Kurz und knackig: Miniaturen aus Samarkand

von Johannes Fischer
29.09.2026 – Kurzpartien, Partien, die nicht länger als 20 Züge dauern, sind selten strategisch tief, aber oft unterhaltsam. Sie bieten verblüffende taktische Schlaglichter, gelegentlich theoretische Erkenntnisse und erinnern daran, wie schnell im Schach ein Unglück passieren kann. Kurzpartien gab es natürlich auch bei der Schacholympiade in Samarkand. Hier eine – kurze – Auswahl. | Foto: Der Spielsaal der Schacholympiade | Foto: Nils Rohde

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Den Anfang macht ein unterhaltsamer Schlagabtausch in einem unerwartet schnell taktisch gewordenen Katalanen, in dem Schwarz als Erster vom Pfad der Tugend abweicht.

Francesco Sonis, Jahrgang 2002, wurde 2018 U16-Europameister, 2021 Großmeister und 2024 italienischer Meister. In Samarkand spielte er mit 7½ Punkten aus zehn Partien eine gute Olympiade. Osvaldo Zambrana spielte in Samarkand nicht seine erste Olympiade. Schon 1998 war er das erste Mal dabei und der Olympiade 2000 in Istanbul holte er mit 7 Punkten aus 9 Partien Silber am dritten Brett.

Gleich in der nächsten Runde gelang Sonis wieder eine Kurzpartie, dieses Mal gegen den erfahrenen isländischen GM Hannes Stefansson.

Hannes Stefánsson, Jahrgang 1972, gehört seit Jahrzehnten zu den stärksten Spielern Islands. 1987 wurde er U16-Weltmeister, 1993 Großmeister, seine höchste Elo lag bei 2604. Stefánsson wurde 13-mal isländischer Meister und nahm vor Samarkand bereits 15-mal für Island an Schacholympiaden teil.

Auch Fred Berend "gelangen" in Samarkand zwei Kurzpartien. In Runde 3 gewann Berend gegen Abdulrahman Al Ibrahim, in Runde 8 verlor er gegen Jaloliddin Ilkhomi. Berend, Jahrgang 1965, ist seit mehr als vier Jahrzehnten eine feste Größe im luxemburgischen Schach. 1990 wurde er Landesmeister, 1993 Internationaler Meister.

1988 in Thessaloniki spielte Berend seine erste Schacholympiade, 38 Jahre später gehörte er in Samarkand immer noch zum Team seines Landes. Er holte 5½ Punkte aus 10 Partien, Luxemburg war als Nummer 97 der Setzliste gestartet und belegte am Ende Platz 105.

Abdulrahman Al Ibrahim wurde 1995 geboren und spielt für Kuwait. Mit einer Elo-Zahl von 2022 Elo ist er einer der stärksten Spieler seines Landes und war bereits bei den Schacholympiaden 2022 und 2024 dabei.

Nicht ganz so glatt lief es für Berend dann allerdings gegen den 19-jährigen tadschikischen IM Jaloliddin Ilkhomi. Berend griff sehr früh sehr wild an, wurde aber brutal ausgekontert.

Ilkhomi ging mit einer Elo von 2391 in die Olympiade und holte 6½ Punkte aus 11 Partien und kam damit auf eine Performance von 2433. Allerdings remisierte er gegen die Großmeister Michael Adams, Jan Šubelj, Thai Dai Van Nguyen, Alexandr Fier und Denis Lazavik.

Natürlich gab es bei der Schacholympiade noch mehr Partien, die nach spätestens 20 Zügen vorbei waren. Diese Einfälle und Reinfälle findet man in der Partienliste der Schacholympiade in Samarkand.

Partien


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Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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