Europameisterschaft der Frauen: Was für ein Turnier für Hnatyshyn – wieder alleine vorne

von Stefan Liebig
05.06.2026 – Alle Augen werden auf das Spitzenbrett gerichtet sein, wo die ukrainische Nachwuchsspielerin Anastasiia Hnatyshyn (rechts) kurz davor steht, Geschichte zu schreiben. Sie will den monumentalen Erfolg ihres 17-jährigen Landsmanns Roman Dehtiarov wiederholen, der im April dieses Jahres das Open der Einzeleuropameisterschaft gewann. | Fotos: Europäischer Schachverband

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Die 15-jährige ukrainische Schach-Sensation, WFM Anastasiia Hnatyshyn, steht nach zehn Spielrunden in Batumi als alleinige Führende an der Spitze der Tabelle bei der Europameisterschaft der Frauen.

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Steht im Mittelpunkt dieser EM: Anastasiia Hnatyshyns (l.). | Foto: Europäischer Schachverband

Anastasiia Hnatyshyn (UKR, 2207) in Runde 10 IM Eline Roebers (NED, 2389) mit den weißen Steinen und geht mit einem halben Punkt Vorsprung auf die Zweitplatzierte in die letzte Runde des Turniers. Es war eine brillante Partie der ukrainischen Teenagerin, die sich von Beginn an einen klaren Vorteil verschaffte und nach Roebers' Fehler mit 28…g6? (siehe Diagramm) den Druck auf den Sieg erhöhte.

Das Endspiel verlief mehr als erfreulich für Weiß, und Anastasiia manövrierte zum Königsflügel, schuf einen Freibauern und wandelte diesen schließlich mit einem schönen taktischen Motiv in einen Gewinn um.


Anastasiia Hnatyshyn erzielte eine herausragende Punktzahl von 8,5/10. Sie sicherte sich bereits eine IM-Norm, einen Platz im nächsten FIDE-Frauenweltcup und gewann allein in diesem Turnier 205,6 Ratingpunkte!

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Mit jeweils 8/10 Punkten teilen sich IM Sabrina Vega Gutierrez (ESP, 2375) und IM Olga Badelka (AUT, 2392) den zweiten Platz, gefolgt von IM Mai Narva (EST, 2426), IM Nurgyul Salimova (BUL, 2404) und IM Klaudia Kulon (POL, 2377).

Die heutige Runde wurde vom Präsidenten der Europäischen Schachunion, Herrn Zurab Azmaiparashvili, eröffnet, der den ersten symbolischen Zug in der Partie zwischen Hnatyshyn und Roebers ausführte. Herr Azmaiparashvili wandte sich an beide Spieler und wünschte ihnen viel Erfolg für die verbleibenden Runden des Turniers. Die Zeremonie fand in Anwesenheit des Präsidenten des Georgischen Schachverbandes, Herrn Akaki Iashvili, statt.

Fiona Sieber (v.l.) spielte in Runde 10 im DSB-Duell gegen Dinara Wagner unentschieden. Sieber gab ihren Vorteil im Mittelspiel wieder ab und das Spiel verlief ausgeglichen bis zur Punkteteilung. Beide haben noch die Chance mit einem Sieg unter die Top 10 zu springen und sich für den Worldcup zu qualifzieren. Dafür brauchen sie aber auch Schützenhilfe der Konkurrenz. | Foto: Europäischer Schachverband 
 

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Ergebnisse Runde 10

Br. Nr. Weiß Elo Pkt. Ergebnis Pkt. Schwarz Elo Nr.
1 10
IM Salimova, Nurgyul 2404 7 ½ - ½ IM Vega Gutierrez, Sabrina 2375
19
2 76
WFM Hnatyshyn, Anastasiia 2207 1 - 0 7 IM Roebers, Eline 2389
16
3 18
IM Kulon, Klaudia 2377 7 ½ - ½ 7 IM Narva, Mai 2426
5
4 14
GM Danielian, Elina 2390 0 - 1 7 IM Badelka, Olga 2392
12
5 6
GM Ushenina, Anna 2420 6 1 - 0 GM Khotenashvili, Bella 2415
7
6 3
IM Fataliyeva, Ulviyya 2450 6 0 - 1 6 IM Nomin-Erdene, Davaademberel 2328
34
7 37
FM Iglesias, Yosha 2325 6 ½ - ½ 6 IM Arabidze, Meri 2409
8
8 70
WGM Sieber, Fiona 2224 6 ½ - ½ 6 IM Wagner, Dinara 2408
9
9 11
IM Kiolbasa, Oliwia 2397 6 0 - 1 6 IM Matnadze Bujiashvili, Ann 2310
43
10 38
WGM Toncheva, Nadya 2320 6 1 - 0 6 IM Efroimski, Marsel 2386
17
18 64
WIM Piddubna, Bozhena 2235 ½ - ½ WGM Klek, Hanna Marie 2369
23
22 55
WGM Safarli, Josefine 2253 ½ - ½ WGM Sliwicka, Alicja 2315
41
26 75
WFM Bashylina, Luisa 2208 5 0 - 1 5 IM Khukhashvili, Sopiko 2329
33
31 91
WFM Odisharia, Teona 2167 5 0 - 1 5 WGM Schneider, Jana 2283
51
54 59
WFM Peglau, Charis 2238 4 ½ - ½ 4 WFM Radikovic, Anamarija 1974
132

