02.02.2026 – Andy Woodward ging als geteilter Spitzenreiter mit Aydin Suleymanli in die letzte Runde. Doch der 15-Jährige US-Amerikaner und der 20-jährige Aserbaidschaner spürten den Atem vom Routinier Vasyl Ivanchuk im Nacken. Woodward zeigte aber erstaunliche Ruhe und große spielerische Klasse: Er gewann seine letzte Partie. Da Suleymanli zeitgleich gegen Velimir Ivic verlor, sicherte sich Woodward mit famosen 10 von 13 Punkten den Titel und den Platz im Tata Masters 2027. Ivanchuk gewann auch und wurde Zweiter. | Fotos: Lennart Ootes
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„Man braucht Glück um zu gewinnen“
Was für eine Leistung des 15-jährigen Andy Woodward. Viele Augen richteten sich zu Beginn des Turniers auf den noch jüngeren zwölfjährigen Faustino Oro. Das lag unter anderem auch an der Auftaktniederlage Woodwards gegen Bibisara Assaubayeva. Doch dann folgten beeindruckende fünf Siege in Serie. Nach einem Remis gegen den lange Zeit führenden Aydin Suleymanli, der letztlich Dritter wurde, folgten zwei weitere Siege. In Runde 10 musste Woodward die einzige weitere Niederlage gegen Altmeister Vasyl Ivanchuk einstecken. Das brachte „Chuki“, wie er von vielen genannt wird, mitten ins Titelrennen. Doch Woodward Endspurt mit Weißsiegen gegen den Vierten im Endklassement, Marc´Andria Maurizzi, und Erwin L´Ami und dem Schwarzremis in der Vorschlussrunde gegen Velimir Ivic ließen niemandem eine Chance, Woodward noch den Titel aus der Hand zu nehmen. Im Interview mit Fiona Steil-Antoni sagte Woodward, dass es für ihn außergewöhnlich ist, ein solch traditionsreiches und stark besetztes Turnier zugewinnen und dass man schon etwas Glück brauche, um das zu erreichen. Hier die Abschlusszeremonie:
Leicht hatte es Woodward aber nicht in der letzten Runde. Der Tata-Challengers-Rekordteilnehmer Erwin L´Ami war ebenfalls sehr kämpferisch eingestellt. Woodward setzt in jedem Fall auf Sieg, denn er wusste, dass bei einem eventuellen Gleichstand Ivanchuk dank der besseren Wertung Turniersieger sein würde:
Woodward konnte nach dem Sieg also von Ivanchuk, der seine Partie mit Schwarz gegen Daniil Yuffa aber auch gewann, nicht mehr eingeholt werden. Und schon vor der Zeitkontrolle verlor Woodwards punktgleicher Konkurrent Suleymanli. Dessen riskante Herangehensweise gegen den topgesetzten, aber nur auf Platz 9 ins Ziel gekommenen Velimir Ivic ging nicht auf: Er verlor in 34 Zügen und rutschte hinter Ivanchuk auf Rang 3.
Vasyl Ivanchuk gewann 1996 die Masters-Kategorie in Wijk, als das Turnier noch Hoogovens-Schachturnier hieß | Foto: Tata Steel Chess / Lennart Ootes
Velimir Ivic besiegte Aydin Suleymanli mit Schwarz | Foto: Tata Steel Chess / Lennart Ootes
Auf Rang 4 schloss der Italiener Marc´Andria Maurizzi ab, der zeitweise auch auf Rang 1 lag. Neben dem Turniersieg kann sich Woodward dank einer Turnierleistung von 2750 über einen Elozuwachs von 23,3 Punkten freuen.
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Hier das Interview mit Fiona Steil-Antoni und dem Turniersieger direkt nach seinem Sieg:
Starke Ergebnisse erzielten auch Bibisara Assaubayeva, die mit 7,5 Punkten auf Rang 5 landete und lediglich gegen Max Warmerdam und Maurizzi verlor. Auch Faustino Oro und Carissa Yip gewannen 10 bzw. 20 Elopunkte hinzu und teilten sich den 6. und 7. Platz mit 7 Punkten. Rekordteilnehmer L´Ami hingegen muss sich mit Rang 11 und einem Eloverlust von 31 Punkten abfinden, er hat nur 5 Punkte eingesammelt. Eline Roebers, kurz zuvor noch Blitz-Europameisterin geworden, wurde zwar letzte und hatte eine lange Niederlagenserie zu verkraften, konnte aber immerhin in den letzten beiden Runden 1,5 Punkte erzielen.
Bermerkenswert ist, dass die Remisquote unter einem Drittel der Partien lag: Nur 30 der 91 Partien endeten unentschieden. Was für eine kämpferisches Teilnehmerfeld!
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Der Kurs zeigt klare Figurenaufstellungen, zentrale Schlüsselfelder und typische Mittelspielpläne. Mit vielen Beispielen und einem Übungsteil lernen Sie, systematisch Druck aufzubauen – für ein modernes Italienisch-Repertoire auf Turnierniveau. Die italienische Partie ist eine der ältesten und zugleich modernsten Eröffnungen der Schachgeschichte. Lange Zeit als harmlos angesehen, ist es heute fester Bestandteil der Weltelite und aus der Turnierpraxis nicht mehr wegzudenken. In diesem Kurs erklärt Harald Schneider-Zinner warum gerade diese ruhigen Hauptvarianten enormes strategisches Potenzial bieten – für Weiß wie für Schwarz.
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Stefan LiebigStefan Liebig, geboren 1974, ist Journalist und Mitinhaber einer Marketingagentur. Er lebt heute in Barterode bei Göttingen. Im Alter von fünf Jahren machten ihn seltsame Figuren im Regal der Nachbarn neugierig. Seitdem hat ihn das Schachspiel fest in seinen Bann gezogen. Höhenflüge in die NRW-Jugendliga mit seinem Heimatverein SV Bad Laasphe und einige Einsätze in der Zweitligamannschaft von Tempo Göttingen waren Highlights für den ehemaligen Jugendsüdwestfalenmeister.
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