Schacholympiade: Drama bei Donchenko gegen Gukesh

von Martina Gerdts
25.09.2026 – Alexander Donchenko hatte den Vorteil gegen Gukesh auf dem Brett. Frederik Svane remisierte gegen Nihal Sarin. Matthias Blübaum kämpfte um ein Remis gegen Arjun Erigaisi und auch bei Vincent Keymer gegen Praggnanandhaa stand ein Remis bevor. Doch dann drehte sich die Partie zum Vorteil von Gukesh. Am Ende gewann Indien 2,5:1,5 gegen Deutschland. Die Mannschaft um Dinara Wagner verlor auch 1,5:2,5 gegen Indonesien. Hier gewann Dinara Wagner ihre Partie am Spitzenbrett gegen Diajeng Theresa Singgih. | Foto: Rafal Oleksiewicz / FIDE

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Zum Abend des Spieltages beginnen wir mit der Besprechung der Ergebnisse der deutschen Teams. Am folgenden Vormittag wird ein allgemeiner Bericht zu der 9. Runde der Schacholympiade veröffentlicht.

Open: Donchenko hatte den Sieg in der Hand

Am Freitag sollte es kein deutscher Sieg gegen Indien werden. Alexander Donchenko hatte einen Vorteil auf dem Brett, während seine Teamkollegen entweder bereits ein Remis vereinbarten oder an dem Remis arbeiteten. Doch dann verspielte Donchenko erst seinen Vorteil und geriet dann sogar in eine Stellung mit Nachteil für ihn. Der amtierende Weltmeister Gukesh gab im Interview mit Charlize van Zyl zu, dass er die Partie basierend auf dem Vorteil von Donchenko eigentlich hätte verlieren müssen. Er versuchte durchzuhalten und zeigte am Ende den längeren Atem.

Donchenko startete das Turnier mit 3/3, steht jetzt bei 3,5/6 | Foto: Rafal Oleksiewicz / FIDE

Es zeigte sich an diesem Tag aber auch nochmal: Donchenko hatte das Potenzial gegen den amtierenden Weltmeister zu gewinnen. Das deutsche Team hat die Fähigkeiten, mit der indischen Spitze mitzuhalten. Am Ende scheiterten sie wegen eines halben Punktes, aber blamiert haben sich die deutschen Spieler keineswegs!

Die Paarungen: Indien gegen Deutschland

Alexander Donchenko gegen Gukesh
Drei Einzelremis für Deutschland 

Die indischen Stars beim Match gegen die deutschen Stars | Foto: Rafal Oleksiewicz / FIDE

An jedem anderen Tag hätte man sicher die drei Remis von Vincent Keymer mit Schwarz gegen Praggnanandhaa, von Matthias Blübaum mit Weiß gegen Arjun Erigaisi und von Frederik Svane mit Schwarz gegen seinen ehemaligen Teamkollegen in der Bundesliga, Nihal Sarin, gefeiert. Die indischen Spieler hatten an jedem Brett einen nominellen Vorteil. Die Remis gegen die erfahrenen indischen Großmeister, die regelmäßig starke Leistungen bei Weltspitze-Turnieren zeigen, sind für sich eine starke Leistung! Durch das Remis steht Frederik Svane nun auch auf Platz 2 der Bestenliste der Spieler an Brett 3 mit 7 Punkten aus 9 Einsätzen. Vor ihm befindet sich nur der usbekische Star Nodirbek Yakubboev mit 6,5/8. Frederik Svane hat mit diesem Punktestand aktuell eine Turnierperformance von 2797 Elopunkten.

Blübaum kämpfte für das Remis und auf einmal war das nicht genug | Foto: Michal Walusza / FIDE

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Tabelle nach Runde 9 (Open)

... von insgesamt 206 Mannschaften in der offenen Sektion

Partien Deutschland (Open)

Die Gegner in Runde 10: Frankreich

Maxime Vachier-Lagrave remisiert gegen Ding Liren | Foto: Rafal Oleksiewicz / FIDE

In der vorletzten Runde tritt das deutsche Team mit Vincent Keymer gegen Frankreich an. Der Spitzenspieler des französischen Teams ist Maxime Vachier-Lagrave (MVL) mit einer Elo von 2718. MVL steht bei 5 Punkten aus 8 Einsätzen. Das junge französische Talent Marc'Andria Maurizzi, der u.a. auch für den FC St. Pauli in der Bundesliga spielt, steht sogar bei 6,5 Punkten aus 8 Einsätzen. Bisher hat in der französischen Mannschaft nur ein Spieler Partien verloren. Möglicherweise wird Etienne Bacrot aufgrund seines Punktestands von 3/6 und wegen der beiden Niederlagen in der vorletzten Runde erneut aussetzen. 

In Runde 9 erreichte Frankreich ein Remis gegen China, das Team gegen das Deutschland zuvor in Runde 6 verlor.

Arne Kähler im Gespräch mit Rasmus Svane!

Rasmus Svane verwendet am häufigsten Strg+F7 in ChessBase | Video: ChessBase

Arne Kähler im Gespräch mit Marc'Andria Maurizzi (FRA)

Maurizzi: "Ich höre französischen Rap vor meinen Spielen" | Video: ChessBase

Gukesh im FIDE-Interview mit Charlize van Zyl

Gukesh über seinen Sieg gegen Alexander Donchenko | Video: FIDE

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Frauen: Deutschland verliert gegen Indonesien

Eröffnungsphase des Matches Indonesien gegen Deutschland | Foto: Michal Walusza / FIDE

Indonesien besiegte Deutschland 2,5:1,5. Trotzdem gibt es auch positive Nachrichten aus deutscher Sicht von dem Mannschaftskampf zwischen Indonesien und Deutschland zu berichten. Dinara Wagner gewann gegen Diajeng Theresa Singgih. Außerdem konnte Lara Schulze einen halben Punkt auf ihr Punktekonto verbuchen. Sicherlich wäre ihr ein ganzer Punkt gegen Chelsie Monica Ignesias Sihite (Elo: 2195) gewesen, mit 5,5/8 befindet sie sich aber immerhin auf Platz 6 der Bestenliste der Reservespieler. Das Ergebnis sollte für Indonesien aber auch nicht kleingesprochen werden. Für das Team mit Spielerinnen mit einer Elo von 2130 bis 2280 ist ein 2,5:1,5-Sieg gegen Deutschland eine starke Leistung.

