Keymer, Caruana, Sindarov und So erreichen das Podest
Vincent Keymer entschied das Super Chess Classic in Bukarest für sich, indem er gegen Jorden van Foreest mit den weißen Figuren in Runde 9 gewann. Der deutsche Star startete punktgleich mit Fabiano Caruana in die Runde. In der Partie konnte er seinen Vorteil ausnutzen, nachdem Van Foreest Fehler im frühen Mittelspiel machte. Keymers Sieg gegen Van Foreest brachte ihm den sechsten Punkt.
Caruana spielte in der letzten Runde gegen Maxime Vachier-Lagrave. Caruana hatte eine Gewinnchance, jedoch blieb in dieser Begegnung der Sieg aus. Auf einen scharfen Sizilianer auf dem Brett folgte ein Fehler von MVL in Zug 24. Aber Caruana fand die Widerlegung mit 24...c5 nicht!
Stattdessen spielte er 24...Lc8? und die Partie bewegte sich in Richtung Remis. Später äußerte sich Caruana überrascht über seinen Fehler. Selbstkritisch merkte er an, dass die Gewinnvariante "nicht zu schwierig" zu finden gewesen wäre. Auch Dde übrigen beiden Partien des Tages endeten in Remis.
Die Ergebnisse der letzten Runde sorgten dafür, dass Keymer ohne Playoffs die alleinige Tabellenführung einnehmen konnte. Caruana erreichte den zweiten Platz mit einem halben Punkt weniger- Wesley So und Javokhir Sindarov erreichten einen geteilten dritten Platz mit 5 Punkten aus 9 Partien.

Kollegen, Freunde und Rivalen: Caruana und Vachier-Lagrave | Foto: Lennart Ootes
Garry Kasparov ist nicht nur einer der besten Schachspieler der Welt, er ist auch ein ausgezeichneter Schachtrainer. Im Rückblick auf seine Karriere zeigt der 13. Weltmeister eine Auswahl seiner besten Partien - mit auch heute noch verblüffenden Ideen
Runde 9 Ergebnisse
| Brett |
Elo |
|
|
Weiß |
Ergebnis |
|
Schwarz |
|
Elo |
| 1 |
2759 |
|
GM |
Keymer, Vincent |
1 - 0 |
GM |
Van Foreest, Jorden |
|
2735 |
| 2 |
2717 |
|
GM |
Vachier-Lagrave, Maxime |
½ - ½ |
GM |
Caruana, Fabiano |
|
2788 |
| 3 |
2767 |
|
GM |
Giri, Anish |
½ - ½ |
GM |
Praggnanandhaa, R |
|
2733 |
| 4 |
2759 |
|
GM |
Firouzja, Alireza |
- - + |
GM |
Deac, Bogdan-Daniel |
|
2650 |
| 5 |
2776 |
|
GM |
Sindarov, Javokhir |
½ - ½ |
GM |
So, Wesley |
|
2754 |
Endtabelle
| 1 |
|
GM |
Keymer, Vincent |
2759 |
GER |
* |
½ |
0 |
½ |
1 |
1 |
½ |
½ |
1 |
+ |
6 |
4 |
5 |
0 |
| 2 |
|
GM |
Caruana, Fabiano |
2788 |
USA |
½ |
* |
½ |
½ |
½ |
½ |
½ |
1 |
½ |
1 |
5½ |
2 |
5 |
0 |
| 3 |
|
GM |
Sindarov, Javokhir |
2776 |
UZB |
1 |
½ |
* |
½ |
1 |
½ |
½ |
0 |
½ |
½ |
5 |
2 |
5 |
0 |
| 4 |
|
GM |
So, Wesley |
2754 |
USA |
½ |
½ |
½ |
* |
½ |
½ |
½ |
½ |
½ |
+ |
5 |
1 |
4 |
0 |
| 5 |
|
GM |
Van Foreest, Jorden |
2735 |
NED |
0 |
½ |
0 |
½ |
* |
1 |
½ |
½ |
½ |
+ |
4½ |
2 |
3 |
1 |
| 6 |
|
GM |
Deac, Bogdan-Daniel |
2650 |
ROU |
0 |
½ |
½ |
½ |
0 |
* |
1 |
½ |
½ |
+ |
4½ |
2 |
3 |
2 |
| 7 |
|
GM |
Giri, Anish |
2767 |
NED |
½ |
½ |
½ |
½ |
½ |
0 |
* |
½ |
½ |
1 |
4½ |
1 |
5 |
0 |
| 8 |
|
GM |
Praggnanandhaa, R |
2733 |
IND |
½ |
0 |
1 |
½ |
½ |
½ |
½ |
* |
½ |
½ |
4½ |
1 |
4 |
0 |
|
|
GM |
Vachier-Lagrave, Maxime |
2717 |
FRA |
0 |
½ |
½ |
½ |
½ |
½ |
½ |
½ |
* |
1 |
4½ |
1 |
4 |
0 |
| 10 |
|
GM |
Firouzja, Alireza |
2759 |
FRA |
- |
0 |
½ |
- |
- |
- |
0 |
½ |
0 |
* |
1 |
0 |
3 |
0 |

