Daniel Naroditskys Tod als Unfall eingestuft

von ChessBase
30.01.2026 – Im vom North Carolina Department of Health and Human Serices veröffentlichten „Report of Investigation by Medical Examiner“ wird der tragische Tod Daniel Naroditskys im vergangenen Herbst nicht als mögliche Vergiftung beschrieben, sondern „die Todesart wird als Unfall eingestuft“. Der festgestellte Konsum von Metamphetamin und Kratom wird als möglicherweise beitragender Faktor gewertet. | Fotos: Lennart Ootes

Ihr persönlicher Schachtrainer. Ihr härtester Gegner. Ihr stärkster Verbündeter.
FRITZ 20: Ihr persönlicher Schachtrainer. Ihr härtester Gegner. Ihr stärkster Verbündeter. FRITZ 20 ist mehr als nur eine Schach-Engine – es ist eine Trainingsrevolution für ambitionierte Spieler und Profis. Egal, ob Sie Ihre ersten Schritte in die Welt des ernsthaften Schachtrainings machen oder bereits auf Turnierniveau spielen: Mit FRITZ 20 trainieren Sie effizienter, intelligenter und individueller als je zuvor.

In der vergangenen Woche hatten mehrere internationale Medien von einer „unbeabsichtigten Vergiftung“ berichtet, die aus der Veröffentlichung des toxikologischen Berichts des Medical Examiners hervorginge. ChessBase hatte diese Meldungen zusammengefasst. Unter anderem auch der Spiegel hat diese Schlussfolgerung aber inzwischen korrigiert, basierend auf dem ausführlichen, mehrseitigen Untersuchungsbericht von Dr. James Lozano aus Mecklenburg County in North Carolina. Dieser hatte im Januar noch ein ausführliches „Addendum“ an den ursprünglichen „Report of Investigation“ angefügt. Darin kommt er zur Einstufung des Todes als „Unfall“.

Der Spiegel korrigierte seine Meldung

Aus dem veröffentlichten Bericht geht hervor, dass die Substanzen in Naroditskys Blut nicht ursächlich für seinen Tod waren. Als eine mögliche, aber nicht nachzuweisende Ursache nennt das medizinische Gutachten eine Herzrhythmusstörung, die in Zusammenhang mit einer systemischen Sarkoidose zu sehen sein könnte. Eine Sarkoidose ist eine entzündliche Systemerkrankung, bei der sich das Immunsystem fehlreguliert verhält und kleine Entzündungsknötchen (Granulome) in Organen bildet.

Im Bericht des Medical Examiners steht folgendes Ergebnis (Auszug):

„[...] Die Umstände und die Funde am Tatort lassen darauf schließen, dass der Tod plötzlich eintrat, ohne Anzeichen einer akuten Notlage. Er kontaktierte weder Freunde noch Rettungsdienste mit Beschwerden über schwere Erkrankungen oder Schmerzen. [...] Sobald toxikologische Ursachen und traumatische Verletzungen ausgeschlossen sind, ist der plötzliche unerwartete Tod bei ansonsten gesunden Personen in der Regel auf Ursachen im zentralen Nervensystem (Schlaganfall, geplatztes Aneurysma, Krampfanfälle), in der Lunge (massive Lungenembolie) oder im Herz-Kreislauf-System (akuter Myokardinfarkt, Arrhythmie, Aortendissektion) zurückzuführen. Von diesen Kategorien ist eine tödliche Herzrhythmusstörung aufgrund einer Herzsarkoidose angesichts der demografischen Daten, Risikofaktoren, der gemeldeten Vorgeschichte und der Ergebnisse der Obduktion die wahrscheinlichste Ursache. Es gibt keine Hinweise auf eine absichtliche oder unbeabsichtigte Überdosierung von illegalen, verschreibungspflichtigen und/oder rezeptfreien Substanzen. Die Konzentrationen von Methamphetamin und Mitragynin im Blut des Verstorbenen, die bei der postmortalen toxikologischen Untersuchung festgestellt wurden, gelten für sich genommen nicht als tödlich. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die potenziell kardiovaskulär stimulierende Wirkung dieser Substanzen das Risiko einer Herzrhythmusstörung erhöht und somit zum Tod beigetragen hat. Aufgrund der Umstände, der Vorgeschichte und der Obduktionsergebnisse bin ich der Meinung, dass die Todesursache in diesem Fall wahrscheinlich eine Herzrhythmusstörung aufgrund einer wahrscheinlichen Herzbeteiligung bei systemischer Sarkoidose ist, wobei der Konsum von Methamphetamin und Kratom (Mitragynin) dazu beigetragen hat. Die Todesart ist Unfall.“

