
Nach 15 Partien lag Herausforderer Bobby Fischer beim Weltmeisterschaftskampf 1972 in Reykjavik gegen Boris Spassky weiter mit drei Punkten Vorsprung in Führung.
In Chess Life & Review vom Dezember 1972, S. 749, schrieb GM Svetozar Gligoric: "Als Spassky 1969 als Herausforderer Petrosians Titel holte, hatte er sich drei Monate lang vorbereitet. Beim Wettkampf gegen Fischer 1972 war er Titelverteidiger und bereitete sich acht Monate vor. Was sich hinter diesen Wochen harter Selbstdisziplin verbarg, wurde zu Beginn des Wettkampfs nicht ganz deutlich. Was ist passiert? Fischer vermied geschickt alle Varianten, die man von ihm erwarten konnte. Es gab keine vorbereitete Variante, die Spassky anwenden konnte. Denn Fischer spielte weder Grünfeld noch Königsindisch und mit Weiß hörte er sogar auf, mit seinem bis dahin so geliebten e-Bauern zu eröffnen. Der Titelverteidiger war in einer Wüste gelandet ohne zu wissen, in welche Richtung er gehen sollte..."
In Chess Life & Review vom Dezember 1972,Sp. 743, schreibt Robert Byrne über Partie 16:
"Fischer entschied sich in der 16 Partie mit Weiß für das ruhige positionelle Fahrwasser der Barendregt-Variante im Abtauschspanier. Weiß schien dank des schwarzen Doppelbauern zunächst einen Endspielvorteil behaupten zu können, aber einmal mehr brachte Spassky eine interessante theoretische Neuerung, die ihm Gegenspiel brachte. Er erhielt einen Vorteil, der so minimal war, dass Fischer nicht davon abgehalten werden konnte, ein bekanntes Remis-Turmendspiel zu erzwingen, in dem ein weißer Bauer gegen zwei schwarze kämpfte.
Die Partie hätte bereits im 24. Zug Remis gegeben werden können, aber Boris, der sich vielleicht darüber ärgerte, dass Bobby ihn gezwungen hatte, in der vorherigen Partie zur Wiederaufnahme der Hängepartie zu erscheinen, um sich die paar offensichtlichen Züge des Dauerschachs zeigen zu lassen, bestand darauf, das Spiel bis zum 60. Zug fortzusetzen. Tatsächlich wartete er, bis Bobby bereit war, den Abgabezug in den Umschlag zu stecken, bevor er Remis anbot."
In Chess Life & Review schreibt Robert Byrne:
"Fischer überraschte in der 17. Partie einmal mehr, indem er sich das erste Mal in seiner Karriere mit der Pirc-Robatsch-Variante verteidigte, der er immer schweren Schaden zugefügt hatte, wenn er mit Weiß spielte. Spassky, der unternehmungslustig gestimmt war, setzte mit einem gefährlichen Bauernopfer energisch fort und nahm die gegnerische Königstellung mit zwei starken Läufer ins Visier. Obwohl nicht klar war, ob der weiße Angriff zum Erfolg führen würde, entschied sich Fischer für ein Qualitätsopfer, um in ein Remisendspiel abzuwickeln. Doch wenn eine Seite Chancen hatte, zu gewinnen, dann war es Weiß, und deshalb kam es überraschend, dass sich Spassky kurz nach Wiederaufnahme der Hängepartie auf eine dreimalige Stellungswiederholung einließ. Hatte er die Zugwiederholung übersehen oder hatte er dem Remis bewusst zugestimmt? Ich kann nur sagen, dass er unglücklich aussah, als Hauptschiedsrichter Lothar Schmid die Zugwiederholung und das Remis bestätigte. Doch der Schaden war gering, denn Fischer hätte die Partie auch so ohne große Mühe Remis gehalten."
