World Cup: Aronian verpasst den Sieg

von Klaus Besenthal
24.09.2017 – In Tiflis wurde heute im Finale des FIDE World Cups die zweite Partie zwischen dem Chinesen Ding Liren und dem Armenier Levon Aronian gespielt. Nach dem Remis gestern war heute ein Endspiel entstanden, in dem Aronian über den Vorteil eines entfernten Freibauern verfügte. Der Armenier behandelte dieses Endspiel dann auch ziemlich virtuos und erreichte schließlich mehrmals eine Gewinnstellung. Zugleich war aber gnadenlos die Uhr heruntergelaufen, und der so mühsam erarbeitete Vorteil zerrann Aronian plötzlich zwischen den Fingern. Am Ende stand dann wieder nur ein Remis.

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FIDE World Cup 2017 - Finale, Partie 2

Fotos: Anastasia Karlovich

Das Endspiel mit L+S+3B gegen L+S+3B war absolut sehenswert und lehrreich. Aronian verwarf Varianten, in denen Ding Liren frühzeitig eine Figur für den entfernten Freibauern hätte geben müssen, und verbesserte stattdessen lieber in kleinen Schritten seine Figurenstellung. Das Drohpotential des weit vorgerückten Bauern blieb dabei stets erhalten. Zugleich lähmte diese Situation das Spiel des Chinesen, der schließlich im 47. Zug einen Fehler beging, mit dem er seine Struktur am Königsflügel verschlechterte. Dass Aronian die Partie trotzdem nicht gewinnen konnte, war dann wohl wirklich nur der Zeitnot geschuldet.

 

Auch das ist der World Cup: Spitzenschach vor (ziemlich) leeren Rängen...

Noch ein letztes Mal die Figuren justieren... 

... dann eröffnete Ding Liren die Partie mit 1.d4.

Wie geht es weiter?

Die beiden Spieler haben noch zwei weitere Partien klassisches Schach zu absolvieren, und zwar am Montag (morgen) und am Dienstag - Beginn der Live-Übertagung bei ChessBase ist jeweils um 13 Uhr MESZ. Falls ein Tiebreak erforderlich sein sollte, dann würde dieser am Mittwoch, wiederum um 13 Uhr MESZ, beginnen. Die Abschlussfeier des World Cups beginnt am Mittwoch um 17.30 Uhr deutscher Zeit.

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Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.

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