Usbekistan, Indien und Deutschland auf dem Podium
Usbekistan beendete die Olympiade im eigenen Land mit einer Goldmedaille für die Mannschaft. In der letzten Runde in Samarkand besiegten sie Ukraine 2½:1½ mit einem Sieg von Mukhiddin Madaminov gegen den 18-jährigen Europameister Roman Dehtiarov. Die Gastgeber erreichten 20 von 22 möglichen Mannschaftspunkten, zwei Punkte Vorsprung auf Indien und Deutschland. Dies ist nach Chennai 2022 der zweite Olympiadensieg für Usbekistan.
Die weiteren Partien des Matches zwischen Usbekistan und Ukraine endeten in einem Remis. Nodirbek Abdusattorov remisierte gegen Igor Kovalenko, Javokhir Sindarov spielte gegen Vasyl Ivanchuk Remis und Nodirbek Yakubboev teilte sich den Punkt mit Ihor Samunenkov.

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Bent Larsen (1935–2010) war der größte Schachspieler in der Geschichte Dänemarks und zeitweise der zweitstärkste Spieler der westlichen Welt – hinter Bobby Fischer. Zwischen 1954 und 1971 gewann er sechsmal die dänische Meisterschaft und erzielte im Laufe seiner Karriere zahlreiche internationale Turniersiege.
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Damit beendete Usbekistan das Turnier mit 10 Matchsiegen und einer einzigen Teamniederlage, die sie in Runde 8 gegen Deutschland erlitten. Die Basis für den großen Erfolg des usbekischen Teams war nicht die Leistung eines einzelnen Spielers an der Spitze, Usbekistan zeigte an allen vier Brettern Topleistungen.

Das usbekische Team mit Kapitän (und 2004 FIDE-Weltmeister) Rustam Kasimdzhanov |
Foto: Nils Rohde / ChessBase
"This is the proudest moment in my life"
Nodirbek Abdusattorov sagte in einem Interview mit Mike Klein von Chess.com, dass es sich hierbei um den Moment seines Lebens handelte, auf den er am meisten stolz ist:
This is the proudest moment in my life. It's been a tremendous achievement for our team, for Uzbekistan. I'm truly happy.
Usbekistan gewann zuvor in Chennai 2022 die Schacholympiade. Vier der Spieler der diesjährigen ersten Mannschaft Usbekistans waren auch damals dabei: Abdusattorov, Yakubboev, Sindarov und Shamsiddin Vokhidov gewannen damals Gold für Usbekistan. Gleichzeitig ist das Team noch sehr jung. Die fünf Spieler sind dieses Jahr zwischen 19 und 24 Jahre alt. Yakubboev und Vokhidov sind mit 24 Jahren die ältesten Spieler der Mannschaft.
Abdusattorov war in diesem Jahr wieder ein Schlüsselspieler der Mannschaft. Er trat in elf Runden an und erreichte 8½/11 Punkte und damit Einzelgold für seine Ergebnisse am ersten Brett. Er erreichte eine 2869er-Turnierperformance. 2022 und 2024 gewann er jeweils Einzelsilber für seine Ergebnisse am ersten Brett.

Ein Traum von einem Turnier für Nodirbek Abdusattorov | Foto: Nils Rohde / ChessBase
Es gab weitere Einzelmedaillen für usbekische Spieler. Sindarov bekam die Bronzemedaille für seine Leistung an Brett 2 und Yakubboev bekam Silber für seine Leistung an Brett 3 überreicht.
Vier der fünf usbekischen Spieler gewannen Ratingpunkte in Samarkand. Abdusattorov bekam 18 Elopunkte dazu, während Yakubboev 14,4 Punkte gutmachte. Sindarov und Abdusattorov nehmen nun Platz 4 und Platz 5 in der Weltrangliste nach Liverating ein und Yakubboev ist nun Mitglied des Clubs der 2700er mit einer Elo von 2712 Punkten und Platz 26 der Welt.
Dehtiarov gegen Madaminov
Madaminov verwertete sein Turmendspiel mit Mehrbauern zu einem entscheidenden Sieg für die Gastgeber. Dehtiarov machte einen Fehler mit 33.b4?. 33.Te5 war der einzige Zug, der Weiß Chancen auf ein Remis gegeben hätte.
Der schwarze König wurde bald im Zentrum aktiv. Madaminov führte die Partie mit präzisen Zügen fort bis er die Stellung in ein Endspiel mit Turm und Bauer gegen Turm abwickeln konnte.
Dies ist die Position nach 46...Kd4. Madaminov berechnete korrekt, dass er seinen Bauern auf f4 für den einsamen Kämpfer auf b4 abgeben konnte.
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Der Rest war einfach für den 19-jährigen usbekischen Großmeister, der dieses Endspiel möglicherweise niemals vergessen wird!