Hier ist die 17. Partie mit dem gekürzten Kommentar von Robert Byrne:
In der Zeitschrift New in Chess 06/2012, schilderte GM Lubomir Kavalek, der in Reykjavik erst als Journalist und in der zweiten Hälfte des Wettkampfs als Sekundant von Fischer vor Ort war, was während der Hängepartie geschah: "In Partie 17 opferte Bobby eine Qualität, aber konnte eine Festung errichten. Spasskys einzige Möglichkeit, auf Gewinn zu spielen, bestand darin, die Qualität zurückzugeben, um ins Turmendspiel abzuwickeln. ‘Der einzige Weg, dieses Endspiel zu beurteilen, besteht darin, es zuzulassen,’ erklärte Bobby zu Beginn unserer Analyse. Rasch bewegte er die Figuren auf dem Schachbrett und die schwerfälligen Türme wurden auf einmal leichtfüßig. Irgendwann dachte ich, dass der schwarze Turm hinter die weißen Bauern gehen sollte. ‘Nein,’ sagte er ohne zu zögern, ‘der Turm muss sie von der Seite angreifen. Ich weiß das.’ Manche Spieler berechnen Endspiele, andere vertrauen ihrem Instinkt. Bobby wusste, was zu tun war."
Etwa um diese Zeit kam Nikolai Krogius, der Leiter von Spasskys Delegation, zu dem Schluss, dass sich Spassky Sekundant Ivo Nei merkwürdig verhielt und viel Zeit allein mit GM Robert Byrne verbrachte. In dem Bobby Fischer Goes to War von David Edmonds und John Eidinow wird die Situation wie folgt beschrieben:
Nei wurde strengen Befragungen unterzogen. Er leugnete seine Kontakte zu Byrne nicht, dass er und der Amerikaner den Wettkampf analysieren würden, und dass er Byrne seine Anmerkungen zu den Partien übergeben würde, damit sie später in den Vereinigten Staaten veröffentlicht werden könnten.
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Seine skeptischen Zuhörer bedrängten Nei weiter: “Warum widmete er sich einer zusätzlichen Arbeit solch verdächtiger Natur, und heimlich, ohne Spasskys Erlaubnis? Und was hatte er in dem Material, das er dem Amerikaner übergeben hatte, bislang über Spasskys Verfassung und Spasskys Schach gesagt?” Neis Antworten reichten ihnen nicht aus. Die Unterhaltung wurde extrem erhitzt. Nei wurde gesagt, dass seine Dienste nicht länger benötigt würden, und dass er gehen müsste.
Am Tag darauf [Partie 17, am 22. August 1972] verließ der Este Reykjavik per Flugzeug. Nei meinte, viele Leute in der Schachwelt wären über seine Rückkehr nach Estland überrascht gewesen; sie hatten geglaubt, er würde in Siberien oder im Westen landen. Aber, so fragt er, warum? Er hatte sich nicht inkorrekt verhalten. Aus Tallinn schickte er seine weiteren Beiträge zu dem Buch in die Staaten, in sieben Teilen. Ein wenig unwohl muss ihm bei dem Projekt doch gewesen sein: denn jeden einzelnen dieser Abschnitte schickte er an eine andere Adresse in Kanada und auch in den Vereinigten Staaten.
Später wurde daraus das Buch Both Sides of the Chessboard von Robert Byrne and Ivo Nei (rechts ein Abbild des Covers).
In Chess Life & Review vom Januar 1973 setzte GM Robert Byrne seine Serie über den Wettkampf des Jahrhunderts fort. Auf Seite 17 erzählt er, was nach Partie 17 geschehen ist, und schreibt: "Verdoppelte Anstrengungen von Boris Spassky, den Vorsprung des Herausforderers um einen Punkt zu verkürzen, führten im nächsten Abschnitt des Wettkampfs zu brillantem, hart umkämpftem Schach, wobei Fischer dem Sieg allmählich immer näher kam, nachdem die Partien 18, 19 und 20 alle mit Remis endeten. War Bobby zufrieden damit, sich mit Punkteteilungen zum Titel zu schleichen? Ich glaube nicht—das war nie sein Stil. Ich glaube, die Erklärung für die Remispartien lässt sich in Spasskys Verbesserungen seiner Eröffnungen finden. In den Partien 18 und 20 kehrte Boris zum Sizilianer zurück, der in Partie 4 so gut für ihn funktioniert hatte. Die 18. Begegnung war ein großer Kampf, in dem die Chancen von Schwarz nie schlechter waren als die von Weiß."
