnen soll, wird nach wie vor hitzig diskutiert, denn nicht jeder ist mit dem schwarzen Hauptabspiel mit dem sofortigen 9…b5 zufrieden. Gut vorbereitete Benoni-Liebhaber können immer noch Wege finden, dem Ausgleich nahezukommen, doch die Initiative bleibt fest in der Hand von Weiß. Der slowakische GM Lubomir Ftacnik analysiert und bewertet alle zentralen Ideen der Verteidigung und zeigt Wege, Schwarz unter Druck zu setzen. Ergänzt wird das Ganze durch eine Datenbank mit den wichtigsten Partien. Jeder, der ein solides, aussichtsreiches und klar strukturiertes Eröffnungssystem gegen Benoni sucht, findet eine Fülle an sorgsam ausgewählten Informationen.
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Anstatt Sie zum Auswendiglernen endloser Varianten zu zwingen, konzentriert sich Raja auf klare Pläne, typische Ideen und Angriffsmotive, die Sie ohne Verzögerung in Ihren eigenen Partien anwenden können.
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GM Blohberger präsentiert in dieser zweiteiligen Reihe ein vollständiges Repertoire für Schwarz: praxisnah, verständlich, flexibel – statt seitenlanger Theoriewüsten gibt es klare Konzepte und leicht erlernbare Strategien.
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