02.04.2026 – Nach vier Runden des Kandidatenturniers in Zypern hat sich ein klarer Führender herauskristallisiert. Javokhir Sindarov besiegte Fabiano Caruana im Duell der beiden Führenden und steht nun bei beeindruckenden 3,5 von 4 möglichen Punkten. Der 20-jährige Usbeke hat bereits einen vollen Punkt Vorsprung vor seinem engsten Verfolger. Auch Anish Giri konnte gewinnen und besiegte Andrey Esipenko mit Schwarz, wodurch er wieder eine 50-Prozent-Quote erreichte. Die beiden übrigen Partien, darunter auch die von Matthias Blübaum gegen Praggnanandhaa Rameshbabu, endeten remis. Heute ist der erste Ruhetag des Turniers. | Foto: FIDE / Yoav Nis, Michal Walusza
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Sindarov führt mit einem vollen Punkt!
Die vierte Runde des Kandidatenturniers in Zypern brachte im Topspiel des Tages ein eindeutiges Ergebnis: Javokhir Sindarov besiegte Fabiano Caruana im entscheidenden Duell der beiden Führenden. Mit diesem Sieg sicherte sich Sindarov bereits imposante 3,5 Punkte und einen vollen Punkt Vorsprung. Caruana belegt nun den alleinigen zweiten Platz.
Für den usbekischen Großmeister, den jüngsten Teilnehmer – er ist vier Monate jünger als Praggnanandhaa Rameshbabu –, war es ein Traumstart. Obwohl noch zehn Runden ausstehen, hat er sich bereits eine hervorragende Ausgangsposition geschaffen, um realistische Chancen auf den ersten Platz und damit das Recht, Gukesh Dommaraju herauszufordern, zu haben.
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Sindarovs jüngster Aufstieg ist bemerkenswert: Im Januar 2025 lag seine Elo-Zahl noch unter 2700, mittlerweile belegt er mit 2759,2 den sechsten Platz der Live-Weltrangliste. Erwähnenswert ist dabei, dass er drei seiner vier Partien mit Weiß gespielt hat. Die aufeinanderfolgenden Siege gegen Pragg und Caruana – zwei der Turnierfavoriten – unterstreichen die Bedeutung seines Erfolgs.
Der Mann des Tages – Javokhir Sindarov | Foto: FIDE / Michal Walusza
Trotz der Niederlage bleibt Caruana (2,5/4) alleiniger Zweiter und ist neben Sindarov der einzige Spieler mit einer positiven Bilanz nach vier Runden. Einen halben Punkt hinter Caruana liegen drei Spieler: Praggnanandhaa, Anish Giri und Matthias Bluebaum (je 2/4). Pragg und Giri haben jeweils einen Sieg und eine Niederlage auf dem Konto, während Bluebaum – bei seiner ersten Teilnahme am Kandidatenturnier – neben Sindarov als einziger Spieler ungeschlagen ist, ebenfalls dreimal mit Weiß spielte und alle seine vier Partien bisher remis gespielt hat.
Das zweite entscheidende Ergebnis des Tages erzielte Anish Giri, der Andrey Esipenko mit den schwarzen Steinen besiegte. Die beiden übrigen Partien, Wei Yi gegen Hikaru Nakamura und Bluebaum gegen Praggnanandhaa, endeten jeweils remis.
Ergebnisse Runde 4:
Tabelle nach Runde 4:
Matthias Blübaum gegen Praggnanandhaa Rameshbabu
Eine schöne Bilanz aus Sicht von Matthias Blübaum – gestern kam noch ein Remis hinzu.
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Blübaum und Praggnanandhaa trafen bislang noch nicht oft aufeinander. Beim Grand Swiss gewann der Deutsche undqualifizierte sich damit als Zweiter hinter Giri für dieses Kandidatenturnier. | Foto: Michal Walusza
Wie in der Runde zuvor gegen Andrey Esipenko kam es auch in Runde 4 wieder zur Diskussion um den Isolani auf d5. In der heutigen, semislawisch eröffneten Partie entschied sich Matthias Blübaum wieder dafür, dem Schwarzen zu überlassen, wie sich die Dinge entwickeln sollen.