Hier der englische Originaltext:

„[...] The circumstances and scene findings suggest that death occurred suddenly, without evidence of acutedistress. He did not contact friends or emergency services with complaints of severe illness or pain. [...] Once toxicologic causes and traumatic injuriesare excluded, sudden unexpected death in otherwise healthy persons is usually due to central nervoussystem (stroke, ruptured aneurysm, seizure disorder), pulmonary (massive pulmonary embolism), orcardiovascular (acute myocardial infarction, arrhythmia, aortic dissection) etiologies. Of these categories,fatal cardiac arrhythmia due to cardiac sarcoidosis is the most likely etiology given the decedent’sdemographics, risk factors, reported history, and postmortem examination findings. There is no evidencefor intentional or unintentional overdose on illicit, prescription, and/or over-the-counter substances.The concentrations of methamphetamine and mitragynine in the decedent’s blood on postmortemtoxicology are not considered fatal on their own. However, the potential for the cardiovascular stimulanteffects of these substances to increase the risk of cardiac arrhythmia and thus contribute to death cannotbe ruled out.Based on the circumstances, history, and postmortem findings, it is my opinion that the cause of death inthis case is Probable cardiac arrhythmia due to Probable cardiac involvement of systemic sarcoidosis;methamphetamine and kratom (mitragynine) use are contributory. The manner of death is Accident.“

Die im Bericht als wahrscheinlichster Ablauf beschriebene, plötzlich auftretende Herzrhythmusstörung soll demnach unmittelbar zum Tod geführt haben, der so schnell eintrat, dass Naroditsky keine Möglichkeit mehr hatte, Hilfe zu rufen. Die antriebssteigernde Wirkung von Methamphetamin und Kratom auf Herz und Kreislauf könnte das Risiko einer tödlichen Rhythmusstörung zusätzlich erhöht haben, wird jedoch nicht als alleinige Ursache gewertet.

Aufgrund seines auffälligen Verhaltens in den Tagen zuvor sowie des erheblichen psychischen Drucks, dem der 29-Jährige in den Monaten vor seinem Tod ausgesetzt war, prüften die Ermittler auch die Möglichkeit eines Suizids. Diese Untersuchung erfolgte ausdrücklich aus Sorgfaltsgründen und nicht wegen konkreter Hinweise auf eine Selbsttötung.

Anlass waren unter anderem die öffentlichen Cheatingvorwürfe und die damit verbundene psychische Belastung. Die Wohnung wurde durchsucht und die Gerichtsmedizin untersuchte gezielt, ob Anzeichen für eine absichtliche oder unbeabsichtigte Überdosierung von illegalen Substanzen, verschreibungspflichtigen Medikamenten oder frei verkäuflichen Mitteln vorlagen. Das Ergebnis war eindeutig: Es fanden sich laut Bericht keinerlei Hinweise auf eine vorsätzliche oder unbeabsichtigte Überdosierung. Auch die Umstände am Auffindeort – keine Abschiedsnachricht, keine Vorbereitungshandlungen, keine Notrufe und keine Anzeichen akuter Verzweiflung – sprechen laut dem mehrseitigen Bericht klar gegen einen Suizid und für die Einstufung als „Unfall“.

Links


Die ChessBase GmbH, mit Sitz in Hamburg, wurde 1987 gegründet und produziert Schachdatenbanken sowie Lehr- und Trainingskurse für Schachspieler. Seit 1997 veröffentlich ChessBase auf seiner Webseite aktuelle Nachrichten aus der Schachwelt. ChessBase News erscheint inzwischen in vier Sprachen und gilt weltweit als wichtigste Schachnachrichtenseite.
Diskussion und Feedback Senden Sie Ihr Feedback an die Redakteure