Schacholympiade: Lara Schulze gewinnt für Deutschland

von Martina Gerdts
21.09.2026 – In Runde 6 konnte das Team um Vincent Keymer die Erfolgssträhne nicht mehr halten. Nach dem großartigen 2,5:1,5-Sieg gegen die USA verlor das Team in der offenen Sektion 3:1 gegen China. Vincent Keymer verlor gegen Ding Liren und Alexander Donchenko verlor gegen Xu Xiangyu. In der Frauensektion gab es erfreulichere Ergebnisse. Lara Schulze gewann gegen die Rumänin Andreea-Marioara Cosman an Brett 4. Die restlichen Partien endeten in Remis, wodurch Deutschland Rumänien 2,5:1,5 besiegte. | Foto: ChessBase / Steffen Rätzke von Stoyentin

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Zum Abend des Spieltages beginnen wir mit der Besprechung der Ergebnisse der deutschen Teams. Am folgenden Tag wird ein allgemeiner Bericht zu der 6. Runde der Schacholympiade veröffentlicht.

Open: Deutschland verliert gegen China

Fängt man mit den positiven Nachrichten aus dem Match Deutschland vs. China an, sind die Remis von Matthias Blübaum gegen Wei Yi und von Frederik Svane gegen Yu Yangyi zu erwähnen. Matthias Blübaum spielte mit den weißen Figuren gegen Wei Yi, der 90 Elopunkte mehr hat als er. Frederik Svane erreichte das Remis mit den schwarzen Figuren mit 60 Elopunkten weniger gegen Yu Yiangyi. 

Zum Bedauern des deutschen Teams reichten nur die Ergebnisse an Brett 1 und Brett 4 nicht. Vincent Keymer verlor mit Schwarz gegen den ehemaligen Weltmeister Ding Liren. Zusätzlich verlor auch noch Alexander Donchenko gegen Xu Xiangyu. Damit war das Resultat ein 3:1-Sieg von China gegen Deutschland. 

Am Dienstag ist Ruhetag bei der Schacholympiade. Ausgeruht und neu gestärkt können die Teams am Mittwoch wieder antreten.Wei Yi mit Schwarz gegen Matthias Blübaum | Foto: Michal Walusza / FIDE

Die Paarungen: China gegen Deutschland

Bo. 4
  China
Rtg - 5
  Deutschland
Rtg 3:1
2.1 GM Ding, Liren 2733 - GM Keymer, Vincent 2764 1:0
2.2 GM Wei, Yi 2752 - GM Bluebaum, Matthias 2662 0,5:0,5
2.3 GM Yu, Yangyi 2710 - GM Svane, Frederik 2655 0,5:0,5
2.4 GM Xu, Xiangyu 2631 - GM Donchenko, Alexander 2625 1:0

Ding Liren vs. Vincent Keymer

Die Partie zwischen Ding Liren und Vincent Keymer verlief lange ausgeglichen. Erst im Endspiel bekam Vincent Keymer Probleme. Etwas zu optimistisch spielte Keymer 39...a4? 

Die Bauern am Königsflügel wurden ihm danach zum Verhängnis. Es folgte 40.f5 Ld7. Keymer hatte weniger als eine Minute auf der Uhr und der Unterschied zu 39...Ld7 ist auf dem ersten Blick schwer erkennbar. Ding Liren führte fort mit 41.h5 gxh5 42.Ld4 und das Problem wurde für Keymer so offensichtlich, dass er in dieser Stellung seinen Läufer opferte.

Am Ende ließ sich der g-Bauer ohne weiteren Materialverlust nicht mehr aufhalten, weshalb Keymer aufgab. Die Freibauern auf der a- und h-Linie reichten ihm nicht aus.

Vincent Keymer mit Schwarz gegen Ding Liren | Foto: Michal Walusza / FIDE

Xu Xiangyu (3/4) besiegte Alexander Donchenko (3,5/5) | Foto: Michal Walusza / FIDE

In diesem Videokurs werden die möglichen Aufstellungen, die Schwarz wählen kann, in allen Einzelheiten vorgestellt. Sie werden die wichtigsten Konzepte und Strategien lernen, um diese fantastische Eröffnung in Ihr Repertoire aufzunehmen.

Tabelle nach Runde 6 (Open)

Sechs Runden sind gespielt und das deutsche Team befindet sich nach Zweitwertung auf Platz 9. Die Mannschaft steht punktgleich mit 10/12 Mannschaftspunkten mit den Teams auf Platz 4 bis Platz 14. Nur Usbekistan, China und Armenien haben mehr Punkte als das Team um Vincent Keymer. Usbekistan führt die Tabelle mit 12 Mannschaftspunkten aus 12 möglichen Punkten an. Nach dem Sieg von Usbekistan gegen Indien befindet sich Indien auch in der Gruppe der Mannschaften mit 10 Mannschaftspunkten.