Die Paarungen: Indonesien gegen Deutschland

Nach dieser Runde befindet sich Indonesien auf Platz 9 mit 14 Mannschaftspunkten. Das deutsche Team fällt durch dieses Ergebnis auf Platz 26 zurück. 17 weitere Teams haben nach Runde 9 insgesamt 12 Mannschaftspunkte. China, aktuell auf Platz 1, ist mit 17 Punkten damit nicht mehr einholbar. 

In diesem Videokurs dreht sich alles um das Thema Entwicklungsvorsprun: Wie entsteht ein Entwicklungsvorsprung und wie kann man ihn verwerten? Wie kann man den gegnerischen Entwicklungsvorsprung neutralisieren?

Tabelle nach Runde 9 (Frauen)

Rg. SNr Team Spiele + = 

- 

 Wtg1   Wtg2   Wtg3   Wtg4 
1 4
China 9 8 1 0 17 299 28 101
2 1
India 9 7 1 1 15 305 27 106
3 3
Kazakhstan 9 6 3 0 15 274 24,5 109
4 15
Mongolia 9 7 1 1 15 243,5 23,5 103
5 8
France 9 7 0 2 14 262,5 26,5 95
6 16
Armenia 9 7 0 2 14 250 23,5 105
7 9
Poland 9 7 0 2 14 245,5 23,5 105
8 21
Vietnam 9 7 0 2 14 234 25 94
9 35
Indonesia 9 7 0 2 14 219,5 24,5 89
10 24
Greece 9 6 2 1 14 206 23 91
11 5
United States of America 9 6 1 2 13 258 25,5 100
12 2
Georgia 9 5 3 1 13 255 24 105
13 20
England 9 6 1 2 13 248 26,5 88
14 7
Azerbaijan 9 6 1 2 13 248 25 98
15 13
Uzbekistan 9 6 1 2 13 247 24 102
16 39
Peru 9 6 1 2 13 234 25 94
17 23
Romania 9 6 1 2 13 224,5 25,5 86
18 12
Netherlands 9 5 3 1 13 220 23,5 93
19 25
Slovenia 9 6 1 2 13 217 24 93
20 22
Israel 9 6 1 2 13 202 23,5 86
21 11
Bulgaria 9 6 0 3 12 260 24 107
22 30
Iran 9 6 0 3 12 235 24,5 97
23 14
Serbia 9 5 2 2 12 228 23 98
24 17
Switzerland 9 5 2 2 12 225 23,5 95
25 32
Belarus 9 5 2 2 12 223 24,5 86
26 10
Germany 9 6 0 3 12 222,5 21 104
27 38
Canada 9 5 2 2 12 216 24 89
28 40
Croatia 9 6 0 3 12 214,5 23,5 95
29 6
Ukraine 9 6 0 3 12 213 22,5 94
30 26
Turkiye 9 5 2 2 12 206 22,5 93
31 27
Cuba 9 5 2 2 12 198,5 21,5 93
32 29
Sweden 9 5 2 2 12 194 23,5 82
33 34
Austria 9 5 2 2 12 190 21,5 89
34 43
Uzbekistan 2 9 6 0 3 12 187,5 22,5 81
35 19
Spain 9 5 2 2 12 186,5 21 90
36 77
Sri Lanka 9 6 0 3 12 185,5 24 79
37 31
Latvia 9 6 0 3 12 169 20,5 88
38 33
Italy 9 6 0 3 12 169 20 89
39 41
Estonia 9 5 1 3 11 232,5 25 93
40 28
Argentina 9 5 1 3 11 205,5 22,5 91

... von insgesamt 189 Mannschaften in der Sektion der Frauen

In diesem Videokurs werden die möglichen Aufstellungen, die Schwarz wählen kann, in allen Einzelheiten vorgestellt. Sie werden die wichtigsten Konzepte und Strategien lernen, um diese fantastische Eröffnung in Ihr Repertoire aufzunehmen.

Die Partien Deutschland (Frauen)

Gegnerinnen in Runde 10: Lettland

Lettland punktet besonders gut an den hinteren Brettern. Laura Rogule spielt an Brett 1 und steht bei 3 Punkten aus 7 Einsätzen. Marija Kuznecova steht bei 7 Einsätzen sogar nur bei 2,5 Punkten. Dies hängt natürlich damit zusammen, dass die beiden Spielerinnen an der Spitze des Teams die stärkeren Gegnerinnen sich gegenübersitzen haben. 

Arne Kähler im Gespräch mit Anna Cramling

Anna Cramling: "Ich würde gerne gegen Indien spielen!" | Video: ChessBase

Ein ausführlicher Artikel zu den Ergebnissen der neuten Runde bei der Schacholympiade folgt am 26.9.

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Martina Gerdts studierte portugiesische und spanische Sprachwissenschaft und arbeitet heute als Sprachdozentin und schreibt über Schach und Sprachen. Einmal für ein Turnier in Paris mit Schach angefangen, ist sie heute als Spielerin aber auch durch ihr Engagement neben dem Brett und ihre schreibenden Aktivitäten im Schach aktiv.
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