Usbekistan gegen Ukraine | Foto: Nils Rohde / ChessBase
Silber für Indien trotz Niederlage von Gukesh
Indien erreichte hinter Usbekistan den zweiten Platz der Schacholympiade. Im letzten Match spielten sie 2:2 gegen Ungarn. Wie dieses Ergebnis zustande kam, war überraschend. Praggnanandhaa Rameshbabu remisierte gegen Richard Rapport und Nihal Sarin spielte gegen Benjamin Gledura Remis. Gepunktet wurde an den Brettern 2 und 4. Arjun Erigaisi besiegte Peter Leko an Brett 2 und an Brett 4 überraschte Gleb Dudin mit einem Sieg mit Weiß gegen den amtierenden Weltmeister Gukesh.
Erigaisis Sieg glich Gukeshs Niederlage aus und sicherte so dem indischen Team die Silbermedaille.

Vor der letzten Runde stand Gukesh bei einem Score von 8½/10 Punkten. Durch Dudins Sieg rutschte Gukesh in der Bestenliste für Einzelleistungen auf den zweiten Platz ab. Das war die erste Olympiade seit 4 Jahren, bei der er kein Einzelgold gewonnen hatte. In Chennai repräsentierte er Indien 2 und erreichte Einzelgold für seine Leistung an Brett 1 und in Budapest erreichte er ebenso Einzelgold.
Die Niederlage kostete Gukesh 6,9 Elopunkte. Insgesamt macht er von dem Turnier trotzdem noch ein Eloplus von 7,1 Punkten. Er verlässt Samarkand mit einem Abstand von 72 Elopunkten auf Sindarov, gegen den er in weniger als zwei Monaten in Genf für die Weltmeisterschaft antritt. Er befindet sich nach dem Liverating momentan auf Platz 29 der Welt.
Praggnanandhaa erreichte auch eine Medaille für seine Einzelleistung. Ihm wurde eine Bronzemedaille für seine Performance von 2772 Elopunkten an Brett 1 überreicht.

Der amtierende Weltmeister Gukesh | Foto: Nils Rohde / ChessBase
Dudin vs. Gukesh
Gukesh ging die Variante der sizilianischen Verteidigung abenteuerlich an. In Zug 10 angekommen hatte er bereits sein Rochaderecht verloren. Bis Zug 21 hatte er schon einen Bauern verloren.
Das Diagramm zeigt eine Stellung, in der Dudin seine Position schon konsolidiert hatte. Sein Springerpaar war stärker als das schwarze Läuferpaar. Nach 26.c5 wurde der Außenposten auf d6 ein Schlüsselfeld in der Position.
Dudin verbesserte seine Position stetig in einer Phase der Manöver. Als sie bei Zug 41 ankamen hatte Dudin bereits zwei Bauern mehr als Gukesh und einen starken Freibauern auf dem Feld d6.
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Gukesh führte die Partie bis Zug 59 fort. Wäre es kein Teamevent gewesen, hätte er sicherlich bereits vorher aufgegeben.

Die goldene indische Generation bekommt Silber in Samarkand | Foto: Nils Rohde / ChessBase
Deutschland kehrt zum Podium der Olympiade zurück
Deutschland erreichte nach einem 2½:1½-Sieg gegen die Niederlande den dritten Platz in der offenen Sektion der Schacholympiade. Das Team beendete das Turnier punktgleich mit Indien (18/22), nach Zweitwertung zogen die indischen Spieler aber an Deutschland vorbei.
Matthias Blübaum punktete in der entscheidenden Partie gegen Jorden van Foreest an Brett 2, während Anish Giri gegen Vincent Keymer remisierte, Loek van Wely Remis gegen Frederik Svane spielte und Casper Schoppen sich den Brettpunkt mit Rasmus Svane teilte.