Rg. SNr Team   +    =    -   Wtg1   Wtg2   Wtg3   Wtg4 
1 3
Usbekistan 6 0 0 12 141 19,5 46
2 4
China 5 1 0 11 138 18,5 48
3 10
Armenien 5 1 0 11 108 17 43
4 9
Frankreich 4 2 0 10 116,5 17,5 44
5 6
Niederlande 5 0 1 10 114,5 16 45
6 14
Turkiye 5 0 1 10 114 17,5 44
7 2
Indien 5 0 1 10 113 16 45
8 19
Griechenland 5 0 1 10 111 18 40
9 5
Deutschland 5 0 1 10 108 16 47
10 11
England 4 2 0 10 106 16,5 43
11 28
Bulgarien 5 0 1 10 105,5 16,5 43
12 7
Aserbaidschan 4 2 0 10 104 16,5 42
13 30
Usbekistan 2 5 0 1 10 99 16 40
14 1
USA 5 0 1 10 99 16 38
15 18
Iran 4 1 1 9 116 18 43
16 23
Rumänien 3 3 0 9 114 17,5 43
17 20
Tschechien 4 1 1 9 104,5 16,5 43
18 16
Polen 4 1 1 9 101 17 41
19 38
Slowakei 4 1 1 9 100 17,5 38
20 39
Belarus 4 1 1 9 97 17,5 37
21 15
Serbien 4 1 1 9 97 15 44
22 27
Österreich 4 1 1 9 96 16 40
23 37
Litauen 4 1 1 9 95 17 39
24 36
Schweden 4 1 1 9 95 16,5 40
25 65
Turkmenistan 4 1 1 9 93 18 36
26 35
Kasachstan 4 1 1 9 92,5 17 38
27 32
Australien 4 1 1 9 76,5 15 36
28 8
Ungarn 4 1 1 9 70,5 12 42
29 57
Philippinen 4 0 2 8 102 18 40
30 13
Spanien 4 0 2 8 101 16 43

... von insgesamt 206 Mannschaften in der offenen Sektion

Partien Deutschland (Open)

Die Atmosphäre zum Rundenbeginn: Deutschland vs. China

ChessBase war beim Rundenbeginn dabei | Video: ChessBase

Alexander Donchenko im Gespräch mit Arne Kähler

Alexander Donchenko über deutsche Pünktlichkeit | Video: ChessBase

Die Gegner in Runde 7: Türkiye

Nach dem Ruhetag am Dienstag trifft das deutsche Team auf Türkiye, u.a. mit Ediz Gürel. Die Mannschaft von Erdogmus und Gürel verlor bisher ein Match. In Runde 4 unterlagen sie Usbekistan 1,5:2,5. In Runde 6 gewann Türkiye gegen die Schweiz. Leichte Gegner wird es für das deutsche Team sobald nicht mehr geben...

Ediz Gürel spielte Remis, Türkiye gewann 3:1 gegen die Schweiz | Foto: Michal Walusza / FIDE

GM Blohberger präsentiert in dieser zweiteiligen Reihe ein vollständiges Repertoire für Schwarz: praxisnah, verständlich, flexibel – statt seitenlanger Theoriewüsten gibt es klare Konzepte und leicht erlernbare Strategien.
Die Königsindische Verteidigung ist seit Jahrzehnten eine der dynamischsten und beliebtesten Antworten auf 1.d4. Spieler wie Garri Kasparow, Bobby Fischer oder Hikaru Nakamura haben sie auf höchstem Niveau eingesetzt – und sie begeistert bis heute, weil sie Schwarz nicht nur solides Spiel, sondern auch reiche Angriffs- und Gegenspielmöglichkeiten bietet. Der besondere Vorteil: Königsindisch ist ein universelles System, das sich gegen 1.d4, 1.c4 und 1.Sf3 gleichermaßen anwenden lässt. Großmeister Felix Blohberger, mehrfacher österreichischer Meister und erfahrener Sekundant, präsentiert in dieser zweiteiligen Reihe ein vollständiges Repertoire für Schwarz. Sein Ansatz: praxisnah, verständlich, flexibel – statt seitenlanger Theoriewüsten gibt es klare Konzepte und leicht erlernbare Strategien.
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Frauen: Lara Schulze Spielerin des Tages

Aus deutscher Sicht gibt es erfreulichere Nachrichten über das Match Rumänien gegen Deutschland zu Berichten. Neben drei Remis von Dinara Wagner gegen Irina Bulmaga, Elisabeth Pähtz gegen Miruna-Daria Lehaci und Jana Schneider gegen Elena-Luminita Cosma gab es einen Sieg von Lara Schulze gegen Andreea-Marioara Cosman. Damit gewann Deutschland 2,5:1,5 gegen Rumänien. 

Die Paarungen: Rumänien gegen Deutschland

Bo. 23
  Rumänien
Rtg - 10
  Deutschland
Rtg 1,5:2,5
7.1 IM Bulmaga, Irina 2359 - IM Wagner, Dinara 2399 0,5:0,5
7.2 WIM Lehaci, Miruna-Daria 2282 - GM Paehtz, Elisabeth 2404 0,5:0,5
7.3 WGM Cosma, Elena-Luminita 2234 - WGM Schneider, Jana 2325 0,5:0,5
7.4 WIM Cosman, Andreea-Marioara 2217 - FM Schulze, Lara 2307 0:1
Lara Schulze vs. Andreea-Marioara Cosman

Eine Taktik wurde der rumänischen WIM Andreea-Marioara Cosman zum Verhängnis. Sie hatte sich in der Partie gegen Lara Schulze aus einer schlechten Position zurückgekämpft, doch dann tappte sie in eine Falle.