Tabelle nach Runde 10

Rg. Name Pkt.  Wtg1 
1 Hnatyshyn, Anastasiia 8,5 0
2 Vega Gutierrez, Sabrina 8 0
3 Badelka, Olga 8 0
4 Narva, Mai 7,5 0
5 Salimova, Nurgyul 7,5 0
6 Kulon, Klaudia 7,5 0
7 Roebers, Eline 7 0
8 Ushenina, Anna 7 0
9 Toncheva, Nadya 7 0
10 Zimina, Olga 7 0
11 Beydullayeva, Govhar 7 0
12 Olde, Margareth 7 0
13 Matnadze Bujiashvili, Ann 7 0
14 Nomin-Erdene, Davaademberel 7 0
15 Arabidze, Meri 6,5 0
16 Unuk, Laura 6,5 0
17 Danielian, Elina 6,5 0
18 Wagner, Dinara 6,5 0
:
21 Sieber, Fiona 6,5 0
:
30 Safarli, Josefine 6 0
:
41 Klek, Hanna Marie 6 0
:
45 Schneider, Jana 6 0
:
89 Bashylina, Luisa 5 0
:
99 Peglau, Charis 4,5 0

165 Teilnehmerinnen

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Spielsaal während der 10. Runde. | Foto: Europäischer Schachverband

Die Finalrunde beginnt am heutigen Freitag um 11 Uhr MESZ, und die Top-Paarungen sind:

Paarungen in Runde 11

Br. Nr. Weiß Elo Pkt. Pkt. Schwarz Elo Nr.
1 18
IM Kulon, Klaudia 2377 WFM Hnatyshyn, Anastasiia 2207
76
2 19
IM Vega Gutierrez, Sabrina 2375 8 8 IM Badelka, Olga 2392
12
3 5
IM Narva, Mai 2426 IM Salimova, Nurgyul 2404
10
4 34
IM Nomin-Erdene, Davaademberel 2328 7 7 GM Ushenina, Anna 2420
6
5 16
IM Roebers, Eline 2389 7 7 WIM Olde, Margareth 2194
85
6 43
IM Matnadze Bujiashvili, Ann 2310 7 7 WGM Beydullayeva, Govhar 2368
24
7 46
IM Zimina, Olga 2290 7 7 WGM Toncheva, Nadya 2320
38
8 1
IM Tsolakidou, Stavroula 2455 GM Socko, Monika 2355
30
9 7
GM Khotenashvili, Bella 2415 FM Iglesias, Yosha 2325
37
10 8
IM Arabidze, Meri 2409 WGM Sieber, Fiona 2224
70
11 9
IM Wagner, Dinara 2408 WFM Kobak, Polina 1986
130
12 27
IM Bivol, Alina 2361 GM Danielian, Elina 2390
14
13 47
IM Unuk, Laura 2289 6 IM Kiolbasa, Oliwia 2397
11
14 41
WGM Sliwicka, Alicja 2315 6 6 IM Fataliyeva, Ulviyya 2450
3
15 40
FM Kazarian, Anna-Maja 2317 6 6 IM Javakhishvili, Lela 2442
4
16 13
IM Buksa, Nataliya 2392 6 6 IM Gvetadze, Sofio 2311
42
17 17
IM Efroimski, Marsel 2386 6 6 FM Jarocka, Liwia 2288
48
18 23
WGM Klek, Hanna Marie 2369 6 6 WGM Krasteva, Beloslava 2285
49
19 25
IM Mkrtchian, Lilit 2366 6 6 WGM Safarli, Josefine 2253
55
20 104
WIM Ismayil, Malak 2122 6 6 WGM Mkrtchyan, Mariam 2365
26
21 51
WGM Schneider, Jana 2283 6 6 IM Bulmaga, Irina 2361
28
43 100
WFM Skvortsova, Alena 2135 5 5 WFM Bashylina, Luisa 2208
75
51 112
WFM Aghaverdiyeva, Maryam 2103 WFM Peglau, Charis 2238
59

...83 Bretter

Partien

Links


Stefan Liebig, geboren 1974, ist Journalist und Mitinhaber einer Marketingagentur. Er lebt heute in Barterode bei Göttingen. Im Alter von fünf Jahren machten ihn seltsame Figuren im Regal der Nachbarn neugierig. Seitdem hat ihn das Schachspiel fest in seinen Bann gezogen. Höhenflüge in die NRW-Jugendliga mit seinem Heimatverein SV Bad Laasphe und einige Einsätze in der Zweitligamannschaft von Tempo Göttingen waren Highlights für den ehemaligen Jugendsüdwestfalenmeister.
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