Javokhir Sindarov erreichte den geteilten dritten Platz | Foto: Lennart Ootes

Praggnanandhaa und So können nicht aufhören zu analysieren! | Foto: Lennart Ootes
Ausgangspunkt der Aronian-Variante in der spanischen Partie (1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5) ist der Zug 3...Sge7, der nach Carlo Cozio benannt wurde, einem italienischen Schachmeister aus dem 18. Jahrhundert.
Der armenische Topgroßmeister Levon Aronian hat ein altes Konzept mit neuen Spielideen aufgefrischt. Ausgangspunkt der Aronian-Variante in der spanischen Partie (1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5) ist der Zug 3...Sge7, der nach Carlo Cozio benannt wurde, einem italienischen Schachmeister aus dem 18. Jahrhundert.
"Peter Leko ist immer da, voller Energie... [und] einigen schlaflosen Nächten"
Keymer beschrieb seinen Sieg später als seinen "größten Sieg in einem klassischen Turnier aller Zeiten". Er erreichte eine Turnier-Performance von 2835 und wird 7,8 Elopunkte dazugewinnen. In diesem Turnier, in dem er 6 Punkte in 9 Partien erreichte, gewann er alle Partien mit Weiß. Diese Leistungen erlauben ihm, auf Platz 6 der Liverating-Weltrangliste aufzusteigen. Damit tauscht er den Platz mit Anish Giri, der nur 50% im Turnier erreichte. Besonders enttäuschend war seine Niederlage in Runde 8 gegen Bogdan-Daniel Deac.
2026 ist das erste Jahr für Keymer als regulärer Spieler bei der Grand Chess Tour. Vor Bukarest war seine einzige Teilnahme in der Tour 2024 beim Superbet Rapid and Blitz Poland. Am diesjährigen Auftaktevent in Warschau nahm er nicht teil, wodurch dieser Turniersieg in Rumänien auch sein Debüt als fester Teil der Tour darstellt.

Vincent Keymer | Foto: Lennart Ootes
Vincent Keymer über das Turnier: "Es war ein großartiges Event für mich, aber auch mit einem Loch in der Mitte. Aber im Großen und Ganzen bin ich sehr glücklich mit den Ergebnissen und auch mit meiner Performance. Ich habe es geschafft, alle Weißpartien zu gewinnen. [...] der größte Sieg in einem klassischen Turnier für mich."
Nach dem Turnier bedankte sich Keymer bei den Organisatoren für die großartigen Spielbedingungen. Er bedankte sich auch bei seinem Vater, der ihn bei dem Turnier begleitete und bei seinen Fans für ihren Support. Ehre galt auch seinem langjährigen Trainer Peter Leko. Bei diesem bedankte er sich dafür, dass er immer voller Energie da war, auch wenn es "einige schlaflose Nächte oder zumindest Nächte mit wenig Schlaf" bedeutete.
Leko und Kemyer arbeiten schon seit Jahren miteinander. Die Zusammenarbeit begann schon bevor Keymer mit 13 Jahren das Grenke Chess Open gewann. Keymer startete das Turnier auf Startplatz 99, ließ 49 Großmeister hinter sich und gewann das Turnier. Leko selbst war 2004 WM-Herausforderer von Kramnik. Sein höchstes Rating erreichte er im April 2003, bei dem er Platz 4 der Weltrangliste innehatte.

Peter Leko und Vincent Keymer | Foto: Lennart Ootes

Die Spieler und Organisatoren | Foto: Lennart Ootes
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Bent Larsen (1935–2010) war der größte Schachspieler in der Geschichte Dänemarks und zeitweise der zweitstärkste Spieler der westlichen Welt – hinter Bobby Fischer. Zwischen 1954 und 1971 gewann er sechsmal die dänische Meisterschaft und erzielte im Laufe seiner Karriere zahlreiche internationale Turniersiege.
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Keymer 1-0 Van Foreest
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Keymer rechnet | Foto: Lennart Ootes

Jorden van Foreest gibt auf | Foto: Lennart Ootes
Vachier-Lagrave ½-½ Caruana

Die entscheidenden Partien der letzten Runde | Foto: Lennart Ootes
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Dieser Artikel von Carlos Alberto Colodro wurde von Martina Gerdts aus dem englischsprachigen Original "Keymer beats Van Foreest, wins Super Chess Classic Romania" (23.05.26) ins Deutsche übersetzt.
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