Nach 31...Tg4 folgte der wichtige Zwischenzug 32.Dd8+ Kh7 33.Sxf5 Txg2+ und nach 34.Kh1 Txf2 kam 35.Dxd5! Damit war das Dauerschach abgewehrt. Aber die Variante ging noch weiter. 

Weiß gab ihre Dame in dieser Variante ab, weil der schwarze König keine Chance mehr hatte, den b-Bauern aufzuhalten. Die Quadratregel kann auch Partien auf 2200er/2300er-Niveau entscheiden. 

Ein großartiges Partieende für Lara Schulze, das dem Team Deutschland in Kombination mit den drei Remis der Teamkolleginnen den Matchsieg brachte. 

In diesem Videokurs dreht sich alles um das Thema Entwicklungsvorsprun: Wie entsteht ein Entwicklungsvorsprung und wie kann man ihn verwerten? Wie kann man den gegnerischen Entwicklungsvorsprung neutralisieren?

Tabelle nach Runde 6 (Frauen)

Rg. SNr Team   +    =    -   Wtg1   Wtg2   Wtg3   Wtg4 
1 4
China 6 0 0 12 151,5 20,5 46
2 3
Kasachstan 6 0 0 12 135,5 18,5 47
3 1
Indien 5 0 1 10 128 18,5 45
4 11
Bulgarien 5 0 1 10 124 19 43
5 10
Deutschland 5 0 1 10 116,5 16,5 45
6 17
Schweiz 4 2 0 10 116 18 42
7 16
Armenien 5 0 1 10 116 17,5 44
8 9
Polen 5 0 1 10 114 17 47
9 7
Aserbaidschan 5 0 1 10 112 17,5 43
10 2
Georgien 4 2 0 10 109,5 18 39
11 8
Frankreich 5 0 1 10 103 19 35
12 15
Mongolei 5 0 1 10 98 16,5 40
13 6
Ukraine 5 0 1 10 96 16,5 39
14 5
USA 4 1 1 9 115 18 43
15 41
Estland 4 1 1 9 110,5 18,5 40
16 14
Serbien 4 1 1 9 110,5 17 44
17 12
Niederlande 3 3 0 9 104,5 16,5 43
18 13
Usbekistan 4 1 1 9 103 16,5 43
19 38
Kanada 4 1 1 9 101 18 37
20 25
Slowenien 4 1 1 9 100,5 17,5 42
21 26
Türkiye 4 1 1 9 100 17 41
22 32
Belarus 4 1 1 9 100 17 40
23 24
Griechenland 4 1 1 9 94,5 16 41
24 18
Ungarn 4 1 1 9 92 15 43
25 19
Spanien 4 1 1 9 90,5 15 42
26 55
Turkmenistan 4 1 1 9 87 16 39
27 27
Kuba 4 1 1 9 80,5 15 38
28 20
England 4 0 2 8 110 17,5 42
29 28
Argentinien 4 0 2 8 99,5 16 40
30 30
Iran 4 0 2 8 90,5 15 43

... von insgesamt 190 Mannschaften in der Sektion der Frauen

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Die Partien Deutschland (Frauen)

Gegnerinnen in Runde 7: Indien

Deutschland spielt in Runde 7 gegen Indien. Die indischen Frauen sind auf Startrang 1 gesetzt. U.a. sind Divya Deshmukh (World Cup Siegerin der Frauen), Vaishali Rameshbabu (Herausforderin der Weltmeisterin) und Koneru Humpy (ehemalige Weltmeisterin im Schnellschach) teil des Teams. Das indische Team verlor das Match gegen Polen in Runde 5, wodurch Deutschland und Indien momentan punktgleich in der Tabelle mit jeweils 10 Mannschaftspunkten stehen. In Runde 6 gewann Indien gegen die USA 3:1.

Elisabeth Pähtz im Gespräch mit Arne Kähler

Elisabeth Pähtz will "en passant" umbenennen?! | Video: ChessBase

Ein ausführlicher Artikel zu den Ergebnissen der sechsten Runde bei der Schacholympiade folgt am 22.9.

In diesem Kurs präsentiert Großmeisterin Elisabeth Pähtz das London-System als strukturierten und ambitionierten Ansatz mit frühem Lf4, der zu gehaltvollen und dynamischen Stellungen führt.
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Martina Gerdts studierte portugiesische und spanische Sprachwissenschaft und arbeitet heute als Sprachdozentin und schreibt über Schach und Sprachen. Einmal für ein Turnier in Paris mit Schach angefangen, ist sie heute als Spielerin aber auch durch ihr Engagement neben dem Brett und ihre schreibenden Aktivitäten im Schach aktiv.
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