DSOL Interview - Tim Bendfeldt vom Eckernförder SC

von Arne Kaehler
19.03.2021 – In der DSOL geht es in den nächsten zwei Wochen um alles. Welche Teams können sich für die Endrunde qualifizieren? Welche Mannschaften müssen Ihre Sachen packen und nach Hause gehen (oder eher die Computer ausschalten)? Für den Eckernförder SC II ist der Zug leider schon abgefahren. Allerdings sieht es für die erste Mannschaft aus dem Norden in der Liga 4 D, besser aus. Das wäre dem Team aus Schleswig-Holstein wirklich zu gönnen, feiern sie doch dieses Jahr tatsächlich ihr 100-Jähriges Jubiläum! Tim Bendfeldt spielt fast ständig in Team I und II, und hat durch die DSOL wieder richtig "Bock" auf das Schachspielen bekommen. Warum dem so ist, erfahren wir im DSOL Interview.| Fotos: Tim Bendfeldt

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Tim Bendfeldt - Ein Schachboxer in der DSOL

Wie dem Titelbild wohl schon entnommen werden konnte, ist Tim Bendfeldt nicht nur ein recht starker-, sondern auch ein boxender Schachspieler.

"Der will nur spielen" Tim Bendfeldt bekommt eher selten was auf die "Mütze", da er schachlich und boxerisch zu den besseren zählt.

Erst wird gehauen, dann gezogen. Schachboxen ist und bleibt ein kurioser Sport.

Ich durfte bereits in den 90gern gegen Tim in einem Mannschaftskampf spielen, und hatte ihn allerdings etwas anders in Erinnerung.

Im Interview erzählt der charmante Schleswig-Holsteiner, wie er zum Schachboxen kam und wie die DSOL ihm wieder die Liebe zum Schachspielen bringen konnte.

  • 0:23 - Kurze Anekdote zu Tim Bendfeldt
  • 1:42 - Wie kamst Du zum Schachboxen?
  • 5:35 - Wieso spielst Du 1.h3 als Weißer, und wieso hast Du durch die DSOL wieder die Lust zum Schachspielen bekommen?
 

100 Jahre Eckernförder SC

Was für ein Jahr um ein Jubiläum zu feiern, oder? Der Traditionsverein, der dicht an der dänischen Grenze liegt, hat bereits seit 1921 Schachfiguren aufgebaut. Damals waren es acht Gründer.

Der Club hat übrigens eine besondere Bindung zu einem der damals stärksten Schachspieler Deutschlands gehabt. Vielleicht hat die ein oder andere Person schon einmal den Namen "Friedrich "Fritz" Sämisch" gehört?

Großmeister Friedrich Sämisch beim Blind-Simultan im Eckernförder Schachclub. Er war von 1950 bis 1959 Mitglied im Verein und hat selbstverständlich immer am ersten Brett gespielt.

Beschleunigtes Sämisch Band 1 und 2 - Benoni/Königsindisch/Grünfeld: Ein Weißrepertoire nach 1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.f3

Auf 2 Bänden führt Marco Baldauf in das Sämisch-System ein. Mit dem frühen 3.f3 wird das Zentrum stabilisiert, zudem eine mögliche Expansion am Königsflügel vorbereitet.

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Der Ehrenvorsitzende Edmund Lomer, hat auf der Webseite des Eckernförder SC eine interessante Chronik zum Schachclub geschrieben (Historie). Hier ein Auszug zu Sämisch:

Bei dieser schillernden Persönlichkeit blieb es nicht aus, dass sich eine Fülle von Anekdoten um ihn rankten. Hier einige Beispiele: Nach einer schachlichen Festveranstaltung zogen sich Sämisch und zwei andere Meister zum Skat in ein Nebenzimmer zurück. Als das erste Spiel ausgegeben wurde, sagte Sämisch so recht behaglich: "Endlich einmal ein Spiel, bei dem man denken muss." Nach erstaunten Blicken seiner Partner fügte er lächelnd hinzu: "Nun, ja, das Schach ist doch ein ausgesprochenes Glücksspiel!"

Sämisch, dessen Orientierungssinn in fremden Städten oft zu wünschen ließ, hatte gemeinsam mit dem Hamburger Meister Brinkmann an einer Veranstaltung teilgenommen. Brinkmann, der mit Sämisch im selben Quartier wohnte, hatte sich bereits entfernt. Als Sämisch später folgte, aber das Quartier nicht wiederfand, soll er, laut "Brinkmann, Brinkmann" rufend, zu nächtlicher Stunde durch die bereits menschenleeren Straßen gelaufen und tatsächlich erfolgreich gewesen sein.

Bei einem Turnier spielte Tröger gegen Sämisch. Dieser überschritt die Bedenkzeit, ohne es zu merken und brütete weiter über der Stellung. Tröger bat aus journalistischem Interesse den Schiedsrichter, Sämisch nicht zu stören. Er wolle herausfinden, wie lange es dauern würde, bis er seine Zeitüberschreitung bemerkte. Es dauerte. Endlich, nach fast 40 Minuten blickte Sämisch hoch, schaute auf die Uhr und reichte die Hand zur Gratulation.

Eckernförde hat sogar noch einiges mehr zu bieten. Letztendlich wurden die Landesmeisterschaften 1956, 1964,1973, 1980, 1983, 1984,1991, 2001 und 2011 im hohen Norden ausgeführt. Wenn alles gut geht, soll die nächste Meisterschaft auch dieses Jahr im Herbst wieder in Eckernförde stattfinden. Also Daumen drücken.

Die Vereinsmeister:

Heinz Huber wurde 14 Mal Vereinsmeister, Friedrich Sörnsen (9), Edmund Lomer (8), Dustin Möller (6).

Die Ehrenvorsitzenden:

Waren Wilhelm Schumacher (1983), Werner Schmidt (1996) und seit 2009 - Edmund Lomer.

Und noch ein paar Infos von Edmund Lomer:

  • 1962 wurde die Deutsche Damen-Schachmeisterschaft ausgerichtet.
  • Aljoscha Feuerstack trat mit 11 Jahren im Jahre 2000 bei, blieb einige Jahre Mitglied und machte eine tolle Karriere bis in die Deutsche Spitze.
  • Dustin Möller wurde Landesvizemeister im Jahre 2018 und nahm an der DM teil.
  • Das Sport-Ehrenblatt der Stadt Eckernförde erhielten Manfred Homuth (1996) und Edmund Lomer (2000).

Ich möchte dem Mannschaftsführer des Eckernförder DSOL Teams - Torsten Bahr - danken, der alles zum Interview eingeleitet hat.

Links:


Arne Kaehler, ein kreativer Kopf, der sich für Brettspiele im Allgemeinen begeistert, wurde in Hamburg geboren und lernte schon in jungen Jahren das Schach spielen. Durch das Unterrichten von Schach für Jugendteams und das Erstellen von Schachbezogenen Videos auf YouTube, konnte Arne diese Leidenschaft ausweiten und hat sogar einen Online-Schachkurs für alle erstellt, die lernen möchten, wie man dieses Spiel spielt. Derzeit schreibt Arne für die Englische Nachrichtenseite auf Chessbase und konzentriert sich auf die Erstellung von unterhaltsamen Blogeinträgen.

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