27.09.2026 – Deutschland gewann 3:1 gegen die Niederlande und erreichte so den 3. Platz. Vincent Keymer remisierte gegen Anish Giri, Rasmus Svane spielte Remis gegen Casper Schoppen und Matthias Blübaum gelang der Sieg gegen Jorden van Foreest und sorgte so für dessen einzige Niederlage des Turniers. Am Ende rettete Frederik Svane seine Partie gegen Loek van Wely in ein Remis, wodurch der Sieg feststand! Die deutschen Frauen gewannen 3:1 gegen Montenegro und erreichten damit Platz 29. | Foto: Nils Rohde / ChessBase
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Zum Abend des Spieltages beginnen wir mit der Besprechung der Ergebnisse der deutschen Teams. Es folgen Artikel mit den Ergebnisse der 11. Runde der anderen Mannschaften in der offenen Sektion und in der Frauensektion.
Open: Blübaum punktet gegen Van Foreest
Usbekistan gewann gegen Ukraine 2,5:1,5 und Indien spielte 2:2 gegen Ungarn. Damit sicherte sich Usbekistan den ersten Platz. Durch das Remis von Indien war ein deutscher Sieg notwendig, um einen deutschen Podiumsplatz sicher zu haben. Deutschland gewann mit einem Sieg von Matthias Blübaum gegen Jorden van Foreest 2,5:1,5 gegen die Niederlande. Aufgrund der besseren Feinwertung erreichte Indien den zweiten Platz und Deutschland den dritten Platz.
Die usbekischen Gastgeber gewannen mit einem Punkt Abstand ihre Partie gegen die Ukraine. Mukhiddin Madaminov entschied das Duell gegen den ukrainischen Europameister Roman Dehtiarov. Damit waren die deutschen Hoffnungen auf den ersten Platz Geschichte.
Indien hätte sich den zweiten Platz durch einen Sieg gegen Ungarn auch über die Mannschaftspunkte sichern können ohne auf die Zweitwertung setzen zu müssen. Gukesh konnte seine Stellung jedoch nicht halten und verlor gegen den ungarischen Großmeister Gleb Dudlin, der ein großartiges Turnier spielt. Am Ende reichte es trotzdem für Indien zum zweiten Platz, weil die Mannschaft die höhere Punktzahl nach Olympiaden-Sonneborn-Berger-Wertung als Deutschland hatte.
Deutschland gewinnt gegen die Niederlande
Das deutsche Ergebnis setzte sich aus drei Remis und einem Sieg zusammen. Matthias Blübaum gewann seine zweite Partie des Turniers in seinem zehnten Einsatz im Turnier. Er punktete gegen den niederländischen Großmeister Jorden van Foreest, der bis zu dieser Partie ungeschlagen war. Insgesamt erreichte Van Foreest 7 Punkte in 9 Einsätzen und eine Turnierperformance von 2798 Elopunkten.
Matthias Blübaum selbst steht nach der letzten Runde bei 5,5 Punkten aus 10 Einsätzen und einer Turnierleistung von 2685 Elopunkten. Am letzten Tag punktete er in dem Schlüsselmatch für den Podiumsplatz. Nach seinem Sieg und den beiden Remis von Vincent Keymer gegen Anish Giri und von Rasmus Svane gegen Casper Schopper hatte Frederik Svane die Sicherheit, dass er nur noch ein Remis für den Teamsieg brauchte. Er rettete seine Stellung noch, über die er phasenweise nicht glücklich war und remisierte gegen Loek van Wely. Der deutsche Sieg gegen die Niederlande war damit perfekt!
Matthias Blübaum sorgt für entscheidenden Sieg | Foto: Nils Rohde / ChessBase
Die Paarungen: Niederlande gegen Deutschland
Matthias Blübaum 1–0 Jorden van Foreest
Die Partie entwickelte sich zum Vorteil von Blübaum als Van Foreest im Endspiel eine Qualität abgeben musste. Die Variante begann mit einem Tausch, bei dem Blübaum zwei Figuren für einen Turm abgab.
Die Variante wäre kein Problem für Van Foreest gewesen, wenn danach nicht der Schlüsselzug von Blübaum möglich gewesen wäre: 29.Da3! mit einem Doppelangriff auf Springer und Läufer.
Schwarz bekam für den Läufer noch den a-Bauern, aber retten ließ sich die Partie für den Niederländer nicht mehr. Die Partie endete nach 64 Zügen in einem für Schwarz verlorenen Bauernendspiel.
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In einem Interview erzählte Frederik Svane, dass er auf Sieg gegen Van Wely gespielt hatte, weil er zuerst nicht wissen konnte, dass ein Remis ausreichen würde. Aus diesem Grund war er einer dreifachen Stellungswiederholung aus dem Weg gegangen. Er gab aber auch zu, dass es im späteren Partieverlauf schwieriger wurde und er glücklich darüber war, dass er die Partie noch mit einem Remis beenden konnte nachdem klar war, dass dem Team nur ein halber Punkt zum Mannschaftssieg fehlte.