In New in Chess 6/2012 schrieb GM Lubomir Kavalek: "Bobby war vom Gewinnen besessen und nicht zufrieden, bis er alle Möglichkeiten erschöpft hatte. Das wurde deutlich, als wir die Stellung analysierten, in der die 18. Partie abgebrochen worden war. Wir erkannten bald, dass jeder Gewinnversuch zum Scheitern verdammt war. Die Chancen lagen stets auf Seiten Spasskys, aber konnte Boris tatsächlich gewinnen? Bobbys leuchteten, als ich ein Damenmanöver vorschlug, das Spassky zur Zugwiederholung zwang. ‘Phantastisch! Wir haben ein Remis. Suchen wir noch einmal nach einem Gewinn,’ und dann haben wir noch einmal vier Stunden damit verbracht, nach etwas zu suchen, das nicht da war. Für einen einzigen Sieg konnte Bobby bis zur Erschöpfung arbeiten."
Das Buch Bobby Fischer Goes to War (dt: Wie Bobby Fischer den Kalten Krieg gewann) von David Edmonds und John Eidinow, das 2004 bei Harper Collins erschien, beschreibt die Stimmung, die im sowjetischen Lager zu diesem Zeitpunkt des Wettkampfs herrschte:
In Moskau hatte man Ende Juli große Sorgen über Spasskys Leistung... Der Vorschlag taucht auf, dem Weltmeister Kogitum zu schicken—ein Mittel gegen nervöse Anspannung—und es herrscht eine gewisse Verzweiflung nach seiner Weigerung, es zu nehmen. Ein Bericht, der den KGB erreicht haben soll, behauptete, dass Fischer Hilfe von einem Computer (im Russischen IBM genannt—ein sowjetischer Tribut an die amerikanische Geschäftswelt) und einer Apparatur in seinem Sessel erhielt. In der westlichen Presse hatte es bereits Berichte gegeben, dass Fischer Computerhilfe erhielt, Berichte, die in Reykjavik von Spassky, Geller und Krogius spöttisch zurückgewiesen worden waren. Auch in Moskau glaubt der KGB nicht, dass silizium-basierter Unfug besonders praktikabel wäre. Ein Genosse Lvov, ein technischer Offizier des KGB, erklärt dem stellvertretenden Minister, dass Fischer ein ganzes Jahr benötigt haben würde, um das entsprechende Computerprogramm zu entwickeln und ein tragbaren Empfänger und eine Membran in seinem Ohr haben müsste, um die Signale zu empfangen.
Lvov ist auch der Überbringer anderer dubioser Nachrichten: er berichtet, es sei möglich, dass Spassky einen Brief erhalten haben könnte, der seine Familie bedroht, falls er als Wettkampfsieger nach Moskau zurückkehrt. Das wird untersucht, aber keinen Beweis für die Existenz dieses Briefes wird gefunden. Der Ursprung dieses Briefes ist unklar; heute sagt Spassky, er hätte davon keine Kenntnis gehabt.
Andere Mittel Spassky zu unterstützen, werden in die Wege geleitet. Während der Juli zum August wird, nimmt ein ungenannter forensischer Psychiater an einem Treffen mit Lvov und Gostiev teil. Lvov ist fest entschlossen, "vor Ort" — vermutlich im Spielsaal, einen Test durchführen zu lassen, um Funkwellen und Röntgenstrahlen aufzuspüren.
