06.06.2026 – In Runde 11 der Europameisterschaft der Frauen spielte Tabellenführerin Anastasiia Hnatyshyn gegen Klaudia Kulon. Mit einem halben Punkt Vorsprung vor Olga Badelka und Sabrina Vega Gutierrez startete Hnatyshyn in ihre Partie. Die beiden direkten Verfolgerinnen spielten an Brett 2 Remis, so dass Hnatyshyns Remis gegen Kulon für den alleinigen Turniersieg ausreichte. Dafür bekommt die 15-jährige Ukrainerin Hnatyshyn einen direkten WGM-Titel verliehen. Dinara Wagner verpasste mit 7,5 Punkten auf Platz 12 nur knapp die World Cup Qualifikation. | Foto: Europäischer Schachverband
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Schon vor der letzten Runde stand fest, dass Anastasiia Hnatyshyn durch ihre Leistung bei der Frauen-Europameisterschaft eine IM-Norm erreichen würde. Mit dem Turniersieg bekommt sie nun zusätzlich einen direkten WGM-Titel verliehen und qualifiziert sich wie die Spielerinnen von Platz 2 bis Platz 10 für den World Cup der Frauen.
In der letzten Runde hatten noch mehrere Spielerinnen Chancen auf den Turniersieg. Narva Mai, Nurgyul Salimova und Klaudia Kulon befanden sich nach Runde 10 auf Platz 4 bis Platz 6 mit je 7,5 Punkten. Bei einem Sieg hätte es die theoretische Möglichkeit gegeben, zu Hnatyshyn aufzuholen. Olga Badelka und Sabrina Vega Gutierrez (je 8 Punkte) auf Platz 3 und Platz 2 hatten sogar noch Chancen, Hnatyshyn zu überholen. Aber so sollte es nicht kommen.
Klaudia Kulon spielte in Runde 11 gegen Anastasiia Hnatyshyn, während an Brett 2 Olga Badelka und Sabrina Vega Gutierrez gegeneinander antraten. Beide Partien endeten in einem Remis, wodurch Hnatyshyn mit 9 Punkten aus 11 Partien alleinige Europameisterin wurde! Platz 2 ging an Sabrina Vega Gutierrez und Platz 3 erreichte Olga Badelka (beide mit 8,5/11).
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In der Partie zwischen Kulon und Hnatyshyn wurden die Damen frühzeitig abgetauscht und in ein Endspiel abgewickelt. Zwischenzeitig hatte Weiß die aktiveren Figuren. Beide Seiten spielten mit einem Isolani, Weiß übte jedoch mehr Druck auf den schwarzen Isolani aus als Schwarz auf den weißen Isolani.
Eine interessante Taktik wäre aus einer Nebenvariante entstanden: 24...h6 25.Sf3 f6 26.d4 e4 27.Sd2 f5 28.Sc4 Tf6 29.Te5!
In der Partie bekam Schwarz die Möglichkeit, ihre Türme aktiver zu stellen und einen Turm abzutauschen. Danach wurde es im Endspiel mit Turm und Springer gegen Turm und Springer schwierig, Fortschritte zu erreichen.
In der Endstellung hatte Weiß den eigenen Isolani aufgelöst bekommen. Die aktiven schwarzen Figuren konnten die Stellung jedoch zusammenhalten.
Anastasiia Hnatyshyn erreicht durch dieses Turnier ein Eloplus von 214,4 Punkten. Ihre Gegnerin Klaudia Kulon aus der letzten Runde nahm nach dem Remis gegen die Turniersiegerin den sechsten Platz mit 8 Punkten ein, qualifizierte sich so zum World Cup der Frauen und macht ein Eloplus von 8,5 Punkten.
Dinara Wagner verpasst Qualifikation zum World Cup nur knapp
Die Spielerinnen, die die ersten zehn Plätze erreichten, qualifizierten sich so für den World Cup der Frauen. Mit 7,5 Punkten landete Dinara Wagner auf Platz 12. Damit war sie punktgleich mit den Spielerinnen von Platz 7 bis Platz 18. Aufgrund der Buchholzwertung verpasste Wagner den erhofften zehnten Platz.