Über die längsten Phasen der Partie war die Stellung ausgeglichen. Es gab aber einen Moment im Übergang von Mittelspiel zu Endspiel, wo es für Frederik Svane wichtig war, auf c5 zu schlagen, weil er sonst im Endspiel in Nachteil geraten konnte. Bei Zug 39 wäre 39...dxc5 ein guter Zug neben anderen Möglichkeiten gewesen. In Zug 40 wäre 40...dxc5 sehr zu empfehlen gewesen, weil die Alternativen nicht mehr gut waren und in Zug 41 spielte er endlich 41...dxc5. Da hatte sein Gegner seinen Vorteil schon verspielt, weil er selbst nicht 41.cxd6 gespielt hatte, sondern 41.Le3.
Der Unterschied wäre im späteren Endspiel bemerkbar geworden, z.B. nach einem Damentausch im Leichtfigurenendspiel.
In Zug 48 endete die Partie in einem Remis, was dem Partieverlauf auch gerecht wurde.
Einzelgold für Frederik Svane
Frederik Svane zeigte während der Schacholympiade von Runde zu Runde eine großartige Leistung am Brett. Am Ende reichte es für Einzelgold für sein Ergebnis an Brett 3. Mit 8,5 Punkten aus 11 Partien und einer Turnierleistung von 2796 Elopunkten war er der beste Spieler an Brett 3.
Top 5 an Brett 3
Rg.
Name
Elo
Team
Turnierleistung
Partien
1
GM
Frederik Svane
2655
Deutschland
2796
11
2
GM
Nodirbek Yakubboev
2685
Usbekistan
2774
10
3
GM
Shant Sargsyan
2630
Armenien
2745
11
4
IM
Quoc Hy Nguyen
2428
Vietnam
2720
10
5
GM
Mahammad Muradli
2653
Aserbaidschan
2709
11
In den elf Partien, die Frederik Svane spielte, erreichte er sechs Siege und fünf Remis. Dabei trat er gegen drei Spieler mit einer Elo über 2700 an: Hans Moke Niemann (2725), Yangyi Yu (2710) und Nihal Sarin (2718). Aus Sicht der Einzelleistung und basierend auf der Elo der Gegner war sein Sieg gegen Niemann sein höchster Sieg in diesem Turnier. Für die Mannschaft waren sein Sieg in Runde 5 gegen Niemann und die Doppelsiege von Frederik Svane mit seinem Bruder Rasmus Svane in Runde 7, Runde 8 und Runde 10 besonders entscheidend, da so die Mannschaftssiege in den jeweiligen Runden gesichert wurden. In Runde 7 spielte Frederik Svane gegen Isik Can (Türkei), in Runde 8 trat er gegen Nodirbek Yakubboev an, dem er in dieser Runde die einzige Niederlage brachte und in Runde 10 punktete Frederik Svane gegen Maxime Lagarde.
Liste der Gegner und Ergebnisse von Frederik Svane (ChessBase-Statistikportal)
Frederik Svane – ungeschlagen mit 8,5/11 | Foto: Nils Rohde / ChessBase
Insgesamt erreichten drei der fünf Spieler einen Platz in der Top 15 der Einzelergebnisse für ihr jeweiliges Brett. Vincent Keymer erreichte an Brett 1 den 6. Platz, Matthias Blübaum erreichte an Brett 2 den 5. Platz und Frederik Svane erreichte an Brett 3 den 1. Platz. Alexander Donchenko und Rasmus Svane hatten durch die wechselnden Einsätze weniger Möglichkeiten zu punkten als andere Spieler.
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In der letzten Runde gewann die Mannschaft um Dinara Wagner 3:1 gegen Montenegro – ein versöhnlicher Abschluss nach zwei unglücklichen Runden gegen Indonesien und Lettland. Jana Schneider und Hanna Marie Klek gewannen ihre Partien, während Dinara Wagner und Lara Schulze jeweils Remis spielten.
Hanna Marie Klek, Jana Schneider und Lara Schulze | Foto: Nils Rohde / ChessBase
Am Nachbartisch des deutschen Teams trat Schweden, u.a. mit Pia Cramling, gegen Norwegen an. Schweden spielte 2–2 gegen Norwegen und erreichte so 14 Mannschaftspunkte genauso wie Deutschland. Aufgrund der Zweitwertung nimmt Deutschland nach der letzten Runde Platz 29 ein, während Schweden mit Pia und Anna Cramling Platz 30 erreicht.
Die Paarungen: Deutschland gegen Montenegro
Alena Skvortsova 0–1 Hanna Marie Klek
Der letzte Fehler beendete die Partie. Alena Skvortsova übersah in einer Variante, die nach einem Abtausch aussah, dass ein Grundreihenmatt drohte.
Es folgte 30...Lxd4 31.Lxd4 Dd3! und Weiß gab auf. Hätte sie 32.Txd3 gespielt, wäre 32...Te1# gefolgt.
Lara Schulze in Runde 11 | Foto: Nils Rohde / ChessBase
Lara Schulze erreichte in diesem Turnier die meisten Einsätze und insgesamt die meisten Punkte für das deutsche Team. In der letzten Runde spielte sie Remis gegen Nikolina Koljevic, für die das Remis gegen Lara Schulze ein großartiges Ergebnis war.