Die ganze Zeit über wird auch die Möglichkeit diskutiert, dass Spassky Ziel von Hypnose und Telepathie sein könnte. Es gibt einen Hinweis, einen Psychiater nach Reykjavik zu schicken... Dann gibt es Aufregung wegen Spasskys Erfrischungsgetränken—am 15. August hätte er Saft getrunken und sei danach von Müdigkeit überwältigt worden... Eine Probe wird nach Moskau geschickt. KGB-Wissenschaftler analysieren die Problem — nichts Verdächtiges wurde gefunden.
Aber der KGB begnügt sich nicht damit, eine rein reagierende Rolle zu spielen. Die Vorstellung der Organisation, hilfreich zu sein, umfasst auch das Ergreifen der Initiative, und sie setzen selber ein Gerücht in die Welt, dass Fischer mit einem Hilfsmittel, das in seinem Sessel versteckt ist, betrügen könnte—einem Hilfsmittel, so das Gerücht, das Spasskys Spiel schadet und/oder Fischer zugute kommt.
In seinem Bericht für die New York Times vom 25. August — der am 24. August, als die 18. Partie noch Hängepartie war — schrieb Harold Schonberg:
Vor ein paar Stunden wurden heute zwei isländische Wissenschaftler in den Spielsaal gebracht, um die Vorwürfe elektronischer und chemischer Trickserei zu untersuchen, die gestern durch Efim Geller von der sowjetischen Delegation erhoben worden sind... Sigmundur Gudbjarnason, ein Chemieprofessor, und Dadi Augustin, ein Elektroingenieur, wurden gebeten, den Saal zu überprüfen. Mr. Augustin führte eine Sicht- und eine technische Untersuchung der Beleuchtung durch, die Geller Verdacht hatte schöpfen lassen, und das Einzige, was er fand, waren zwei tote Fliegen. Er kam zu dem Schluss, dass die Beleuchtung nicht manipuliert worden war.
Mr. Augustin brachte Geräte für einen Röntgentest auf die Bühne, und machte Fotos der Sessel, vor allem von Fischers. Geller hatte sich gefragt, warum Fischer immer auf seinem eigenen Sessel bestand. Nach dem Röntgentest konnte Mr. Augustin bezeugen, dass Fischers Sessel in jeder Hinsicht identisch mit dem von Spassky wäre. Weder in dem einen noch in dem anderen Sessel befinde sich irgendetwas Ungewöhnliches.
Nachdem er Abschabungen auf beiden Sessels einer chemischen und einer chromatographischen Analyse unterzogen hatte, kam Mr. Gudbjarnason zu dem Schluss, dass in den Körperpartikeln beider Spieler keine Fremdkörper oder giftige Chemikalien vorhanden waren. Als die chemischen und elektronischen Untersuchungen durchgeführt wurden, war kein Russe zugegen, aber Donald Schultz von der Delegation der Vereinigten Staaten war vor Ort.
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In Bobby Fischer Goes to War schreiben David Edmonds und John Eidinow:
Es bleibt eine offene Frage, ob ein KGB-Spion irgendetwas in Fischers Sessel deponiert hat, das die Röntgenstrahlen entdecken sollten, als Teil eines ungeschickten Versuchs, den Ruf des Titelverteidigers zu retten, oder sogar, um Fischer in Misskredit geraten und ihn zu disqualifizieren lassen. Überraschenderweise ist sogar der Amerikaner Don Schultz, von Beruf IBM-Ingenieur und von 1996 bis 1999 Präsident des US-Amerikanischen Schachverbands, misstrauisch. Fischers Team hatte Schultz als Beobachter geschickt, um beim Röntgentest als Beobachter dabei zu sein. Die Notizen, die er damals gemacht hat, hat er immer noch, darunter eine Skizze des Objekts mit der Schleife, das er beim ersten Röntgentest gesehen hat.