Fiona Sieber: Qualifikation verpasst, großes Eloplus erreicht
Fiona Sieber hatte in der letzten Runde auch noch die Chancen, einen Qualifikationsplatz zu erreichen. Gegen Meri Arabidze verlor sie in Runde 11 jedoch, wodurch sie am Ende nur 6,5 Punkte auf dem Punktekonto hatte und so Platz 30 in der Endtabelle einnehmen musste.
Nach 45...Te3 46.Dd6 Te2 47.Dd5 ist Schwarz dazu gezwungen, mit 47...Te8 ein Matt auf g8 abzuwehren. Nach dem Turmtausch geht Schwarz auch noch einen Damentausch ein und findet sich in einem verlorenen Leichtfigurenendspiel wieder.
In den 11 Runden verlor Fiona Sieber nur zwei Partien. Sie konnte 4 Siege und 5 Remis verbuchen. Mit 6,5 Punkten erreichte sie eine Eloperformance von 2376 und macht damit ein Eloplus von 49 Punkten.
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Martina GerdtsMartina Gerdts studierte portugiesische und spanische Sprachwissenschaft und arbeitet heute als Sprachdozentin und schreibt über Schach und Sprachen. Einmal für ein Turnier in Paris mit Schach angefangen, ist sie heute als Spielerin aber auch durch ihr Engagement neben dem Brett und ihre schreibenden Aktivitäten im Schach aktiv.
05.06.2026 – Alle Augen werden auf das Spitzenbrett gerichtet sein, wo die ukrainische Nachwuchsspielerin Anastasiia Hnatyshyn (rechts) kurz davor steht, Geschichte zu schreiben. Sie will den monumentalen Erfolg ihres 17-jährigen Landsmanns Roman Dehtiarov wiederholen, der im April dieses Jahres das Open der Einzeleuropameisterschaft gewann. | Fotos: Europäischer Schachverband
02.06.2026 – Am Spitzenbrett der siebten Runde der Europameisterschaft der Frauen 2026 in Batumi besiegte die Europameisterin von 2023, Meri Arabidze (Titelfoto links), die 15-jährige Anastasiia Hnatyshyn und beendete damit die Siegesserie des ukrainischen Nachwuchsstars. Arabidze zog in der Tabelle gleich mit der Besiegten. Dritte Führende ist Sabrina Vega Gutierrez nach ihrem Sieg gegen Ulviyya Fataliyeva. Bestplatzierte DSB-Spielerin ist Jana Schneider auf Rang 20 mit 5 Punkten. Sie überholte mit ihrem Sieg die noch ungeschlagene Dinara Wagner, die wie Fiona Sieber und Hanna Maria Klek 4,5 Punkte auf dem Konto hat. | Fotos: Europäischer Schachverband
Benoni ist eine aktive Eröffnung für Schwarz, und gerade jetzt genießt sie ein Comeback. Das Zähmen der gegnerischen Dynamik in Stellungen, wo der Nachziehende auf seine aktiven Figuren und die Damenflügelmajorität pochen kann, ist den Weißspielern immer schwergefallen. Thema dieser 60-Minuten-Videoplips ist der Kern des Abspiels 8.h3 0-0 9.Ld3 (nach 1.d4 Sf6 2.c4 c5 3.d5 e6 4.Sc3 exd5 5.cxd5 d6 6.e4 g6 7.Sf3 Lg7). Dieses stößt unter Benoni-Anhängern auf keine große Gegenliebe - dem Traum, den Gegner zu massieren, kommen die Anziehenden damit nämlich gefährlich nahe. Wie man diesem aussichtsreichen Aufbau am besten begegnen soll, wird nach wie vor hitzig diskutiert, denn nicht jeder ist mit dem schwarzen Hauptabspiel mit dem sofortigen 9…b5 zufrieden. Gut vorbereitete Benoni-Liebhaber können immer noch Wege finden, dem Ausgleich nahezukommen, doch die Initiative bleibt fest in der Hand von Weiß. Der slowakische GM Lubomir Ftacnik analysiert und bewertet alle zentralen Ideen der Verteidigung und zeigt Wege, Schwarz unter Druck zu setzen. Ergänzt wird das Ganze durch eine Datenbank mit den wichtigsten Partien. Jeder, der ein solides, aussichtsreiches und klar strukturiertes Eröffnungssystem gegen Benoni sucht, findet eine Fülle an sorgsam ausgewählten Informationen.
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