Nur zwei Remis in zehn klassischen Partien
Praggnanandhaa Rameshbabu nahm sein Schicksal selbst in die Hand. Nach zwei Niederlagen in den klassischen Partien in Runde 5 und Runde 6 begann Praggnanandhaa sein Comeback: Es folgten vier Siege in den klassischen Partien. Mit einem Punkt Abstand auf Wesley So auf Platz 2 erreichte Praggnanandhaa so den Turniersieg. In der letzten Runde besiegte er Vincent Keymer mit Weiß. Zuvor hatte er gegen Alireza Firouzja, Gukesh Dommaraju und Magnus Carlsen gewonnen. Bei seiner Partie gegen Magnus Carlsen handelte es sich um ihre erste Begegnung in einer klassischen Partie.
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Wesley So war alleiniger Tabellenführer zu Beginn der letzten Runde. Er spielte mit Schwarz gegen Alireza Firouzja. Die klassische Partie endete in einem Remis, danach folgte die Entscheidung in der Armageddon-Partie. So gewann diese Partie und 1,5 Punkte wurden auf sein Punktekonto gebucht. Den drei Punkten, die Praggnanandhaa gegen Keymer dazubekam, konnte Wesley So so nicht genügend gegensetzen.
In nur zwei der zehn klassischen Partien spielte Praggnanandhaa Remis. Die Ergebnisse des Turnieres bringen ihm voraussichtlich 15,2 Elopunkte. Im Live-Rating erreicht er so Platz 11 der Weltrangliste. Nach dem Turnier merkte Praggnanandhaa an, dass er sich nicht auf den nächsten Zyklus des Kandidatenturniers fokussieren, sondern sich darauf konzentrieren möchte, Spaß bei seinen Spielen zu haben.
Praggnanandhaas letzter größerer Turniersieg fand im Juni 2025 statt, als er den UzChess Cup gewann. Teil des Teilnehmerfelds waren u.a. Nodirbek Abdusattorov und Javokhir Sindarov. Mit diesem Ergebnis hatte er eine starke erste Hälfte des Jahres 2025 abgeschlossen. Er gewann das Tata Steel Masters und das Superbet Chess Classic. In der zweiten Hälfte des Jahres war Praggnanandhaa weniger erfolgreich, trotzdem erreichte er einen geteilten ersten Platz mit Wesley So beim Sinquefield Cup (bevor er in den Playoffs verlor) und erreichte einen geteilten ersten Platz beim London Chess Classic Open, bei dem er basierend auf dem Rating der klare Favorit war.

Praggnanandhaa in der Deichman Bjorvika Bibliothek | Foto: Norway Chess / Michal Walusza

Praggnanandhaa bei einem Interview | Foto: Norway Chess / Michal Walusza
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Zeit für die Fans! | Foto: Norway Chess / Michal Walusza
Firouzja erreichte den dritten Platz bei dem Turnier in Oslo. Er nahm an dem Turnier mit einem verletzten Knöchel teil, nachdem er zuvor seine Teilnahme am Super Chess Classic in Rumänien abbrechen musste. Firouzja führte das Feld für die erste Hälfte des Turniers an. Aufeinanderfolgende Niederlagen in Runde 6 und Runde 7 sorgten jedoch dafür, dass Wesley So die Tabellenführung übernehmen konnte, bis Praggnanandhaas späte Siegesserie das Turnier für ihn entschied.
Magnus Carlsen erreichte Platz 4, nachdem er in der letzten Runde den amtierenden Weltmeister Gukesh Dommaraju in der klassischen Partie mit Weiß besiegte. Die Ergebnisse des Turniers waren enttäuschend für Magnus Carlsen. Er verlor vier klassische Partien, gewann drei und spielte dreimal Remis bei dem Turnier in seiner Heimat.
Gukesh erreichte in dem Turnier nur acht Punkte und landete so auf dem letzten Platz, mit drei Punkten Abstand zu Vincent Keymer auf Platz 5. Gukesh verlor 5 klassische Partien, gewann eine und spielte Remis in vier klassischen Partien. Zwei der vier Armageddon-Partien gewann er. Die Ergebnisse des Turniers werden ihm 14,8 Elopunkte kosten, wodurch er im Live-Rating acht Plätze nach unten fällt und so auf Platz 26 in der Weltrangliste landet.
Keymer: Die Armageddon-Partien schadeten der Platzierung
Kaum hatte Vincent Keymer das Super Chess Classic in Rumänien gewonnen, da ging es auch schon auf die Reise nach Oslo. Vincent Keymer, Wesley So, Praggnanandhaa und Firouzja bis zu seinem Turnierabbruch in Rumänien nahmen an beiden Turnieren teil. Mit drei Siegen, einem Spielfrei-Punkt und vier Remis hatte Keymer das Turnier in Rumänien gewonnen. Mit den Armageddon-Partien beim Turnier in Norwegen änderte sich auch die Dynamik der Ergebnisse. Keymer gewann eine klassische Partie, verlor eine und spielte achtmal Remis. Damit wurde die Entscheidung der Runden für ihn in der Regel in Armageddon-Partien getroffen, die er bis auf eine Armageddon-Partie gegen Magnus Carlsen ausschließlich verlor. Aufgrund dieser Ergebnisse landete Vincent Keymer auf dem vorletzten Platz mit zwei Punkten Abstand zu Magnus Carlsen vor ihm auf Platz 4. Im Live-Rating der Weltrangliste steht er nach diesem Turnier weiterhin auf Platz 6, da nur die klassischen Partien für dieses Ranking relevant sind. Wesley So konnte in diesem Ranking zwei Plätze gutmachen, wodurch er nun bei einem Live-Ranking von 2764 steht. Vincent Keymers Live-Rating liegt bei 2767 Elopunkten.
Runde 10 Ergebnisse
| Weiß |
Ergebnis |
Schwarz |
| Praggnanandhaa R. |
3 - 0 |
Vincent Keymer |
| Magnus Carlsen |
3 - 0 |
Gukesh Dommaraju |
| Alireza Firouzja |
1 - 1½ |
Wesley So |
Endtabelle
| Spieler |
Elo |
Land |
Punkte |
| Praggnanandhaa Rameshbabu |
2733 |
Indien |
18 |
| Wesley So |
2754 |
USA |
17 |
| Alireza Firouzja |
2759 |
Frankreich |
15½ |
| Magnus Carlsen |
2840 |
Norwegen |
13 |
| Vincent Keymer |
2759 |
Deutschland |
11 |
| Gukesh Dommaraju |
2732 |
Indien |
8 |
Karsten Müllers Endgame Magic Show mit Praggnanandhaa!
Praggnanandhaa 1-0 Keymer
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Praggnanandhaa gegen Vincent Keymer | Foto: Norway Chess / Michal Walusza
Carlsen 1-0 Gukesh
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Kein erfolgreiches Turnier für Carlsen und Gukesh | Foto: Norway Chess / Michal Walusza
Firouzja 0-1 So (Armageddon)

Zweiter Platz für Wesley So | Foto: Norway Chess / Michal Walusza

Dritter Platz für Alireza Firouzja | Foto: Norway Chess / Michal Walusza
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Dieser Artikel von Carlos Alberto Colodro erschien zuerst unter dem Titel "Praggnanandhaa takes Norway Chess title after scorig four wins in a row" (06.06.2026) auf Englisch und wurde von Martina Gerdts ins Deutsche übertragen und angepasst.
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