Entgegen der vorherigen Runden hatte Praggnanandhaa Rameshbabu keine frühe Eröffnungsüberraschung vorbereitet und ging eher in eine Theoriediskussion. Etwas später stieß Blübaum dann mit dem f-Bauern vor, um den Läufer auf e5 zu installieren. Zuvor hatte der Inder bereits auf e4 seinen Springer auf einem Idealfeld postiert. Im Gegensatz zu dem Springer konnte der Läufer aber mit dem f-Bauern wieder vertrieben werden. Die Stellung bewegte sich im ausgeglichenen Bereich und es sollte um die Frage gehen, ob das weiße Läuferpaar vorteilhaft eingesetzt werden kann oder nicht.
Hikaru Nakamura gibt Sieg gegen Wei Yi aus der Hand
Wei Yi und Nakamura trafen erstaunlich selten aufeinander – und spielten bislang in klassischen Partien immer Remis.
Nakamura war derweil erneut in die längste Partie der Runde verwickelt, diesmal jedoch auf Sieg aus. Er errang in einem Doppelturm-Endspiel gegen Wei Yi einen Mehrbauern, konnte diesen aber nicht verwerten. In seiner Partieanalyse bezeichnete Nakamura 48…Tb2 als seinen letzten Fehler, da dieser zu einem Turmtausch führte.
Nakamura merkte an, dass 48…f5 ihm erlaubt hätte, die Fähigkeit seines Gegners, die Stellung mit einem Bauern weniger zu verteidigen, weiter zu testen.
Auf der Suche nach dem Sieg – Hikaru Nakamura | Foto: FIDE / Yoav Nis
Sindarov übernimmt alleinige Führung
Sindarovs Sieg gestern war erst die zweite klassische Partie zwischen den Beiden.
Die beiden entscheidenden Partien wurden maßgeblich von der Eröffnungsvorbereitung beeinflusst. Im Spitzenspiel konnte Sindarov eine Variante spielen, die er speziell für diese Partie geprüft hatte – mit 10. a4 aus einem angenommenen Damengambit.
Caruana geriet schnell in Zeitnot und hatte nach 18 Zügen bereits eine Stunde Rückstand. Sindarov, der die entstehenden Strukturen und Pläne genau kannte, erhöhte stetig den Druck, während Caruana gezwungen war, bei fast jedem Zug Zeit zu investieren. Ein paar Ungenauigkeiten brachten Schwarz in eine strukturell unterlegene Stellung und unter erheblichen Zeitdruck.
Im 27. Zug gelang Sindarov ein starker Bauernvorstoß, der ihm bald einen Bauern mehr und eine dominante Stellung einbrachte.
Caruana spielte noch einige Züge weiter, um die Zeitkontrolle zu erreichen, gab aber schließlich doch schon im 36. Zug auf. Zu diesem Zeitpunkt hatte er nur noch 48 Sekunden Zeit – gegenüber Sindarovs 42 Minuten.
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Andrey Esipenko scheint zu Anish Giris Lieblingsgegnern zu gehören!
In der Partie Esipenko gegen Giri wählte der russische Großmeister eine Nebenvariante des Najdorf-Sizilianers, vermutlich aufgrund seiner gründlichen Vorbereitung. Giri demonstrierte jedoch sein umfassendes theoretisches Wissen, indem er die gewagt erscheinende Variante souverän spielte.
Esipenko opferte mit 16.b4 korrekterweise einen Bauern, um Aktivität am Damenflügel zu erzeugen, doch ein ungenauer Zug zwei Züge später ermöglichte es Giri, die Initiative zu ergreifen.
Der Zug 18…La4, mit dem Schwarz durch den Angriff auf den Turm ein Tempo gewann, verschaffte ihm einen klaren Vorteil.
Von da an war Giris Umgang mit der Initiative geradezu bewundernswert, denn er nutzte seinen Vorteil zu einem denkwürdigen Sieg nach 34 Zügen.