Die Medaille beendet das 26-jährige Warten Deutschlands. Die letzte Olympiade, bei der Deutschland in der offenen Sektion eine Medaille gewann, fand im Jahr 2000 in Istanbul statt. Damals spielten u.a. Artur Jussupow und Robert Hübner mit.
Deutschlands Weg zur Bronzemedaille beinhaltete neun Siege und zwei Niederlagen. Es gab kein einziges Teamremis. Die Niederlagen erlitt die Mannschaft gegen China und Indien. Deutschland war das einzige Team, das die neuen Olympiadensieger Usbekistan 1 besiegen konnte. Tatsächlich besiegte Deutschland Usbekistan sogar dreimal. Sie spielten gegen alle drei Mannschaften der Gastgeber und gewannen alle drei Matches.
Frederik Svane stach besonders mit seiner Leistung am dritten Brett heraus. Dieses Jahr bekam er zum zweiten Mal in Folge nach der Olympiade in Budapest 2024 Gold für seine individuelle Leistung. Er beendete das Turnier ungeschlagen mit 8½/11 Punkten und einer Turnierperformance von 2796 Elopunkten.
In einem separaten Artikel wurden die deutschen Ergebnisse aus Runde 11 am 27.9. im Detail besprochen. U.a. wurde auch thematisiert, welcher Fehler dafür sorgte, dass Blübaum gegen Van Foreest gewann.

Frederik Svane bekam zum zweiten Mal in Folge Einzelgold! | Foto: Nils Rohde / ChessBase
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Matthias Blübaum – der deutsche Held in Runde 11 | Foto: Nils Rohde / ChessBase

Deutschland erreichte zum ersten Mal in 26 Jahren das Podium | Foto: Nils Rohde / ChessBase
Ungarns Gleb Dudin überraschte und überzeugte
Ungarn beendete das Turnier auf dem siebten Platz, einen Platz vor ihrem Startrang. Einen starken Kämpfer hatte Ungarn in Person von Gleb Dudin als Reservespieler dabei.
Dudin spielte zehn von elf Runden und erreichte dabei acht Punkte. Zuletzt gewann er fünf Runden in Folge! In der letzten Runde gewann er gegen den amtierenden Weltmeister Gukesh, wodurch er sich die Goldmedaille für seine Einzelleistung am Reservebrett sicherte. Er erreichte eine Performance von 2738 Elopunkten. Wer mit einem Rating von 2560 den amtierenden Weltmeister besiegt, hat eine Goldmedaille wahrlich verdient!
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Gleb Dudin und Savitha Shri bekommen Gold (Reservebrett) | Foto: Nils Rohde / ChessBase
Erdogmus, Van Foreest und Samunenkov beeindrucken
Yagiz Kaan Erdogmus,15 Jahre alt, erreichte 8/10 Punkte für die Türkei und eine Leistung von 2839 Elopunkten. Hinter Abdusattorov bekam er Silber für seine Einzelleistung überreicht. Er machte ein Eloplus von 15,1 Punkten und kletterte in der Weltrangliste nach Liverating auf Platz 17 hoch. Damit erreicht er Platz 1 der Spieler unter 20 Jahren – noch vor Gukesh.
Eine ausgesprochen starke Leistung zeigte auch der niederländische Großmeister Jorden van Foreest, der 8 Punkte aus 10 Einsätzen erreichte und eine Turnierperformance von 2798 Ratingpunkten an Brett 2 vorzuweisen hatte. Seine Erfolgssträhne wurde in der letzten Runde von Matthias Blübaum unterbrochen, der ihn nach einem taktischen Fehler besiegte. Trotzdem erreichte Van Foreest Einzelsilber für seine Leistung an Brett 2.
Ein weiteres beachtenswertes Ergebnis erreichte der 17-jährige ukrainische Spieler Ihor Samunenkov. Sein Remis in der letzten Runde gegen Yakubboev brachte ihn zu 8/10 Punkten und damit Platz 1 unter den Spielern an Brett 4. Damit zog er an Gukesh vorbei.