"Freitag, 25. Aug 3:10: Nach der Hängepartie erhielt ich einen Anruf von Gudmundur Thrarin(sson) ICF Präs., der mich bat, in den Saal zu kommen, um die Ergebnisse zu prüfen, eine große Gruppe von Leuten war da. Mir wurde gesagt, dass Röntgentest ??? in Sesseln gezeigt hat. Andere Test wurden geprüft und waren." |
In der Öffentlichkeit machte er sich damals über die Unterstellungen lustig. Aber später räumte er Zweifel ein: “Nicht alles wurde umfassend erklärt.” Was ihn stutzig werden ließ, waren die Unterschiede zwischen den beiden Röntgenaufnahmen. Er war dabei, als die zweite Reihe der Röntgentests entwickelt wurde und sah, dass das Objekt, das wie eine Schleife aussah, die, wie er es nennt, "Anomalie", verschwunden war.
Ich habe lange darüber nachgedacht. Die einzige plausible Erklärung—und die klingt wirklich radikal und ich wollte sie damals nicht erwähnen, weil ich dachte, dass niemand mir glauben würde—ist die, dass eine kleine Möglichkeit besteht, dass irgendein durchgeknallter russischer Agent den Plan hatte, die USA in Verlegenheit zu bringen, indem er irgendetwas in den Sessel schmuggelte, um sich anschließend zu beschweren und es finden zu lassen. Und ihre Sicherheitskräfte haben herausgefunden, was er gemacht hat, und das für eine durchgeknallte Idee gehalten und irgendwie haben sie es wieder herausbekommen."
Nach der 18. Partie führte Fischer immer noch mit drei Punkten Vorsprung. Allmählich wurde es für Titelverteidiger Spassky wirklich eng.
Vor 45 Jahren – Bobby Fischer in Island (1)
In der letzen Juniwoche 1972 war die Schachwelt im Aufruhr. Der Weltmeisterschaftskampf zwischen Titelverteidiger Boris Spassky und Herausforderer Bobby Fischer sollte am 1. Juli in Reykjavik beginnen. Aber von Fischer war in der isländischen Hauptstadt nichts zu sehen. Die Eröffnungsfeier fand ohne ihn statt und die 1. Partie, die am 2. Juli gespielt werden sollte, wurde verschoben. Doch in den frühen Morgenstunden des 4. Juli traf Fischer schließlich in Reykjavik ein. Frederic Friedel berichtet.
Vor 45 Jahren – Bobby Fischer in Island (2)
Das legendäre "Match des Jahrhunderts" zwischen Boris Spassky und Bobby Fischer wurde in der Laugardalshöllin in Reykjavik gespielt. Dies ist Islands größte Sportarena, 5.500 Zuschauer haben hier Platz. Auch Konzerte finden hier statt - Led Zeppelin, Leonard Cohen und David Bowie haben hier schon gespielt. 45 Jahre nach dem Spassky-Fischer Spektakel besuchte Frederic Friedel die Laugardalshöllin und hat ein paar Schätze entdeckt.
Vor 45 Jahren - Bobby Fischer in Island (3)
Am 11. Juli 1972 begann das legendäre "Match des Jahrhunderts" zwischen Boris Spassky und Bobby Fischer endlich. Doch Fischer kam zu spät zur ersten Partie, der Straßenverkehr hatte ihn aufgehalten. Fischer hatte in der ersten Partie Schwarz und spielte zur allgemeinen Überraschung nicht wie meist Grünfeld oder Königsindisch, sondern Nimzo-Indisch. Die Partie verlief in ruhigen Bahnen und die meisten Experten rechneten mit einem Remis. Doch dann, im 29. Zug, nahm Fischer einen vergifteten Bauern. "Ein Zug und wir machen in der ganzen Welt Schlagzeilen!", kommentierte einer der Organisatoren glücklich.
