Von Runde zu Runde wird es unwahrscheinlicher, dass Anish Giri Javokhir Sindarov noch einholt. Seine Chancen bestehen trotzdem weiterhin. Nachdem Sindarov gegen Nakamura ein schnelles Remis eingegangen war, bekam Giri eine Chance, den Abstand zu Sindarov zu verringern. Letztendlich endete aber auch diese Partie in einem Remis.
Wei Yi reklamiert auf dreifache Stellungswiederholung | Foto: Michal Walusza / FIDE
"Es ist nicht so einfach", sagte Anish Giri nach der Partie im FIDE-Interview. Damit lässt sich das Endspiel, dass er gegen Wei Yi auf dem Brett hatte, wohl am besten beschreiben.
Nach dem Remis durch eine dreifache Stellungswiederholung bleiben Giri nur noch zwei Runden um 2 Punkte Abstand zu Sindarov aufzuholen. In Runde 13 werden die beiden direkt aufeinanderstoßen und in Runde 14 wird Giri gegen Blübaum, den Remiskönig, spielen. Sindarov hat es nun selbst in der Hand, mit mindestens einem Remis in den letzten zwei Runden den Turniersieg festzumachen. Anish Giri erwähnte im FIDE-Interview auch, dass er sich Sorgen machte, weil Sindarov in der letzten Runde gegen Wei Yi spielen würde. Aus seiner Sicht hätte Wei Yi in seinem Eröffnungsrepertoire mit Weiß keine Waffen versteckt, die ein Spiel auf Sieg gegen Sindarov ermöglichen würden.
In der FIDE-Pressekonferenz wurde von dem schnellsten Remis in einem Kandidatenturnier gesprochen. Nakamura korrigierte, gegen Nepomniachtchi hatte er 2022 in Madrid bereits eine kürzere Partie gespielt. Diese Partie inspirierte Sindarov dazu, über schnelle Remis den Turniersieg zu erreichen. So hatte Nepomniachtchi damals auch den Vorsprung im Kandidatenturnier gesichert und dann das Turnier gewonnen. In der Pressekonferenz erwähnte Sindarov außerdem, dass er sich vor der Partie gegen Nakamura für einige Eröffnungen Varianten mit erzwungenem Remis angeschaut hatte.
Sindarov vs. Nakamura vor Partiebeginn | Foto: Michal Walusza / FIDE
Es ist erstaunlich mit was für einer Konstanz Matthias Blübaum gegen die Weltelite des Schachs über so viele Runden remis spielt. Zwölf Runden wurden mittlerweile gespielt und weiter teilt er sich die Punkte mit seinen Gegnern. In der ersten Turnierhälfte hatte Fabiano Caruana es noch als einziger geschafft, gegen Blübaum zu gewinnen. Nun mit den schwarzen Figuren in Runde 12 war auch ihm dies nicht mehr möglich.
Selbst wenn Anish Giri in Runde 13 gegen Javokhir Sindarov gewinnen sollte und Sindarov in der letzten Runde nochmal verlieren sollte – Wunder sind möglich – verringert Blübaums solides Spiel Giris Chancen in der letzten Runde zu gewinnen und Sindarov einzuholen zusätzlich. Im unwahrscheinlichen Fall von zwei Sindarov-Niederlagen könnte Blübaum der turnierentscheidende Gegner für Giri werden.
Matthias Blübaum und Fabiano Caruana spielten die Abtauschvariante des abgelehnten Damengambits. Sie tauschten nach der Eröffnung so lange Figuren ab, bis sie in einem Damenendspiel mit kaputter Bauernstruktur auf beiden Seiten ankamen. In der gesamten Partie rührte sich der Analysebalken der Engine kaum. Hier wurden definitiv keine Gewinnstellungen verpasst.