Jorden van Foreest und Armeniens Mariam Mkrtchyan | Foto: Nils Rohde / ChessBase

Yagiz Kaan Erdogmus (Türkei) und Carissa Yip (USA) | Foto: Nils Rohde / ChessBase
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Bent Larsen (1935–2010) war der größte Schachspieler in der Geschichte Dänemarks und zeitweise der zweitstärkste Spieler der westlichen Welt – hinter Bobby Fischer. Zwischen 1954 und 1971 gewann er sechsmal die dänische Meisterschaft und erzielte im Laufe seiner Karriere zahlreiche internationale Turniersiege.
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Ihor Samunenkov (UKR) erreichte Gold vor Gukesh (Brett 4) | Foto: Nils Rohde / ChessBase
Tabelle nach Runde 11
| Rg. |
SNr |
|
Team |
Spiele |
+ |
= |
- |
Wtg1 |
Wtg2 |
Wtg3 |
Wtg4 |
| 1 |
3 |
|
Uzbekistan |
11 |
10 |
0 |
1 |
20 |
455,5 |
32,5 |
161 |
| 2 |
2 |
|
India |
11 |
8 |
2 |
1 |
18 |
405,5 |
28,5 |
162 |
| 3 |
5 |
|
Germany |
11 |
9 |
0 |
2 |
18 |
386,5 |
28,5 |
160 |
| 4 |
1 |
|
United States of America |
11 |
8 |
1 |
2 |
17 |
391,5 |
29 |
157 |
| 5 |
7 |
|
Azerbaijan |
11 |
7 |
3 |
1 |
17 |
364,5 |
28,5 |
151 |
| 6 |
10 |
|
Armenia |
11 |
7 |
3 |
1 |
17 |
339,5 |
27 |
154 |
| 7 |
8 |
|
Hungary |
11 |
7 |
3 |
1 |
17 |
320,5 |
24,5 |
152 |
| 8 |
4 |
|
China |
11 |
7 |
2 |
2 |
16 |
374,5 |
28 |
160 |
| 9 |
9 |
|
France |
11 |
6 |
4 |
1 |
16 |
366,5 |
28,5 |
151 |
| 10 |
13 |
|
Spain |
11 |
8 |
0 |
3 |
16 |
354,5 |
28,5 |
147 |
| 11 |
12 |
|
Ukraine |
11 |
8 |
0 |
3 |
16 |
350,5 |
28 |
148 |
| 12 |
11 |
|
England |
11 |
7 |
2 |
2 |
16 |
335,5 |
27,5 |
145 |
| 13 |
14 |
|
Turkiye |
11 |
7 |
1 |
3 |
15 |
361,5 |
27,5 |
152 |
| 14 |
16 |
|
Poland |
11 |
6 |
3 |
2 |
15 |
348 |
28,5 |
146 |
| 15 |
18 |
|
Iran |
11 |
6 |
3 |
2 |
15 |
348 |
28,5 |
143 |
| 16 |
6 |
|
Netherlands |
11 |
7 |
1 |
3 |
15 |
342,5 |
26 |
153 |
| 17 |
23 |
|
Romania |
11 |
5 |
5 |
1 |
15 |
339,5 |
28 |
143 |
| 18 |
30 |
|
Uzbekistan 2 |
11 |
7 |
1 |
3 |
15 |
332 |
25,5 |
154 |
| 19 |
47 |
|
Vietnam |
11 |
6 |
3 |
2 |
15 |
326,5 |
30,5 |
130 |
| 20 |
17 |
|
Croatia |
11 |
7 |
1 |
3 |
15 |
321,5 |
29 |
132 |
| 21 |
20 |
|
Czech Republic |
11 |
6 |
3 |
2 |
15 |
321 |
27 |
144 |
| 22 |
15 |
|
Serbia |
11 |
7 |
1 |
3 |
15 |
313 |
26 |
144 |
| 23 |
24 |
|
Argentina |
11 |
7 |
1 |
3 |
15 |
311,5 |
27 |
141 |
| 24 |
22 |
|
Israel |
11 |
7 |
1 |
3 |
15 |
304 |
25,5 |
139 |
| 25 |
35 |
|
Kazakhstan |
11 |
6 |
3 |
2 |
15 |
299 |
27,5 |
132 |
| 26 |
51 |
|
Mongolia |
11 |
7 |
1 |
3 |
15 |
292,5 |
27,5 |
127 |
| 27 |
39 |
|
Belarus |
11 |
6 |
2 |
3 |
14 |
330,5 |
29 |
139 |
| 28 |
29 |
|
Georgia |
11 |
6 |
2 |
3 |
14 |
326 |
28 |
140 |
| 29 |
26 |
|
Italy |
11 |
6 |
2 |
3 |
14 |
320,5 |
28,5 |
136 |
| 30 |
19 |
|
Greece |
11 |
6 |
2 |
3 |
14 |
318,5 |
26,5 |
145 |
...205 Teams
Alle Partien - Runde 11
Alle Partien des Turniers: Live.ChessBase.com
Dieser Artikel von Carlos Colodro wurde zuerst auf Englisch unter dem Titel "Uzbekistan triumph on home soil, collect second Olympiad gold" veröffentlicht. Der Text wurde von Martina Gerdts ins Deutsche übersetzt und angepasst.
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- Open: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, Frauen: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11
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