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Carlos ColodroCarlos Colodro stammt aus Bolivien und ist Spanisch-Philologe. Seit 2012 arbeitet er als freier Übersetzer und Autor. Schach, Literatur und Musik sind seine großen Leidenschaften.
15.04.2026 – Der Sieger des Kandidatenturniers steht fest: Javokhir Sindarov! Mit einem souveränen Remis gegen Anish Giri in Runde 13 sicherte er sich den Turniersieg eine Runde vor Schluss. Aber dafür ist das Kandidatenturnier der Frauen umso spannender. Bibisara Assaubayeva und Vaishali führen mit je 7,5 Punkten, dahinter folgt Zhu Jiner (Bild) mit 7 Punkten. Aber drei weitere Spielerinnen mit je 6,5 aus 13 haben ebenfalls noch Chancen auf den ersten Platz: Aleksandra Goryachkina, Anna Muzychuk und Kateryna Lagno. Matthias Blübaum spielt in der letzten Runde gegen Anish Giri. Mit einem Remis ist Giri sicher alleiniger Zweiter und Blübaum würde mit seinem 13. Remis in 14 Partien in der Live-Weltrangliste über 2700 bleiben. | Foto: Michal Walusza / FIDE | Partien mit Kommentar ab 14:30 Uhr
01.04.2026 – Nach drei Runden des Kandidatenturniers in Zypern haben sich zwei Spieler bereits einen deutlichen Vorsprung erarbeitet. Fabiano Caruana und Javokhir Sindarov feierten jeweils ihren zweiten Sieg und liegen damit vor ihrem direkten Duell in Runde 4 einen ganzen Punkt vor dem Rest des Feldes. Caruana bezwang Wei Yi nach zwei ungewohnten Fehlern des chinesischen Großmeisters, während Sindarov Praggnanandhaa Rameshbabu in einem hart umkämpften Match bezwang. Matthias Blübaum gehört zu den nächsten Verfolgern: Er remisierte auch seine dritte Partie gegen Andrey Esipenko und spielt am Mittwoch gegen Praggnanandhaa. Am Donnerstag folgt der erste Ruhetag nach vier Runden. | Foto: FIDE / Michal Walusza
Wie baut man ein systematisches Schachtraining auf, so dass die SchülerInnen die daraus erworbenen Erkenntnisse in ihren eigenen Partien anwenden können? Der Autor Stefan Becker ist dabei auf eine erschreckend einfache Antwort gekommen. Bei jeglicher schachlicher Frage befindet sich die Lösung auf dem Brett. Insofern liegt es geradezu auf der Hand, dass die Figuren dazu befragt werden sollen, wie sie sich die weitere Entwicklung der Geschehnisse vorstellen. Doch wie führt man solche Gespräche, und was passiert, wenn sich die Interessen der Figuren einander widersprechen? Großmeister Dr. Karsten Müller verleiht den Figuren seine Stimme und versucht deren Gefühle, Pläne, Wünsche zu formulieren, während Stefan Becker demonstriert, wie aus diesem Dialog, konkreter Berechnung und neuen Fragen die richtige Entscheidung folgt. Diese DVD gibt die Antworten anhand ausgewählter Meisterpartien. Plötzlich wird verständlich, wie Weltklassespieler ihre auf den ersten Blick erstaunlichen Ideen entwickelt haben.
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Videos: Nico Zwirs untersucht Russisch-Experimente vom Kandidatenturnier. Robert Ris hat einen Tipp gegen die Caro-Kann-Vorstoßvariante mit 3…c5. Fiona Sieber zeigt eine Überraschungswaffe gegen Najdorf. „Wundertüte“ mit 40 Analysen von Berg, L'Ami u.a.
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In diesem neuen Kurs bündeln Karsten Müller und Leon Mendonca ihr Wissen, um das zu vermitteln, worauf es im Endspiel wirklich ankommt: 10 essenzielle Regeln, die jeder Schachspieler kennen muss.
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