Blübaum spielt auch gegen Fabiano Caruana remis | Foto: Michal Walusza / FIDE
Zwischen Esipenko und Praggnanandhaa ging es um das Tabellenende. Vor der zwölften Runde stand Esipenko mit 4 Punkten auf dem achten Platz und Praggnanandhaa mit 4,5 Punkten auf dem siebten Platz. Mit dem Remis hält sich Praggnanandhaa seinen Gegner weiterhin mit einem halben Punkt Abstand von sich fern.
Esipenko vs. Praggnanandhaa | Foto: Michal Walusza / FIDE
Blübaum, Wei Yi und Hikaru Nakamura bilden das solide Mittelfeld der Tabelle mit 5,5 aus 12. Fabiano Caruana hat nun auch offiziell keine Chance mehr, das Turnier zu gewinnen und selbst für Anish Giri wird die Luft immer dünner. Man mag es niemandem verdenken, der Sindarov schon vorschnell zum Turniersieger erklärt. Runde 13 wird nochmal spannend, wenn Sindarov und Giri direkt gegeneinander spielen.
Am Montag gibt es einen Ruhetag beim Kandidatenturnier. Dienstag und Mittwoch finden dann die letzten beiden Runden statt!
Sindarov und Nakamura bei der FIDE-Pressekonferenz | Foto: Michal Walusza / FIDE
Format: Sowohl im offenen Turnier als auch im Damenturnier treten die acht qualifizierten Spieler in einem Doppelrundenturnier mit insgesamt 14 Runden gegeneinander an.
Bedenkzeit (Open): Die Partien werden mit einer Bedenkzeit von 120 Minuten für die ersten 40 Züge gespielt, gefolgt von 30 Minuten für den Rest der Partie, wobei die Bedenkzeit ab dem 41. Zug um 30 Sekunden pro Zug erhöht wird.
Preisgeld: Das Mindestpreisgeld für die Veranstaltung beträgt die Rekordsumme von 1.000.000 €.
Tiebreaks: Im Falle eines Gleichstands um den ersten Platz nach 14 Runden wird ein Stechen ausgetragen, um den Sieger zu ermitteln, der sich für den Weltmeisterschaftskampf qualifiziert, der im November 2026 stattfinden soll.
Das Reglement für das FIDE-Kandidatenturnier 2026 finden Sie unten:
| Datum | Wochentag | Runde | Partiebeginn |
| 29.03.26 | Sonntag | Runde 1 | 14:30 Uhr |
| 30.03.26 | Montag | Runde 2 | 14:30 Uhr |
| 31.03.26 | Dienstag | Runde 3 | 14:30 Uhr |
| 01.04.26 | Mittwoch | Runde 4 | 14:30 Uhr |
| 02.04.26 | Donnerstag | Ruhetag | |
| 03.04.26 | Freitag | Runde 5 | 14:30 Uhr |
| 04.04.26 | Samstag | Runde 6 | 14:30 Uhr |
| 05.04.26 | Sonntag | Runde 7 | 14:30 Uhr |
| 06.04.26 | Montag | Ruhetag | |
| 07.04.26 | Dienstag | Runde 8 | 14:30 Uhr |
| 08.04.26 | Mittwoch | Runde 9 | 14:30 Uhr |
| 09.04.26 | Donnerstag | Runde 10 | 14:30 Uhr |
| 10.04.26 | Freitag | Ruhetag | |
| 11.04.26 | Samstag | Runde 11 | 14:30 Uhr |
| 12.04.26 | Sonntag | Runde 12 | 14:30 Uhr |
| 13.04.26 | Montag | Ruhetag | |
| 14.04.26 | Dienstag | Runde 13 | 14:30 Uhr |
| 15.04.26 | Mittwoch | Runde 14 | 14:30 Uhr |
| 16.04.26 | Donnerstag | Tiebreak (bei Bedarf) |
14:30 Uhr |
Hinweis: Die Runden beginnen jeweils um 15:30 Uhr lokaler Zeit, d.h. 14:30 Uhr deutscher Zeit. Die Partien werden mit einer Verzögerung von etwa 15 Minuten übertragen.