Teamstatistik Deutschland (Frauen)
Die Spielerinnen sind in der Teamstatistik nach Elo sortiert
Für das deutsche Team lief das Turnier bis inklusive Runde 8 sehr gut. Gegen die starken Kasachinnen hatte man nur knapp verloren und gegen Indien zu verlieren, war auch mit Blick auf die Elodifferenz zu verkraften. Danach gewannen sie 2,5:1,5 gegen Österreich und dann folgten zwei Runden, die für die Mannschaft um Dinara Wagner eher unglücklich verliefen. Insgesamt erreichten alle fünf Spielerinnen mindestens 50% der möglichen Einzelpunkte. Dinara Wagner erreichte mit 5/10 exakt 50% an Brett 1. Ihre Teamkolleginnen punkteten jeweils etwas mehr. Elisabeth Pähtz erreichte mit 5 Punkten aus 8 Partien eine Turnierperformance von 2405. Damit bestätigte sie ihre aktuelle Elo von 2404.
In den Bestenlisten zu den Einzelleistungen erreichte Elisabeth Pähtz den 6. Platz unter den Spielerinnen an Brett 2 und Lara Schulze erreichte den 12. Platz unter den Reservespielerinnen.
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Beim Gaprindashvilicup werden die Punkte der Mannschaften eines Landes aus beiden Sektionen zusammengezählt. In dieser Wertung erreichte Deutschland den 14. Platz. Indien, die USA und China führen diese Tabelle an.
Martina GerdtsMartina Gerdts studierte portugiesische und spanische Sprachwissenschaft und arbeitet heute als Sprachdozentin und schreibt über Schach und Sprachen. Einmal für ein Turnier in Paris mit Schach angefangen, ist sie heute als Spielerin aber auch durch ihr Engagement neben dem Brett und ihre schreibenden Aktivitäten im Schach aktiv.
06.08.2026 – Im Internationalen Frauenturnier der Dortmunder Sparkassen chess trophy übernahm Dinara Wagner (Titelfoto) durch ihren Sieg gegen die bislang Führende Nataliya Buksa den Spitzenplatz. Da die mit Wagner punktgleiche Klaudia Kulon gegen Song Yuxin verlor, hat Wagner nach drei von sechs Runden einen halben Punkt Vorsprung. Im A-Open zeigte sich Titelverteidiger Matthias Blübaum gut vorbereitet und gewann ebenfalls gegen den alleinigen Ersten Amilal Munkhdalai. Blübaum teilt sich die Führung mit Kacper Piorun und Yu Tian Poh. | Fotos: Turnierveranstalter
05.08.2026 – „Spielmacherinnen auf dem Schachbrett“ hieß das medienwirksame Blitzturnier mit dem im Frauenturnier die Tiebreakwertung festgelegt wird. Es gewann Song Yuxin vor Nataliya Buksa (Titelfoto vor der Eröffnungspartie gegen Dinara Wagner) und Klaudia Kulon. Für Dinara Wagner blieb nur Rang 4. Im A-Open musste Titelverteidiger Matthias Blübaum seinen ersten halben Punkt gegen IM Yu Tian Poh abgeben. Der junge deutsche IM Luka Schwitkowski hätte nach einer starken Partie sogar die alleinige Führung übernehmen können, er verlor aber schließlich ein theoretisches Remisendspiel. Dadurch ist sein Gegner Amilal Munkhdalai nach vier Runden Spitzenreiter. Er tritt heute an Brett 1 mit Weiß gegen Blübaum an. | Fotos: Turnierveranstalter / Dariusz Gorzinski, Nils Rohde
Königsindisch-Fans, die zum Mar del Plata Angriff (7...Sc6) greifen, wenn Weiß das klassische System spielt (1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.Sf3 0-0 6.Le2 e5 7.0-0), streben komplexe Stellungen mit beidseitigen Angriffen an offenen Flügeln an, in denen langfristige strategische Planung und taktische Aufmerksamkeit in kritischen Momenten gefragt ist. Computer wissen oft nicht, was in den entstehenden komplexen strategischen Stellungen zu tun ist, und das kommt Spielern entgegen, die gerne selber denken, anstatt lange theoretische Varianten auswendig zu lernen. Aber der zur Zeit moderne Bajonett-Angriff (9.b4) stört die schwarzen Pläne. Denn nach der schwarzen Hauptfortsetzung 9...Sh5 öffnet sich die Stellung und es kommt zu langen, forcierten Varianten, die man mit Computerhilfe analysieren kann. Diese DVD bietet ein gutes Mittel gegen den weißen Bajonett-Angriff: 9...a5! Dieser Zug führt zu gesunden Stellungen, in denen es nur wenig konkrete Varianten gibt und in der Strategie wichtiger als Taktik ist. Objektiv sind die Chancen ausgeglichen, aber wenn Schwarz die Stellung kennt, kann die Lage schnell kritisch für Weiß werden.
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