Vor 45 Jahren – Bobby Fischer in Island (4)
Bobby Fischer, Herausforderer und Favorit im WM-Kampf gegen Boris Spassky in Reykjavik 1972, verlor die erste Wettkampfpartie auf dramatische Weise. Fischer erklärte, ihn hätten die Kameras gestört. Zur zweiten Partie trat der Amerikaner aus Protest nicht an und verlor kampflos. Damit lag er im Wettkampf 0-2 zurück. Fischer hatte schon einen Rückflug nach New York gebucht, aber spielte die dritte Partie dann doch – in einem Raum hinter der Bühne!
Vor 45 Jahren - Bobby Fischer in Island (5)
Nach drei Partien stand es im Match des Jahrhunderts 2:1 für den amtierenden Weltmeister. In Partie vier spielte Spassky eine gut vorbereitete Variante des Sizilianers und erhielt starken Angriff. Fischer verteidigte sich zäh und die Partie endete mit Remis. Dann folgte eine Schlüsselpartie, über die GM Robert Byrne, US-Meister 1972 und Korrespondent der New York Times und Chess Life, berichtet hat. In Reykjavik verfolgte Schachenthusiast Lawrence Stevens aus Kalifornien die Partien besonders aufmerksam: er schrieb per Hand auf, wie viel Bedenkzeit die Spieler für jeden Zug verbraucht hatten.
Vor 45 Jahren - Bobby Fischer in Island (6)
Im sechsten Teil unserer Serie schauen wir uns an, was beim Wettkampf des Jahrhunderts Fischer gegen Spassky 1972 in Reykjavik hinter den Kulissen geschah. Spassky wurde von seinen Sekundanten umsorgt und von den sowjetischen Autoritäten unter Druck gesetzt. Geholfen hat es ihm nicht. Ein schwerer Schlag war Spasskys Niederlage in der sechsten Partie. Fischer spielte zum ersten Mal in seinem Leben Damengambit mit Weiß, Spassky konnte oder wollte sich nicht an seine Vorbereitung erinnern und Fischer gewann eine Glanzpartie.
Vor 45 Jahren - Bobby Fischer in Island (7)
Boris Spassky startete mit einer 2-0 Führung in den "Wettkampf des Jahrhunderts" gegen Bobby Fischer in Reykjavik 1972. Aber dann schlug Fischer zurück: aus den nächsten acht Partien holte er 6,5 Punkte und führte so nach zehn Partien mit 6,5-3,5. Die Partien 8, 9 und 10 hatten viele dramatische Momente.
Vor 45 Jahren - Bobby Fischer in Island (8)
Nach zehn Partien stand es im Weltmeisterschaftskampf 1972 in Reykjavik 6,5-3,5 für den Herausforderer Bobby Fischer. Der Wettkampf schien praktisch schon entschieden, denn Titelverteidiger Boris Spassky hatte aus den letzten acht Partien nur 1,5 Punkte geholt. Doch in der elften Partie schlug Spassky zurück und fügte Fischer in der Najdorf-Variante eine vernichtende Niederlage zu.
Vor 45 Jahren - Bobby Fischer in Island (9)
Die 13. Partie des Wettkampfs zwischen Bobby Fischer und Boris Spassky in Reykjavik 1972 war ein packender Kampf. Fischer verzichtete auf seinen geliebten Sizilianer und griff zur Aljechin-Verteidigung. Eine unangenehme Überraschung für Spassky und der Auftakt einer dramatischen Partie mit entscheidender Bedeutung für den Wettkampf.
Vor 45 Jahren - Bobby Fischer in Island (10)
Die zweite Hälfte des Weltmeisterschaftskampfs zwischen Bobby Fischer und Boris Spassky in Reykjavik 1972 verlief ausgeglichen. In etlichen Partien hatte Spassky sogar gute Chancen, aber es gelang ihm nicht, eine Partie zu gewinnen. Das Ende des Wettkampfs rückte unaufhaltsam näher und Fischer verteidigte seinen 3-Punkte-Vorsprung.